Autor: ek

Hopfner HV.12 34

Hopfner HV.12/34
 
Im Vertrag von Saint-Germain, der 1920 unter anderem die territoriale Aufteilung der ehemaligen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn regelte, war Österreich der Flugzeugbau ausdrücklich verboten worden. Erst Ende 1924 wurde das Verbot gelockert, so dass in beschränktem Maße Kleinflugzeuge und gering motorisierte Flugapparate wieder gebaut werden konnten. Einer der Ersten, die wieder mit dem Flugzeugbau begannen, war der Ingenieur Theodor Hopfner, ein ehemaliger Militärflieger, der am Flugfeld Wien-Aspern 1925 in einer Baracke ein leichtes Passagierflugzeug konstruierte und mit zwei Mitarbeitern baute. Mit der Maschine, die die Bezeichnung HV2/24 und die offizielle Registrierung A-19 erhielt, bot er von Aspern aus Rundflüge über Wien an. Ende 1934 beauftragte Anton von Habsburg und Prinz von Lothringen Theodor Hopfner, ihm ein leichtes zweimotoriges Reiseflugzeug für 5 Passagiere zu entwickeln.
 
Konstruktionsmerkmale Hopfner HV.12/34
 
Der Entwurf, den der Konstrukteur Lampich bei der Flugzeugbau Hopfner GmbH im Frühjahr 1935 vorlegte, sah einen zweimotorigen Schulterdecker mit geschlossener Kabine und festem Heckradfahrwerk mit abgestrebten Höhenleitwerk vor und stellte das erste zweimotorige und außerdem das bisher größte Flugzeug der Firma dar. Die interne Bezeichnung war HV.12/34, aber auch HV.01234 wurde als Typenbezeichnung herbeigezogen. Der geräumige Rumpf war eine Stahlrohrkonstruktion, die im vorderen und mittleren Bereich mit Sperrholz und zum Heck hin mit Stoff verkleidet war. Die Passagierkabine bot fünf Fluggästen Platz und war luxuriös ausgestattet. Die zweiholmigen Tragflächen und das Leitwerk waren Holzkonstruktionen, die mit Sperrholz und Stoff verkleidet waren. Die Ruder waren stoffbespannt. Das Fahrwerk war an den Tragflächenholmen angeschlagen und ging durch die Motorverkleidung und besaß zwei Öldämpfer. Gegen den Rumpfboden war es mit je einer V-Strebe abgefangen. Die Radverkleidungen waren aerodynamisch geformt. Als Motoren waren zwei englische de Havilland Gipsy Major vorgesehen.
 
Erprobung, Einführung und Betrieb
 
Der Erstflug mit fand im August 1935 in Aspern statt, wobei die Maschine die Registrierung A-150 trug. Die Flugeigenschaften wurden als gut eingeschätzt und die erflogenen Leistungen entsprachen den Erwartungen. 1936 wurde die Registrierung in OE-DEA umgeändert. Von Aspern aus flog die HV.12/34 unregelmäßig als privates Reiseflugzeug, aber auch als leichtes Transportflugzeug. Nach der Annektierung Österreichs durch Deutschland 1938 war die Maschine noch vorhanden und erhielt die neue deutsche Registrierung D-OEEA. Später kam sie zur Flugzeugabteilung der Hirtenberger Patronenfabrik AG in Hirtenberg. Bei Kriegsausbruch sollte sie als Verbindungsflugzeug für die Luftwaffe verwendet werden, da es aber Probleme mit der Ersatzteilversorgung der englischen Motoren gab und eine Umrüstung auf deutsche Triebwerke zu aufwendig erschien, wurde die HV.12/34 stillgelegt. Das weitere Schicksal ist unbekannt.
 
Hopfner HV.12/34 (Archiv: Eberhard Kranz)
 
Technische Daten: Hopfner HV.12/34
 
Verwendung: Leichtes Verkehrsflugzeug, Reiseflugzeug
Triebwerk: zwei luftgekühlte hängende Vierzylinder Reihenmotoren de Havilland Gipsy Major mit festem Zweiblatt-Holz-Propeller
Startleistung: je 130 PS (96 kW)
Dauerleistung: je 105 PS (77 kW) in 3.000 m
Besatzung: 1 Mann
Passagiere: Maximal 5 Personen
Erstflug: August 1935
 
Spannweite: 14,10 m
Länge: 10,40 m
größte Höhe: 2,70 m
Propellerdurchmesser: 2,00 m
Propellerfläche: 3,14 m²
Spurweite: 3,02 m
Flügelfläche: 30,0 m²
V-Form:
Streckung: 6,63
Leermasse: 1.100 kg
Startmasse normal: 2.050 kg
Startmasse maximal: 2.160 kg
Nutzlast: 550 kg
Tankinhalt: 210 Liter
Flächenbelastung: 72,0 kg/m²
Leistungsbelastung: 8,31 kg/PS (11,28 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 186 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 205 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 170 km/h
Landegeschwindigkeit: 85 km/h
Gipfelhöhe: 4.800 m
Steigleistung: 2,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 6,25 min
Steigzeit auf 3.000 m: 25,0 min
Reichweite normal: 950 km
Reichweite maximal: 1.250 km mit reduzierter Nutzlast
Flugdauer: 6 h
 
Text: Eberhard Kranz
 

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