Autor: ek

Heston T.1 37

Heston T.1/37
 
Nachdem man sich in der Ausbildung der zukünftigen Piloten jahrelang auf die de Havilland DH 82 Tiger Moth und Miles M.14 Magister als Schulflugzeuge gestützt hatte, forderte das Air Ministry in seiner Ausschreibung T.1/37 ein zweisitziges Anfängerschulflugzeug als Eindecker und dem Sechszylinder-Reihenmotor de Havilland Gipsy Queen mit 205 PS Startleistung, um die Ausbildung effektiver und schneller zu absolvieren, da sich die internationale Lage ständig verschlechterte. Die Ausschreibung ging an Miles, Parnall, Airspeed, Percival und die Heston Aircraft Company in Hounslow. Middlesex. Miles reichte daraufhin seinen Entwurf M.15, Parnall den Typ 382 Heck und Airspeed die A.S. 36, Percival die S.20 und Heston sein Modell T.1/37 ein. Nach der Prüfung im Mai 1937 erhielten alle Firmen außer Airspeed und Percival, die es versäumt hatten ihre Vorschläge rechtzeitig einzureichen, Aufträge zum Bau dreier Prototypen. Die Heston war ein zweisitziger freitragender Tiefdecker mit festem Heckradfahrwerk und Normalleitwerk in überwiegender Holzbauweise, lediglich im Motorbereich hatte man eine Stahlrohrkonstruktion gewählt. Flugschüler und Fluglehrer saßen hintereinander, wobei der Sitz des Fluglehrers 15 cm höher platziert war, wodurch dieser eine bessere Sicht nach vorn erhielt. Beide Sitze waren normalerweise offen und hatten eine Windschutzscheibe, doch konnte eine bewegliche Kabinenabdeckung über den vorderen Sitz geschoben werden. Der Tragflügel bestand aus einer einholmigen Holzkonstruktion und verfügte über hydraulisch bewegte Ruder und Landeklappen. Das feste Hauptfahrwerk war aerodynamisch verkleidet. Der erste Prototyp mit der offiziellen Kennung L7706 war im Frühjahr 1938 fertiggestellt und nach einer kurzen Erprobung bei Heston ging die Maschine nach Martlesham Heath an die A&AEE (Aeroplane and Armament Experimental Establishment) zu weiteren Tests. Wegen der zunehmenden Kriegsgefahr wurde die A&AEE nach Boscombe Down an die Westküste verlegt, wo die Tests ab April 1939 stattfanden. Dabei zeigte sich, dass die Maschine deutlich schwerer ausgefallen war als berechnet, dadurch wurden die Leistungen, besonders bei Steigflug, deutlich verschlechtert, so dass man die Maschine selbst für den einfachen Kunstflug nicht verwenden konnte. Auch erwiesen sich die Langsamflugeigenschaften als schlecht, was sich besonders bei Start und Landung zeigte. Für weitere Versuchsflüge kam die L7706 nach Farnborough wo sie bis zum Juni 1940 verblieb und dann an Heston als unbrauchbar zurückgegeben wurde. Der zweite Prototyp L7709 wurde noch fertig gestellt aber nicht mehr geflogen und der dritte Prototyp P8804 wurde nicht mehr vollendet. Die ersten beiden Prototypen dienten bei Heston noch eine Zeit lang als Anschauungsmodelle für den Bau von Holzflugzeugen und als statische Erprobungsträger für neuartige Landeklappen und wurden schließlich verschrottet.
 
Heston T.1/37 (Archiv: Eberhard Kranz)
 
Technische Daten: Heston T.1/37
 
Verwendung: Anfängerschulflugzeug
Baujahr: 1938
Besatzung: 2 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter Sechszylinder-Reihenmotor de Havilland Gipsy Queen I mit festem Zweiblatt-Holz-Propeller
Startleistung: 205 PS (151 kW)
Dauerleistung: 175 PS (129 kW) in 3.000 m
 
Spannweite: 12,80 m
Länge: 9,65 m
größte Höhe: 2,39 m
Propellerdurchmesser: 2,30 m
Propellerfläche: 4,15 m²
Spurweite: 2,58 m
Flügelfläche: 21,10 m²
V-Form: 5,5°
Streckung: 7,76
Leermasse: 1.210 kg
Startmasse normal: 1.420 kg
Startmasse maximal: 1.475 kg
Tankinhalt: 120 Liter
Flächenbelastung: 69,90 kg/m²
Leistungsbelastung: 7,20 kg/PS (9,78 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 244 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 256 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 190 km/h
Landegeschwindigkeit: 104 km/h
Gipfelhöhe: 3.900 m
Steigleistung: 3,3 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 6,0 min
Steigzeit auf 3.000 m: 24,0 min
Reichweite normal: 650 km
Reichweite maximal: 790 km
Flugdauer: 3,5 h
 

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