Autor: ek

Messerschmitt M20

Messerschmitt M20
Auf Grund der guten Erfahrungen mit der M18 b erhielt Messerschmitt den Auftrag der Luft Hansa zur Entwicklung eines größeres Flugzeuges für 10 Fluggäste und zwei Piloten oder 1.000 kg Nutzlast. Die M20 wurde noch im Bamberger Messerschmitt Werk entwickelt. Sie war in bewährter Art als einmotoriger, freitragender, einholmiger Ganzmetall-Schulterdecker mit festem Spornradfahrwerk ausgelegt. Lediglich die Tragflächenhinterkante und die Ruder waren stoffbespannt. Auf Weisung des Reichsverkehrsministeriums bestellte die Deutsche Luft Hansa zwei Maschinen M20. Messerschmitt war inzwischen nach Augsburg umgezogen und am 26.Februar 1928 startete die bei BFW (Bayrische Flugzeug Werke AG) gebaute M20a zum Erstflug. Pilot war Hans Hackmack. Während des Fluges löste sich an der hinteren Tragflächenkante die Bespannung, In Panik sprang er aus 80 m Höhe ab und war auf der stelle tot. Das Flugzeug zerschellte am Boden. Daraufhin zog die Luft Hansa ihre Bestellung zurück. BFW baute trotzdem ein zweites Flugzeug, das am 3.August 1928 zum Erstflug startete. Die M20 erwies sich als großer Erfolg, sodass auch die Luft Hansa wieder Interesse zeigte und den Auftrag über zwei Maschinen erneuerte. Die Flugzeuge wurden als M20a ausgeliefert und gründlich erprobt. Daraufhin bestellte die Luft Hansa zwei weitere Maschinen mit einigen Änderungen, so war als Antrieb der BMW VI vorgesehen. Im Sommer 1930 wurden diese Maschinen dann ausgeliefert. Bereits am 6.Oktober 1930 stürzte die erste davon vor einer Zwischenlandung in Dresden ab, am 4.April 1931 stürzte auch die zweite maschine bei Görlitz ab. Daraufhin wurde das Modell gesperrt und die angelaufene Serienfertigung wurde gestoppt. Die Luft Hansa stornierte eine neue Bestellung über zehn Maschinen und forderte ihre bereits getätigten Zahlungen zurück. BFW musste dann am 1. Juni 1931 Konkurs anmelden. Erst ein Zwangsvergleich 1932 führte zur Abnahme der Flugzeuge durch die Luft Hansa, die sich später dann als zuverlässig und sehr wirtschaftlich erwiesen. Eine Maschine wurde als M20b2 1937 an die brasilianische Luftverkehrsgesellschaft Varig verkauft. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges flogen einige M20b als Transportflugzeuge für die Luftwaffe. Insgesamt wurden bis zum Abbruch der Serienfertigung 1931 15 Messerschmitt M20a und M20b gebaut.
Messerschmitt M20
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Messerschmitt M20b
Verwendung: Verkehrs- und Frachtflugzeug
Baujahr: 1930
Besatzung: 2 Mann
Passagiere: 10 Personen oder 1.000 kg zahlende Nutzlast
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter, stehender 12 Zylinder Reihenmotor BMW VI u mit starrem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 700 PS (516 kW)
Dauerleistung: 620 PS (457 kW) in 4.000 m
Spannweite: 25,50 m
Länge: 15,80 m
größte Höhe: 4,80 m
Spurweite: 4,22 m
Propellerdurchmesser: 3,30 m
Mittlere Flächentiefe: 2,55 m
Flügelfläche: 65,00 m²
Propellerfläche: 8,55 m²
Flügelstreckung: 10,00
V-Form: +2°
Leermasse: 2.620 kg
Startmasse normal: 4.640 kg
Kraftstoff: 750 Liter
Schmierstoff: 40 Liter
Flächenbelastung: 74,8 kg/m²
Leistungsbelastung: 6,94 kg/PS (9,42 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 205 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 220 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000m: 170 km/h
Landegeschwindigkeit: 90 km/h
Gipfelhöhe: 4.400 m
Steigleistung: 3,00 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 6,0 min
Steigzeit auf 2.000m: 13,4 min
Steigzeit auf 3.000 m: 22,0 min
Reichweite normal: 950 km
Reichweite maximal: 1.050 km
Flugdauer maximal: 7h 10 min
Startstrecke: 190 m
Landestrecke: 210 m

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