Autor: ek

Mikojan I-211E

Mikojan I-211E
Nachdem Mikojan die MiG-3 als Höhenjäger zur Serienreife gebracht hatte, ohne die sich im Fronteinsatz zeigenden schwerwiegenden Mängel beseitigen zu können, ging man im Winter 1941/42 an eine erste Überarbeitung der Maschine. Am 23.August 1941 war der Entwicklungsauftrag der Luftstreitkräfte mit dem Konstruktionsbüro Mikojan über die Weiterentwicklung der MiG-3 mit dem Motor M-82 unterzeichnet worden. Die Entwicklung des M-82 war im Flugmotorenwerk Perm (Molotov) erfolgreich abgeschlossen worden und die Serienfertigung stand an. Als erstes war der neue Motor für den Frontbomber Sukhoi Su-2 vorgesehen. Der mittlerweile auch für andere Projekte verfügbare 14-Zylinder-Doppel- sternmotor Shvetsov ASh 82 (auch als M-82 bezeichnet) mit einer Startleistung von 1.600 PS wurde in eine serienmäßige MiG-3 eingebaut. Dazu war es nötig, das gesamte Rumpfvorderteil und das Tragflächenmittelstück zur Aufnahme des wesentlich größeren und schwereren Motors umzubauen, während das Rumpfhinterteil, die Außenflügel, das Leitwerk und das Fahrwerk unverändert von der MiG-3 übernommen wurden. Die Flugerprobung im Sommer 1942 zeigte jedoch, dass die erwarteten Verbesserungen der Flugleistungen nicht eingetreten waren. Durch den größeren Rumpfdurchmesser kam es zu einem erheblich größeren Stirnwiderstand, so dass vom Leistungszuwachs des stärkeren Triebwerks nichts für die Verbesserung der Flugleistungen blieb. Im Gegenteil, bei der Flugerprobung im Sommer 1942 zeigten sich starke Turbulenzerscheinungen hinter der Triebwerksverkleidung, die sich in starken Schwingungen bis in die Tragflächen hinein äußerten. Daraufhin wurde der gesamte Rumpf umkonstruiert. Das so modifizierte Flugzeug flog im Spätsommer 1942 zum ersten Male und erreichte während der Flugerprobung bessere Leistungen als die serienmäßigen MiG-3 mit dem Mikulin AM-35 flüssigkeitsgekühlten 12 Zylinder-V-Reihenmotor. Deshalb wurde die Maschine unter der Typenbezeichnung MiG 9, nicht zu verwechseln mit der strahlgetriebenen MiG 9 (I-300) von 1946, in einer Kleinstserie von 5 Maschinen gebaut. Zur Unterscheidung vom Strahljäger wird die Maschine auch als MiG-9 M-82 bezeichnet. Eine weitere Modifikation wurde 1943 als I-211E gebaut, wobei der Rumpf im Bereich des Übergangs vom kreisförmigen Rumpfvorderteil in das ovale Mittelstück aerodynamisch verfeinert und verbessert wurde. Gleichzeitig wurde die Bewaffnung verstärkt, indem zwei ShVAK Maschinenkanonen (20mm) in die Tragflächenmittelstücke eingebaut wurden, dafür aber zwei der im Rumpf befindlichen ShKAS Maschinengewehre entfernt wurden. Es entstanden nur zwei Versuchsmuster, die ausgiebig getestet wurden und die daraus gewonnenen Erkenntnisse führten unter anderem zur Entwicklung der späteren Mikojan Konstruktionen I-230, I-231, I-220, I-222, I-224 und I-225.
Mikojan I-211E
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Mikojan I-211E
Baujahr: 1942/1943
Verwendung: Versuchsflugzeug, Höhenjäger
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: 1x Shvesov ASh-82 luftgekühlter 14 Zylinder-Doppelsternmotor mit Direkteinspritzung
Startleistung: 1.600 PS (1.190 kW)
Dauerleistung in 4.000 m: 1.320PS (970 kW)
Spannweite: 10,20 m
Länge: 7,95 m
Höhe: 2,05 m
Flügelfläche: 17,44 m²
Leermasse: 2.528kg
Startmasse normal: 3.100 kg
Startmasse maximal: 3.225 kg
Kraftstoff: 760 Liter
Nutzlast: 572 kg
Flächenbelastung: 177,8 kg/m²
Leistungsbelastung: 1,94 kg/PS
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 530 km/h
Steigleistung: 20,9 m/s
Steigzeit auf 5.000 m Höhe: 4 min
Reichweite mit voller Nutzlast: 1.140 km
Maximale Flugdauer: 2 h 20 Min
Startstrecke: 610 m
Landestrecke: 535 m
Bewaffnung: 4Maschinengewehre SchKAS (7,62 mm), 6 Raketen RS-82 oder 2X100 kg Abwurfmunition

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