Autor: ek

Junkers T 22

Junkers T 22
1923 begann man in Dessau mit der Weiterentwicklung der T 21, indem man aus dem zweisitzigen Aufklärer eine Version als Jagdeinsitzer ableitete.
Hauptunterschied war, dass man den Tragflügel nun direkt auf den Rumpf setzte und vorn mit kleinen V-Stielen und hinten mit einem kräftigen I-Stiel gegen den Rumpf abstützte. Der vordere Sitz entfiel. Im hinteren Teil wurde das Tragflügelmittelstück zur besseren Sicht für den Piloten halbkreisförmig ausgeschnitten.
Die T 22 war ein einmotoriger, einsitziger Hochdecker mit festem Heckspornfahrwerk in typischer Junkers Ganzmetallbauweise. Der Tragflügel war dreiteilig, das Mittelstück wurde direkt auf dem Rumpf befestigt und einer I-Strebe zum Rumpf abgestützt. Die Außenflügel waren freitragend. Das Höhenleitwerk war mit je einer V-Strebe gegen den Rumpf abgestützt.
Der auf dem Rumpf befestigte Tragflügel verbesserte die Sicht für den Piloten nach oben, verschlechterte sie aber bei Start und Landung.
Das gesamte Flugzeug war mit Dural-Wellblech verschiedener Stärke beplankt.
Unter der Tarnbezeichnung ?Siegfried? begannen im Frühjahr 1923 die Konstruktionsarbeiten, die 9.000 Stunden bis zum Baubeginn der Prototypen betrugen. Es wurden zwei
Versuchsflugzeuge gebaut, die Werksnummern 407 und 408. Der Erstflug fand am 19.November 1923 in Dessau statt. Anschließend wurden die erste Maschine ausgiebig erprobt und dabei traten unangenehme Eigenschaften zu tage. Die Maschine neigte bei kräftigem Höhenrudergeben aus dem mit Vollgas beschleunigten Horizontalflug zu unkontrolliertem und ungewolltem Rollen um die Längsachse. Diese Autorotation konnte nur durch einen neuen Tragflügel mit geändertem Profil beseitigt werden.
Die Versuche und Erprobungen zogen sich aber über mehrere Monate hin, so dass die zweite T 22 erst im April 1924 flugbereit war.
Von der T 21 waren die beiden seitlich am Rumpf angebrachten Kraftstofftanks, die übrigens im Gefahrenfall abgeworfen werden konnten, übernommen worden. Die beiden Prototypen waren mit einem Sechszylinder Reihenmotor BMW IIIa mit 185 PS Startleistung ausgerüstet.
Der vorgesehene Nachbau in Fili unter der Bezeichnung H 22 als einsitziges Jagdflugzeug für die Rote Luftflotte kam nicht zustande.
Die beiden nach Fili transportierten Flugzeuge wurden dort noch mit zwei 7,62 mm Maschinengewehren bewaffnet und eingeflogen, doch bestanden sie im Herbst 1924 die sowjetische Musterprüfung nicht.
Junkers T 22 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Junkers T 22
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1924
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter stehender Sechszylinder-Reihenmotor BMW IIIa mit festem Zweiblatt-Holzpropeller Junkers
Startleistung: 185 PS (136 kW)
Dauerleistung: 150 PS (111 kW) in 3.000 m
Spannweite: 10,77 m
Länge: 6,70 m
größte Höhe: 2,30 m
Propellerdurchmesser: 2,50 m
Propellerfläche: 4,91 m²
Spurweite: 1,85 m
Flügelfläche: 15,00 m²
V-Form: +0,25°
Pfeilung der >Tragflächenvorderkante:
Streckung: 5,32
Wurzeltiefe: 1,78 m
Leermasse: 710 kg
Startmasse normal: 850 kg
Startmasse maximal: 940 kg
Tankinhalt: 280 Liter
Schmierstofftank: 25 Liter
Flächenbelastung: 62,67 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,08 kg/PS (6,90 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 224 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 244 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 200 km/h
Landegeschwindigkeit: 105 km/h
Startrollstrecke: 385 m
Landestrecke: 440 m
Gipfelhöhe: 7.000 m
Steigleistung: 6,0 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,0 min
Steigzeit auf 3.000 m: 15 min
Reichweite normal: 700 km
Reichweite maximal: 820 km
Flugdauer: 4,0 h
Bewaffnung: zwei 7,62 mm Maschinengewehre Spandau mit je 550 Schuß
Bombenlast maximal: keine

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