Autor: ek

Lavochkin La-150

Lavochkin La-150
Ende des zweiten Weltkrieges hatte die Sowjetunion viel deutsches Know-how im Bereich Strahltriebwerke, Strahlflugzeuge und aerodynamische Grundlagenforschungen im Bereich Schnellstflug erbeutet. Da in der Sowjetunion selbst keine Erfahrungen vorlagen, stellte Stalin den bekanntesten sowjetischen Konstrukteuren die Frage, ob man nicht die Me 262 in Serie bauen sollte, um schnell über einen Strahljäger zu verfügen. Die Konstrukteure Mikoyan, Yakovlev und Lavochkin versprachen Stalin, zur Parade am 7.November 1947 die Muster MiG-9, Yak-15 und La-150 über den Roten Platz fliegen zu lassen. Als Antrieb sollten die mittlerweile in Serie gebauten Triebwerke Jumo 004 (RD-10) und BMW 003 (RD-20) verwendet werden. Lavochkin baute seine La-150 quasi um das Treibwerk RD-10 herum. Er schlug einen Schulterdecker in Ganzmetallschalenbauweise vor, der aus einer Rumpfgondel mit Triebwerk, Tank, Bewaffnung, Fahrwerk und Kabine und einem rohrförmigen Leitwerksträger bestand, an dem Höhen- und Seitenleitwerk angebracht waren. Zur Sicherheit des Piloten wurde ein erbeuteter Schleudersitz einer He 162 eingebaut. Das Flugzeugwerk 81 erhielt den Auftrag, fünf Maschinen La-150 zu bauen. Am 11.September 1946 fand mit Testpiloten A.A. Popov der Erstflug statt. Die Flugeigenschaften wurden als gut eingeschätzt, so dass das Flugzeugwerk 381 in Gorki weitere 4 Maschinen bauen sollte. Mit dem Erreichen höherer Geschwindigkeiten, zeigte die La-150 starke Stabilitätsprobleme, so dass man das komplette Rumpfheck umbaute und die Tragflächenenden um 30° nach unten neigte. Diese Ausführung erhielt die Bezeichnung La-150 M, der Erstflug fand am 24.Juli 1947 statt, aber bereits am 9.August 1947 nach nur 14 Flügen stürzte die Maschine ab. Als Absturzursache wurden Metallspäne im Kraftstoff angegeben. Um die Geschwindigkeit zu steigern, erhielt die La-150 das Triebwerk RD-10 F, ein Jumo 004 mit Nachbrenner. Die Maschine erhielt die Bezeichnung La-150 F und wurde in zwei Exemplaren gebaut. Bewaffnet mit drei 23 mm Kanonen NS-23 erhielt die Maschine die Bezeichnung La-152 und wurde ebenfalls nur zweimal gebaut. Inzwischen war das erste sowjetische Strahltriebwerk TR1 fertig und wurde in ein eine frühere La-150 eingebaut, die daraufhin La-154 genannt wurde. Die La-160 Strelka war eine La 150 mit 35° Pfeilflügeln, wie man sie aus den erbeuteten deutschen Untersuchungen her kannte. Es war das erste sowjetische Pfeilflügelflugzeug. Die La-160 wurde zur La-15 weiter entwickelt, die dann in Serie gebaut wurde. Von der La-150 und ihren Ableitungen wurden insgesamt 15 Maschinen gebaut. Die Vorführung der neuen sowjetischen Düsenjäger zur Parade am 7.November 1947 über dem Roten Platz fand übrigens wegen schlechten Wetters nicht statt.
Lavochkin La-150
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Lavochkin La-150 M
Verwendung: Frontjäger
Baujahr: 1947
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein Strahltriebwerk RD-10 (Jumo 004B) mit achtstufigen Axialverdichter
Startleistung: 900 kp Schub (8,8 kN)
Dauerleistung: 830 kp (8,12 kN) in 7.000 m
Spannweite: 8,20 m
Länge: 9,42 m
größte Höhe: 2,86 m
Flügelfläche: 12,15 m²
V-Form:
Spurweite: 1,68 m
Leermasse: 2.059 kg
Startmasse normal: 2.961 kg
Startmasse maximal: 3.338 kg
Kraftstoff: 620 Liter
Flächenbelastung: 274,7 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,71 kg/kp
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 761 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000 m: 805 km/h
Marschgeschwindigkeit in 5.000 m: 772 km/h
Gipfelhöhe: 12.500 m
Steigleistung: 11,6 m/s
Steigzeit auf 1000 m: 1,45 min
Steigzeit auf 3.000 m: 4,5 min
Steigzeit auf 6.000 m: 9,1 min
Reichweite normal: 680 km
Landestrecke: 550 m
Flugdauer: 1h
Bewaffnung: zwei 23 mm Maschinenkanonen NS-23 mit je 120 Schuss
Bombenlast: keine

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