Autor: ek

Hopfner Hirtenberg HM.13 34

Hopfner/Hirtenberg HM.13/34
 
1934 begann sich Herbert Lampich bei der Firma Flugzeugbau Hopfner GmbH in Aspern bei Wien, mit der Entwicklung eines Übungsjagdflugzeuges zu beschäftigen.
Dies geschah auf rein privater Basis, denn es lag keine entsprechende Anforderung der österreichischen Luftwaffe vor. Die Maschine war ein zweisitziger, einmotoriger Doppeldecker in Gemischtbauweise mit festem Spornradfahrwerk und abgestrebten Normalleitwerk. Der Rumpf bestand aus einer Stahlrohrkonstruktion die mit Sperrholz und im Bereich des Hecks mit Stoff verkleidet war. Nur im Motorbereich wurden Leichtmetallbleche verwendet. Die beiden offenen Pilotensitze waren hintereinander angeordnet und besaßen schräg gestellte Windschutzscheiben. Als Triebwerk sollte erst ein BMW VI mit 750 PS Startleistung verwendet werden, aber es gab Beschaffungsprobleme, so dass Lampich auf lieferbare Fiat A-20 Reihenmotoren zurückgreifen mußte. Als Bewaffnung war ein 7,9 mm Maschinengewehr Hotchkiss vorgesehen, das in der oberen Tragfläche eingebaut werden sollte und so über dem Propellerkreis hinweg schoss. Die zweiholmigen Tragflächen und das Leitwerk waren Holzkonstruktionen, die mit Sperrholz und Stoff verkleidet waren. Alle Ruder waren stoffbespannt. Die obere Tragfläche hatte ein kurzes Tragflächenmittelstück, das auf je zwei V-Streben über dem Rumpf ruhte. Die oberen und unteren Tragflächen waren durch je einen N-Stiel verbunden und
zusätzlich mit Stahlseilen ausgekreuzt. Auffällig war die große Staffelung der Tragflächen. Das Höhenleitwerk wurde durch eine Strebe zum Rumpf hin abgestützt. Das Fahrwerk war am Motorspant des Rumpfes angeschlagen und zusätzlich nach hinten zum Rumpf und zur Rumpfunterseite abgestrebt. Die Radkästen waren aerodynamisch günstig geformt. Mit der Übernahme der Firma Hopfner durch die Hirtenberger Patronen-, Zündhütchen- und Metallwarenfabrik AG in Hirtenberg wurde das halbfertig gestellte Flugzeug nach Hirtenberg gebracht, dort wurde es dann 1935 fertiggestellt und erhielt die Bezeichnung HM.13/34 oder auch HM.1334. Der Erstflug fand am 6.Juni 1935 statt und bei der folgenden Flugerprobung kam es zu keinen nennenswerten Vorfällen. Man stellte anschließend die Maschine der österreichischen Luftwaffe vor, aber das Interesse war gering, da man für die Jagdfliegerausbildung mehrere Fw 44J aus Deutschland beschafft hatte. Schließlich wurden Anfang 1936 doch drei Maschinen bestellt, die ab Sommer 1936 ausgeliefert wurden und die zivilen Kennungen OE-FAH (Werksnummer 52), OE-FEH (Werksnummer 53) und OE-FIH (Werksnummer 54) erhielten. Nach der Angliederung Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurden die drei Maschinen, wie alle österreichischen Militärmaschinen, von der Luftwaffe übernommen und an Jagdfliegerschulen in Süddeutschland weitergegeben. Das weitere Schicksal der HM.13/34 ist unbekannt.
 
Hopfner/Hirtenberg HM.13/34 (Archiv: Eberhard Kranz)
 
Technische Daten: Hopfner/Hirtenberg HM.13/34
 
Land: Österreich
Verwendung: Übungsflugzeug zur Jagdfliegerausbildung
Triebwerk: ein wassergekühlter stehender 12-Zylinder-V-Reihenmotor Fiat A-20 mit verstellbarem Zweiblatt-Holz-Propeller
Startleistung: 410 PS (302 kW)
Dauerleistung: 355 PS (282 kW) in 3.000 m
Besatzung: 1 Mann
Erstflug: 6.Juni 1935
 
Spannweite unten: 9,60 m
Länge: 8,45 m
größte Höhe: 3,03 m
Propellerdurchmesser: 2,50 m
Propellerfläche: 4,91 m²
Spurweite: 2,54 m
Flügelfläche: 27,80 m²
V-Form oben: 2,33°
V-Form unten: 2,66°
Streckung: 6,76
Staffelung: 1,08 m
Leermasse: 1.185 kg
Startmasse normal: 1.585 kg
Startmasse maximal: 1.695 kg
Tankinhalt: 345 Liter
Flächenbelastung: 60,97 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,13 kg/PS (5,61 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 258 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 272 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 245 km/h
Landegeschwindigkeit: 96 km/h
Gipfelhöhe: 6.000 m
Steigleistung: 7,3 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,4 min
Steigzeit auf 3.000 m: 9,5 min
Reichweite normal: 450 km
Reichweite maximal: 600 km
Flugdauer: 2,5 h
 
Bewaffnung: ein 7,9 mm Maschinengewehr Hotchkiss mit 500 Schuss. Bombenlast maximal: 40 kg
 
Text und technische Daten: Eberhard Kranz
 

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