Autor: ek

Loire-Nieuport Ni.161

Loire-Nieuport Ni.161
Im Jahre 1934 kam es zu dem Zusammenschluss der beiden Luftfahrtfirmen Ateliers et Chantiers de la Loire und Sociėtė Nieuport-Astra zur Groupement Aviation Loire-Nieuport.
Beide Firmen behielten ihre Firmensitze und konkurrierten manchmal sogar gegeneinander, wie bei der LN 161.
1934 war vom Service Technique ein Wettbewerb für einen Jagdeinsitzer mit Einziehfahrwerk in Ganzmetallbauweise ausgeschrieben worden. Neben der Loire 250 nahm auch die Ni.161 daran teil.
Die beiden Nieuport Konstrukteure Mary und Dieudonnė hatten einen Tiefdecker mit trapezförmigen Tragflächen, einem freitragenden Normalleitwerk und einem einziehbarem Spornradfahrwerk, bei dem das Spornrad ebenfalls einziehbar gestaltet war vorgelegt. Die maschine war eine Ganzmetallkonstruktion, wobei der Rumpf in Halbschalenbauweise ausgeführt war. Die Kabine war auf den Rumpf gesetzt und bot eine gute Rundumsicht. Die Bewaffnung sollte aus einer Maschinenkanone und zwei Maschinengewehren bestehen.
Als Triebwerk hatte man den 12 Zylinder Reihenmotor Hispano Suiza 12 Ycrs vorgesehen.
Die Armėe de l?Air bestellte einen Prototyp. Da der vorgesehene Motor nicht zur Verfügung stand, entschloss man sich bei Nieuport, einen Hispano Suiza 12 Xcrs mit nur 690 PS Startleistung und einem starren Zweiblatt-Holzpropeller einzubauen. So startete die Maschine am
5.Oktober 1935 als Nieuport Ni.160 zu ihrem Erstflug. Anschließend übergab man das Flugzeug zur weiteren Erprobung an die Armėe de l?Air. Mitte November war denn der neue Motor vorhanden und die ni.160 ging zurück ins Werk, wo neben dem Tausch des Motors und Einbau einer verstellbaren Dreiblatt-Luftschraube auch verschiedene weitere Änderungen vorgenommen wurden.
Ende März 1937 wurde die Erprobung der Maschine, die jetzt Ni.161.01 hieß, wieder aufgenommen. Die erzielten Ergebnisse waren vielversprechend, so dass drei weitere Prototypen bestellt wurden. Am 22.September 1936 stürzte der erste Prototyp wegen eines Motorschadens ab und der zweite Prototyp, der zeitweise SNCAO 161.02 hieß, weil Loire-Nieuport zwischenzeitlich von der Sociėte Nationale de Construction Aėronautiques de l?Ouest übernommen worden war, starte erst am 15.Oktober 1937 zu seinem Erstflug.
Der dritte Prototyp, der nun LN.161.03 hieß, folgte im März 1938. Im April 1938 ging der zweite Prototyp bei einer Bruchlandung verloren. Aber die weitere Flugerprobung war sowie so in Frage gestellt, da Morane Saulnier mit seiner MS 406 inzwischen zum Sieger des Wettbewerbs ernannt wurde. Demzufolge wurde der vierte Prototyp nicht mehr fertiggestellt.
Der noch existierende dritte Prototyp LN.161.03 wurde zur Erprobung von Fallschirmen verwendet und später verschrottet.
Loire-Nieuport Ni.161 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Loire-Nieuport Ni.161 03
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1938
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter stehender 12 Zylinder V Motor Hispano Suiza 12 Ycrs mit verstellbarem Dreiblatt-Metall-Propeller
Startleistung: 860 PS (633 kW)
Dauerleistung: 820 PS (604 kW) in 4.000 m
Spannweite: 10,98 m
Länge: 9,56 m
größte Höhe: 2,95 m
Propellerfläche: 8,76 m²
Spurweite: 3,58 m
Flügelfläche: 15,1 m²
V-Form: +5,5°
Flügelstreckung: 7,98
Leermasse: 1.748 kg
Startmasse normal: 2.278 kg
Startmasse maximal: 2.390 kg
Tankinhalt: 520 Liter
Flächenbelastung: 158,28 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,78 kg/PS (3,78 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 456 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 478 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 420 km/h
Landegeschwindigkeit: 125 km/h
Gipfelhöhe: 11.250 m
Steigleistung: 14,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,2 min
Steigzeit auf 3.000 m: 3,8 min
Steigzeit auf 6.000 m: 8,5 min
Reichweite normal: 625 km
Reichweite maximal: 760 km
Flugdauer: 2 h
Bewaffnung: eine 20 mm Maschinenkanone Hispano Suiza durch die Propellerwelle schießend mit 40 Schuss und zwei 7,5 mm Maschinengewehre MAC-34 mit je 800 Schuss
Bombenlast maximal: keine

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