Autor: ek

Lavochkin La-7

Lavochkin La-7
Auf Grund der Einsatzerfahrungen mit der La-5 an der Front begann Lavochin bereits im Sommer 1943 mit der Überarbeitung und Weiterentwicklung der La-5. Den Empfehlungen des ZAGI folgend, wurde eine La-5FN, Seriennummer 39210206, modifiziert, wobei Hauptaugenmerk auf die aerodynamische Überarbeitung fiel, auch veränderte man die Auspuffanlage und den Ölkühler. Der neue Asch 82 FNU hatte eine deutlich bessere Höhenleistung bei gleicher Startleistung, was einen positiven Einfluß auf die Flugleistungen im Höhenbereich hatte. Die so modifizierte Maschine, intern als La-120 bezeichnet, erreichte bei Flugtests unter Testpilot N.A. Adamowitch in 6.150m zum Beispiel eine Geschwindigkeit von 684 km/h. Die Tankkapazität wurde vergrößert, was der Reichweite zu Gute kam und die relative Unterbewaffnung der La-5, sie war nur mit zwei am Rumpf montierten 20mm Kanonen bewaffnet, wurde durch den Einbau von drei 20 mm Kanonen Berezin B-20 beseitigt. Durch die Verwendung von wesentlich mehr Metallteilen für die tragenden Elemente erhielt die Maschine eine höhere Stabilität und Beschussfestigkeit, ohne dass sich die Masse wesentlich erhöhte. Auch die Fahrwerksbeine wurden verlängert, das war allerdings dem unter dem Rumpf montiertem Ölkühler gestundet. Das Spornrad konnte eingezogen werden und die entsprechende Rumpföffnung wurde im Flug durch Klappen verschlossen. Unter der Leitung von S.A. Alexeyev wurde im Flugzeugwerk 21 in Gorki (heute Nishnij Novgorod) im Januar 1944 die Serienproduktion vorbereitet und die ersten Vorserienmaschinen gebaut. Das Flugzeugwerk 381 in Moskau folgte im Mai 1944, in dem es die Produktion von La-5FN auf La-7 umstellte. Als erste Einheit wurde Mitte September 1944 das 63.Garde Jäger Bataillon der Ersten Baltischen Front mit La-7 für die Fronterprobung ausgerüstet. Von den 30 Maschinen fielen in kurzer Zeit 8 durch Motorschaden als Totalverlust aus, Unzählige weitere Motordefekte konnten durch das technische Personal repariert werden. Ursache war die tiefer liegende Luftansaugöffnung, durch die Sand und Staub bis in die Zylinder geriet, was in kürzester Zeit zum Versagen des Motors führte. Durch Einbau leistungsfähiger Filter konnte das Problem gelöst werden. Die Kampfleistungen der Maschine waren ausgezeichnet und sie war der Focke Wulf Fw190 A-4 in vielen Belangen zumindest ebenbürtig. Von September 1944 an wurde die La-7 verstärkt an allen Fronten eingesetzt und bildete zusammen mit der Jak-3 und der Jak-9 das Rückgrat der sowjetischen Frontjägerverbände. Mehr als 2000 La-7, die meisten aus dem Flugzeugwerk 21, kamen bis Kriegsende an die Front. Der bekannteste La-7 Pilot war der dreifache Held der Sowjetunion Iwan Kozhedub, der 17 seiner 62 Luftsiege, darunter ein Abschuß einer Me262, mit der La-7 erzielte. Seine Maschine ist erhalten und kann im sowjetischen Luftwaffenmuseum in Monino besichtigt werden. Für Ausbildungs- und Übungszwecke wurde eine zweisitzige La-7, die La-7U, in geringeren Stückzahlen (insgesamt 584 Stück) gebaut. Durch den Einbau des zweiten Sitzes verringerte sich allerdings das Kraftstoff-Fassungsvermögen, auch wurde die Bewaffnung auf nur eine BS-20 Kanone reduziert. Die Serienfertigung der La-7endete 1947. Es wurden insgesamt 5753 Exemplare in drei Flugzeugwerken gebaut. Die La-7 diente auch zur Erprobung von Raketen- und Staustrahltriebwerken. Die La-7PVRD (intern auch La-126 PVDR) mit zwei Staustrahltriebwerken PVRD-430 unter den Tragflächen erreichte allerdings nur eine Geschwindigkeit von 670km/h statt der erwarteten 800km/h und war somit langsamer als die normale La-7. Ursache waren die enormen Schwingungen der Staustrahltriebwerke in Verbindung mit dem wesentlich erhöhten Stirnwiderstand. Die Versuche wurden, nachdem keine Verbesserungen erzielt wurden, nach relativ kurzer Zeit abgebrochen, obwohl bereits der Bau einer Nullserie beschlossen war. Die La-7R erhielt ein Flüssigkeitsraketenmotor ShRD-1 von Valentin Glushko mit 300kp Schub ins Heck und wurde in zwei Exemplaren gebaut. Diese führten unter den Piloten G. Shiyanov und A. Davydow 15 erfolgreiche Flüge durch, bis am 12.Mai 1945 das Raketentriebwerk am Boden explodierte. Die noch existierende Maschine erhielt einen neuen Raketenmotor RD-1Ch3 mit 350kp Schub. Trotz aller Schwierigkeiten und obwohl es bereits deutlich abzusehen war, daß der Raketenantrieb eine Sackgasse war, wurde die La-7R auf der Luftparade am 18.August 1946 in Tushino im Fluge vorgeführt. In der CSR kam es zu einer Lizenzfertigung der La-7 bei Avia unter Bezeichnung S-97. Später erhielten einige verbündete Staaten, wie Bulgarien, Rumänien, China und Nordkorea die La-7 für die Erstausrüstung ihre Jagdverbände.
Lavochkin La-7
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: La-7
Baujahr: 1945
Verwendung: Frontjäger
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk:
1x Shvetsov ASh-82 FNU luftgekühlter 14 Zylinder-Doppelsternmotor mit Direkteinspritzung und verstellbaren Dreiblatt-Metallpropeller
Startleistung: 1.850 PS (1.380kW)
Spannweite: 9,80 m
Länge: 8,60 m
Propellerdurchmesser: 3,20 m
Spurweite: 3,82 m
Flügelfläche: 17,50 m²
Flügelstreckung: 5,49
Leermasse: 2.270 kg
Startmasse normal: 3.265 kg
Startmasse maximal: 3.490 kg
Tankinhalt: 520 Liter
Flächenbelastung: 199,4 kg/m²
Leistungsbelastung: 1,89kg/PS
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 603 km/h
Marschgeschwindigkeit in 5.000 m: 540 km/h
Steiggeschwindigkeit: 17,0 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,1 min
Steigzeit auf 5.000m Höhe: 6,0 min
Reichweite mit voller Nutzlast: 650 km
Maximale Flugdauer: 1 h
Startstrecke: 450 m
Landestrecke: 580 m
Bewaffnung:
3 x 20mm Maschinenkanonen Berezin BS-20 mit je 140 Schuß
6 ungelenkte Raketengeschosse RS-82 unter den Tragflächen
Bombenlast: maximal 150kg

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