Autor: ek

Junkers Ju 46

Junkers Ju 46
Da eine planmäßige Atlantiküberquerung und damit eine direkte Postbeförderung per Flugzeug zwischen Deutschland und den USA Anfang der dreißiger Jahre technisch noch unmöglich war, suchte man nach Möglichkeiten die Beförderungszeit wenigstens teilweise zu verkürzen. So entstand in Zusammenarbeit zwischen der Luft Hansa und dem Norddeutschen Lloyd die Idee, mittels eines Flugzeuges, das von einem fahrenden Passagierdampfer aus starten sollte, die Post vorauszuschicken. Erste Versuche mit einem Heinkel Pressluftkatapult und einem Heinkel Postflugzeug HE-12 waren bereits 1930 auf dem Schnelldampfer Bremen unternommen worden. Auf den Schnelldampfern Bremen und Europa wurden zwischen den Schornsteinen eine schräg zur Schiffslängsachse nach Außenbord ragende Startschiene installiert, von der das Flugzeug mit laufendem Motor auf einem Schlitten, der mit Pressluft auf der 20 m langen Schiene bis auf 110 km/h beschleunigt wurde, in die Luft katapultiert wurde. Derart gestartet, traf das Flugzeug etwa 45 Stunden . vor dem Dampfschiff in New York ein. Seit dem Frühjahr 1932 sind dafür von der Lufthansa zwei Ju 46 (D-2244 und D-2271) eingesetzt worden. Da sich das Verfahren und vor allem die Flugzeuge bewährten, kamen 1933 zwei weitere hinzu und 1934 eine fünftes. Die Ju-46 war eine konstruktiv verstärkte Ableitung aus der bewährten und leistungsstarken W-34, die als Mehrzweckflugzeug auch bei der Lufthansa im Dienst war. Die Ju-46 war ein freitragender Ganzmetall-Tiefdecker mit geschlossenem zweisitzigem Cockpit und der bewährten Junkers Dural-Wellblechbeplankung. Gegenüber der W-34 hatte man wegen der auftretenden hohen Beschleunigungskräfte beim Katapultieren das Leitwerk vergrößert und die Schwimmwerkstreben verstärkt. Die Schwimmer waren zweistufig in Junkers Ganzmetallbauweise ausgeführt. Um bei eventuellen Notwasserungen besser gesehen zu werden, waren die Maschinen leuchtend rot lackiert. Als Triebwerk diente ein von BMW in Lizenz gebauter Pratt&Whitney Hornet.
Junkers Ju 46
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Junkers Ju 46
Verwendung: Katapult-Postflugzeug
Baujahr: 1933
Besatzung: 2 Mann
Passagiere: keine
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor BMW 132 E mit verstellbarem Zweiblatt-Metallpropeller Bauart Junkers-Hamilton
Startleistung: 650 PS (479 kW)
Dauerleistung: 600 PS (442 kW) in 3.500m
Spannweite: 17,80 m
Länge: 11,10 m
größte Höhe: 3,90 m
Schwimmerspurweite: 2,83 m
Propellerdurchmesser: 3,10 m
Mittlere Flächentiefe: 2,80 m
Flügelfläche: 44,00 m²
Propellerfläche: 7,54 m²
Flügelstreckung: 7,1
Trapezverhältnis: 2,25
V-Form: +4°
Pfeilform:
Leermasse: 2.070 kg
Startmasse normal: 3.200 kg
Kraftstoff: 1.400 Liter
Schmierstoff: 65 Liter
Flächenbelastung: 75,5 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,11 kg/PS (6,94 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 201 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 230 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000m: 190 km/h
Landegeschwindigkeit: 115 km/h
Gipfelhöhe: 4.250 m
Steigleistung: 4,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,4 min
Steigzeit auf 2.000m: 8,0 min
Steigzeit auf 3.000 m: 14,0 min
Reichweite normal: 1.840 km
Reichweite maximal: 2.050 km
Flugdauer maximal: 10 h
Kraftstoffverbrauch: 72 l/h
Schmierstoffverbrauch: 5 l/h
Startstrecke: 20 m (Länge der Katapultschiene)
Landestrecke: 330 m

Kommentare

Anzeige
FliegerWeb on Facebook:
empfohlen
 
 

Back to Top