Autor: ek

Messerschmitt Me 261

Messerschmitt Me 261
 
Die Entwicklung der Me 261 begann bereits 1937 als P.1062, indem man aus der Bf 110 einen Langstreckenaufklärer ableitete, der über einen neuen schmalen, gestreckten Rumpf und wesentlich größere Tragflächen verfügte. Nachdem man die projektierten Leistungsdaten beim RLM vorgelegt hatte, erhielt man einen offiziellen Auftrag zum Bau von drei Prototypen. Die neue Maschine erhielt die Bezeichnung Me 261 und war als Langstreckenrekordflugzeug vorgesehen. Gleichzeitig wollte man mit ihr die olympische Flamme von Garmisch-Partenkirchen nach Tokio, wo die Olympischen Sommerspiele 1940 stattfinden sollten, nonstop befördern. Die Me 261 fand das besondere Interesse Hitlers, der Messerschmitt fragte, ob auch eine Passagierversion, mit der er zur Eröffnung der Olympischen Spiele nach Tokio reisen könnte, möglich sei. So entstand der Entwurf einer achtsitzigen Passagiermaschine. Die inoffizielle Bezeichnung lautete Adolfine. Die Me 261 war ein viermotoriger Ganzmetallmitteldecker mit Tragflächen hoher Streckung, doppeltem Seitenleitwerk und einziehbarem Heckradfahrwerk. Der dicke Tragflügel der fast die Höhe des Rumpfes erreichte, war gleichzeitig als Tank ausgeführt. Die Kühler waren unter den Tragflächen vorgesehen. Der Antrieb sollte über je zwei zu einem Doppelmotor kombinierten DB 601, die über ein gemeinsames Getriebe eine große Luftschraube antrieben, erfolgen. Diese Motoren mit der Bezeichnung DB 606 hatte man erfolgreich in der He 119 getestet. Die Konstruktionsarbeiten begannen im Frühjahr 1939 im Stammwerk in Augsburg wurden aber nach Beginn des Krieges nur sehr langsam fortgeführt, bis das RLM die Brauchbarkeit als Langstreckenaufklärer erkannte. Die Me 261 V1 (BJ+CP) hatte am 23.12.1940 unter Karl Baur ihren Erstflug, der die Mängel im Antriebssystem, besonders die Kühlung der Doppelmotoren, bereits aufzeigte. Während der weiteren Flugerprobung wurden zahlreiche Änderungen vorgenommen, so dass die Maschine erst am 2.Ohtober 1941 zur weiteren Erprobung nach Rechlin überführt werden konnte. Die Me 261 V2 (BJ+CQ) flog im Frühjahr 1941 als Fernaufklärer für die Seeüberwachung und war für eine spätere Bewaffnung vorgesehen. Die Triebwerke waren immer noch problematisch, trotzdem wurden mehrere Langstreckenflüge durchgeführt. Die Me 261 V3 (BJ+CR) erhielt eine größere Spannweite und die neuen DB 610 Motoren, die aus zwei gekoppelten DB 605 bestanden. Am 16.April 1943 flog Karl Baur mit dieser Maschine in 10 Stunden 4.473 km im geschlossenen Kurs. Das wäre Weltrekord gewesen. Im Juli 1943 kam es bei der Landung zu einem Versagen der Hydraulik und die Maschine wurde stark beschädigt. Nach der Reparatur flog die Maschine spezielle Langstreckenaufklärungseinsätze für die Luftwaffe. Nach einem weiteren Landeunfall wurde sie nicht mehr aufgebaut. Die V1 wurde nach einem alliierten Luftangriff auf Lechfeld stark zerstört und wahrscheinlich verschrottet. Die V2 erlitt das gleiche Schicksal, nur waren ihre Reste bei der amerikanischen Besetzung von Lechfeld noch vorhanden.
 
 
 
 
 
Technische Daten: Messerschmitt Me 261 V3
 
Baujahr: 1941
Besatzung: 7 Mann
Triebwerk: zwei wassergekühlte 24 Zylinder Doppel V Motoren DB 610A-1/B-1 mit verstellbarem Vierblatt-Metallpropeller VDM
Startleistung: je 2.950 PS (2.172 kW)
Dauerleistung: je 2.800 PS (2.062 kW) in 3.000 m
 
Spannweite: 26,85 m
Länge: 16,70 m
größte Höhe: 4,70 m
Propellerfläche: 9,96 m²
Spurweite: 5,32 m
Flügelfläche: 87,50 m²
V-Form: +3°
Leermasse: 8.800 kg (?)
Startmasse normal: 13.500 kg (?)
Startmasse maximal: 14.500 kg (?)
Tankinhalt: 5.000 Liter (?)
Flächenbelastung: 165,7 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,46 kg/PS (3,34 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 490 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 620 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 470 km/h
Landegeschwindigkeit: 140 km/h
Gipfelhöhe: 8.300 m
Steigleistung: 6,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,5 min
Steigzeit auf 3.000 m: 8,0 min
Reichweite normal: 8.100 km
Reichweite maximal: 11.000 km
Flugdauer: 24 h
 
Bewaffnung: keine
Bombenlast: keine

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