Autor: ek

Lohner Typ AA (10.20) Spuckerl

Lohner Typ AA (10.20) Spuckerl
1916 erhielten die Lohner Flugzeugwerke AG in Wien von den k.u.k. Fliegertruppen den Auftrag zur Entwicklung eines Jagdeinsitzers und eine Bestellung über vier Prototypen.
Die einzige Forderung war die Verwendung des Austro-Daimler Sechszylinder Reihenmotors und die Bewaffnung mit zwei synchronisierten 7,9 mm Maschinengewehren Schwarzlose.
Jakob Lohner entwickelte daraufhin ein ungewöhnliches Flugzeug, das die Bezeichnung10.20 A erhielt. Die Maschine war ein einstieliger Doppeldecker in Holzbauweise mit leicht gepfeilten Tragflächen, einem festen Heckspornfahrwerk und freitragendem Leitwerk. Das besondere war der kurze Rumpf mit den hohen, geraden Seiten, der es ermöglichte, dass die obere Tragfläche direkt auf dem Rumpf auflag. Auf der oberen Tragfläche befand sich der Tank, so dass die Treibstoffzufuhr ohne Pumpe nur durch die Schwerkraft geregelt wurde. Der Rumpf war im vorderen Teil mit Sperrholz verkleidet, während der größere Teil des Rumpfes Stoffbespannung trug.
Die stoffbespannten Tragflächen waren zweiholmig aufgebaut, Holme und Rippen waren aus Holz. Zwischen Rumpf und unteren Tragflächen befanden sich kurze Stützstreben in umgedrehter V-Form, die in ihrer Verlängerung stromlinienförmig verkleidet waren und als Fahrwerksbeine dienten. Die
Tragflächenpaare wurden durch große profilierte I-Streben verbunden. Die Maschine hatte nur ein Seitenruder, ein Seitenleitwerk existierte nicht.
Im herbst war die erste maschine fertig gestellt und schon bei den Rollversuchen zeigte sich ein schlechtes Steuerverhalten. Also vergrößerte man die Ruderflächen und verlängerte den Rumpf.
Am 12.Dezwmber 1916 konnte dann endlich der Erstflug durchgeführt werden. Die Maschine war im Flug um alle Achsen instabil und wurde noch während der Erprobung im Februar 1917 durch einen Unfall stark beschädigt.
Lohner überarbeitete die Maschine zur 10.20A, die sich durch einen verlängerten Rumpf und ein Seitenleitwerk mit fester Leitwerksflosse vom Vorgänger unterschied. Auch die Tragflächen hatte man überarbeitet, so war nun der untere Flügel direkt mit dem Rumpf verbunden, die Verstrebung war beseitigt worden. Die Flügelstile waren jetzt paarweise angebracht.
Am 6.Juni 1917 wurde die überarbeitete Maschine bei einem Absturz total zerstört.
Die restlichen drei Prototypen wurden als Modifikationen 10.20B, 111.03 und 111.04 gebaut, wobei der letztere ein Dreidecker geworden war. Im September 1917 erhielt Lohner schließlich den Auftrag, die Aviatik D I in Lizenz zu fertigen, damit wurde das Programm des Jagdflugzeuges Lohner AA beendet.
Lohner Typ AA (10.20) Spuckerl (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Lohner Typ AA (10.20) Spuckerl
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1917
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein wassergekühlter Sechszylinder?Reihenmotor Austro-Daimler mit starrem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 185 PS (137 kW)
Dauerleistung: 150 PS (111 kW) in 3.000 m
Spannweite obere Tragfläche: 6,60 m
Spannweite untere Tragfläche: 6,10 m
Länge: 4,65 m
größte Höhe: 3,60 m
Spurweite: 1,65 m
Propellerdurchmesser: 2,60 m
Propellerfläche: 5,31 m²
Flügelfläche: 13,7 m²
V-Form: obere Tragfläche 1,5°
V-Form: untere Tragfläche
Flügelstreckung: 6,22
Pfeilung der Tragflächen: 7,5°
Staffelung: 0,32 m
Leermasse: 460 kg
Startmasse normal: 625 kg
Startmasse maximal: 670 kg
Tankinhalt maximal: 86 Liter
Schmierstofftank: 15 Liter
Flächenbelastung: 48,91 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,62 kg/PS (4,92 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 164 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 178 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 140 km/h
Landegeschwindigkeit: 78 km/h
Gipfelhöhe: 4.450 m
Steigleistung: 5,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,25 min
Steigzeit auf 3.000 m: 14,0 min
Reichweite normal: 280 km
Reichweite maximal: 340 km
Flugdauer: 2,25 h
Bewaffnung: zwei 7,92 mm Maschinengewehre Schwarzlose mit je 500 Schuß

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