Autor: ek

Junkers G.31

Junkers G.31
Ab der Mitte der zwanziger Jahre nahm der Passagierluftverkehr ständig zu. Um die entsprechenden höheren Kapazitäten zu erreichen, wurden Flugzeuge mit einer größeren Anzahl von Passagierplätzen gebraucht. Die zunehmenden Nachtflüge benötigten ebenfalls Flugzeuge mit einem höheren Schlafplatzangebot.
Deshalb entschied Professor Junkers eine größere Passagiermaschine zu entwickeln, wobei er von vornherein auch an eine Version als reine Frachtmaschine dachte.
Das neue Flugzeug sollte größer als die bewährte G.24 werden. Unter der Leitung von Chefkonstrukteur Ernst Zindel begann man im Herbst 1925 mit den Arbeiten an der G 31.
Die Maschine sollte in bewährter Junkers Bauweise als dreimotoriger Tiefdecker mit festem Heckradfahrwerk in Ganzmetallbauweise, wobei die Außenhaut wie bei ihren Vorgängern aus Aluminium Wellblech bestand.
Das Leitwerk gestaltete man neu, man entschied sich für ein doppeltes Seitenleitwerk das auf die Höhenflosse aufgesetzt war. Warum man diese seltene Konstellation wählte, ist nicht mehr nachvollziehbar, vielleicht hatte man auch eine militärische Variante vorgesehen, für die ein doppeltes Seitenleitwerk ein relativ freies Schussfeld nach hinten bedeutet hätte.
Die G31 war für 15 Passagiere ausgelegt, die Besatzung die im offenen Cockpit untergebracht war, bestand aus vier Mann.
Der Prototyp mit der Werksnummer 3000 startete am 13.September 1926 mit der zivilen Kennung D-1073 in Dessau zu seinem Erstflug. Als Triebwerke hatte er drei Junkers Motoren L5, die mit ihren 310 PS Startleistung sich aber als zu schwach erwiesen, so dass der Mittelmotor gegen einen BMW VI ausgetauscht wurde.
Ab der Werksnummer 3002 wurde eine geschlossene Kabine verwendet, diese Maschine wurde von der Luft Hansa im Februar
1928 als erste G 31 in Dienst gestellt. Wegen auftretender Schwingungen wurden die Seitenleitwerke mit einer weiteren Flosse als Stabilisator zusätzlich verbunden. Als Treibwerke wurden drei BMW Hornet eingebaut.
Insgesamt erhielt die Luft Hansa acht G31, die sie auf den Strecken Berlin-Paris, Berlin-Wien, Berlin-Kopenhagen, Berlin-Malmö, Berlin-Prag oder Berlin-Hamburg einsetzte.
1936 wurden fünf Maschinen ausgemustert und an das Reichsluftfahrtsministerium (RLM) zur besonderen Verwendung übergeben
Die G31 war das erste Flugzeug der Luft Hansa bei dem ein Steward für den Service mitflog. Am 24.Mai 1928 wurde die Werksnummer 3003 als das tausendste Junkersflugzeug fertiggestellt. Die Maschine ging nach Österreich an die OLAG. 1931 kaufte die Bulolo Gold Dregging Co. In Neuguinea zwei Maschinen als Transportflugzeuge, die Ausrüstungen, Verpflegung aber auch Personal zu den Goldgruben flogen. Weil sich die Maschinen gut bewährten kaufte man 1932 noch eine dritte G31. Vom Beginn des Einsatzes bis zum Juli 1938 transportierten die drei G 31 bei 2.285 Flügen 12.481 Tonnen Fracht und 11.201 Passagiere ohne Zwischenfälle.
Im Januar 1942 wurden die drei Maschinen bei einem japanischen Luftangriff auf Bulolo zerstört, lediglich die später angeschaffte vierte Maschine (VH-UOW) entkam dem Angriff, weil sie gerade unterwegs war. Im Oktober 1942 wurde sie an die 36. Schwadron in Darwin übergeben. Dort wurde sie in Stand gesetzt, flog aber nur noch kurze Zeit, bevor sie in Laverton mit der Dienstflugzeug des Luftfahrtministers kollidierte und als irreparabel verschrottet wurde.
Zwei weitere G31 waren nach Australien geliefert worden, die 1942 von Royal Australian Air Force als Transporter mit den Kennungen A44-2 und A-44-3 eingesetzt wurden.
Junkers G.31 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Junkers G.31
Verwendung: Verkehrsflugzeug
Baujahr: 1931
Besatzung: 4 Mann
Passagiere: 15
Nutzlast: 2.000 kg
Triebwerk: drei luftgekühlte 9 Zylinder Sternmotoren BMW Hornet mit verstellbarem Zweiblatt-Metall-Verstellpropeller
Startleistung: je 525 PS (387 kW)
Dauerleistung: je 490 PS (361 kW) in 4.000 m
Spannweite: 30,30 m
Spannweite Höhenleitwerk: 7,32 m
Spannweite Stabilisator Höhenleitwerk: 3,22 m
Länge: 17,28 m
Größte Höhe: 6,04 m
Propellerdurchmesser: 3,20 m
Propellerfläche: 8,04 m²
Spurweite: 4,46 m
Flügelfläche: 102,00 m²
V-Form äußere Tragflächen: 5,25°
Flügelstreckung: 9,00
Leermasse: 5.250 kg
Startmasse normal: 8.500 kg
Startmasse maximal: 8.990 kg
Tankinhalt: 1.500 Liter
Flächenbelastung: 88,14 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,71 kg/PS (7,75 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 198 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 211 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.000 m: 180 km/h
Landegeschwindigkeit: 100 km/h
Gipfelhöhe: 4.400 m
Steigleistung: 4,3 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 4,5 min
Steigzeit auf 3.000 m: 15,5 min
Reichweite normal: 1.050 km
Reichweite maximal: 1.350 km
Flugdauer: 7,5 h

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