Autor: ek

Martin-Baker MB 2

Martin-Baker MB 2
Als James Martin von der Ausschreibung F.5/34 des Air Ministry nach einem modernen Jagdflugzeug erfuhr, entschloss er sich sofort, ohne Aufforderung, auf Basis seiner MB 1 ein Jagdflugzeug zu entwickeln, das alle Forderungen der Ausschreibung erfüllen sollte. Er übernahm den grundsätzlichen Aufbau der MB 1, also einen Tiefdecker mit festen, verkleidetem Fahrwerk in Gemischtbauweise. Neu waren das geschlossene Cockpit und der Napier Dagger 24 Zylinder H Motor, der sich als laut und sehr störanfällig erweisen sollte. Zum ersten Male war für ein britisches Jagdflugzeug eine Bewaffnung von acht Maschinengewehren in den Tragflächen vorgesehen. Konstruktiv war die MB 2 für diese Zeit ungewöhnlich, weil die Spannweite kleiner als die Rumpflänge war. Dadurch wollte James Martin die allgemeine Flugstabilität erhöhen und Giermomente ausgleichen. Weitere Besonderheiten war der Einbau einer Sollbruchstelle, die bei Notlandungen größere Beschädigungen an Rumpf und Tragwerk verhindern sollte. Die gesamte Konstruktion war auf eine einfache Serienfertigung ausgelegt, die wichtigsten Systeme waren leicht zugänglich untergebracht, das Cockpit war gut und übersichtlich gestaltet und gewährte eine gute Sicht, auch nach unten über die Tragflächen hinweg. Das feste Fahrwerk war hosenförmig verkleidet. In der Verkleidung war der Ölkühler untergebracht. Der Erstflug fand am 3.August 1938 statt, Testpilot war Valentine Baker. Da die Maschine noch keine Zulassung hatte, übernahm man einfach die zivile Registrierung der MB1 (G-AEZD). Die MB 2 wurde später im Juni 1939 durch das Air Ministry erworben und erhielt die offizielle Zulassung P 9594. Bei den Flügen hatten sich Probleme mit der Seitenstabilität herausgestellt, deshalb wurde das Seitenleitwerk durch eine dreieckige Höhenflosse vergrößert. Bei den Testflügen im A&AEE (Aeroplane and Armament Experimental Establishment) wurden die Änderungen überprüft und ein einziehbares Fahrwerk gefordert, auch war man mit dem unzuverlässigen, überaus komplizierten Triebwerk nicht einverstanden. Für einige Zeit wurde die MB 2 noch bei der Air Fighter Development Unit (AFDU) in Northolt getestet, bevor sie im November 1939 an Martin Baker zurückgeben wurde. Dort blieb sie noch bis zum Dezember 1941, bevor sie verschrottet wurde. Die Entscheidung über die britischen Jagdflugzeuge war längst gefallen, die Hawker Hurricane und die ersten Spitfire bewährten sich bereits im Kampfeinsatz. Viele der nicht mehr ausgeführten Verbesserungen an der MB 2, wie das Einziehfahrwerk, wurden später in der MB 3 verwirklicht.
Martin-Baker MB 2
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Martin-Baker MB 2
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1938
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 24 Zylinder H Reihenmotor Napier Dagger III HIM mit Lader und festem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 1.010 PS (744 kW)
Dauerleistung: 816 PS (675 kW) in 4.000 m
Spannweite: 10,36 m
Länge: 10,59 m
größte Höhe: 2,97 m
Propellerdurchmesser: 3,20 m
Propellerfläche: 8,04 m²
Spurweite: 3,76 m
Flügelfläche: 19,7 m²
V-Form: +1,5°
Leermasse: 1.840 kg
Startmasse normal: 2.520 kg
Startmasse maximal: 2.710 kg
Tankinhalt: 410 Liter
Flächenbelastung: 137,56 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,58 kg/PS (3,50 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 491 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 563 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 425 km/h
Landegeschwindigkeit: 130 km/h
Gipfelhöhe: 8.840 m
Steigleistung: 12,0 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,4 min
Steigzeit auf 4.000 m: 6,5 min
Reichweite normal: 720 km
Reichweite maximal: 900 km
Flugdauer: 2 h
Bewaffnung: acht 7,62 mm Maschinengewehre Browning M1919 mit je 300 Schuss
Bombenlast: keine

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