Autor: ek

Heinkel He 74

Heinkel He 74
1933 entstand auf eine Ausschreibung des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) für ein einsitziges Fortgeschrittenenschulflugzeug und leichten Heimatschutzjäger die He 74. Obwohl ein Hochdecker gefordert war, entwarfen die Gebrüder Günter einen kleinen, eleganten Doppeldecker. Die Maschine war das kleinste bisher bei Heinkel gebaute Flugzeug. Es war aerodynamisch hochwertig ausgelegt, besonders die Flächen-Rumpfübergänge wurden durch Ausrundungen gut ausgebildet. Die He 74 war in Gemischtbauweise ausgelegt. Der ovale Rumpf war ein mit Sperrholzträgern verkleidetes Stahlrohrgerüst, das mit Stoff bespannt war. Die Tragflächen waren zweiholmig in Holzbauweise ausgeführt und wurden ebenfalls mit Stoff bespannt. Das Leitwerk war eine Sperrholz beplankte Holzkonstruktion, wobei das Höhenleitwerk mit einer Strebe zum Rumpf hin abgefangen wurde. Das Cockpit war offen und nur vorn und an den Seiten verglast. Die I-Stiele zwischen den Tragflächen waren aus Aluminium. Außerdem wurden die Tragflächen mit profilierten Stahldrähten ausgekreuzt. Bei dem Heckspornfahrwerk waren die Hauptfahrwerksbeine und die Radaufhängungen aerodynamisch mit Blech verkleidet. Der Oberflügel trug die Querruder, während am Unterflügel die reichlich bemessenen Landeklappen angebracht waren. Der Motor, ein Argus As 10 C Reihenmotor, war durch ein Brandschott vom übrigen Rumpf getrennt und im biegesteifen Motorträger elastisch aufgehängt. Oberhalb des Triebwerks war das synchronisierte MG 17 angebracht, das durch den Propellerkreis schoss. Der Erstflug fand am 15.März 1934 statt und zeigte, welches Potential in diesem winzigen Doppeldecker steckte. Trotzdem wurden nur drei Prototypen der Ausführung He 74a hergestellt, von der etwas stärker motorisierten Ausführung He 74b wurden fünf Exemplare gebaut, von denen zwei nach Japan exportiert wurden. Sieger der Heimatschützerausschreibung wurde übrigens die Focke Wulf Fw 56 Stösser.
Heinkel He 74
Archiv: Robert Kühni
Technische Daten: Heinkel He 74
Verwendung: Fortgeschrittenen- und Kunstflugschulflugzeug, Heimatschutzjäger
Baujahr: 1934
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter hängender 8 Zylinder V-Reihenmotor Argus As 10 C mit verstellbarem, zweiflügligen Metallpropeller
Startleistung: 240 PS (177 kW)
Dauerleistung: 200 PS (147 kW) in 1.000m
Spannweite oben: 8,15 m
Spannweite unten: 7,00 m
Länge: 6,45 m
größte Höhe: 2,20 m
Spurweite: 1,39 m
Propellerdurchmesser: 2,30 m
Propellerfläche: 4,16 m²
Flügelfläche oben: 8,95 m²
Flügelfläche unten: 6,00 m²
Flügelfläche gesamt: 14,95 m²
Flügelstreckung: oben 6,8 unten 7,8
V-Form: oben + 3° und unten +1°
Staffelung: 1,10m
Bruchlastvielfaches: 12
Leermasse: 730 kg
Startmasse: 1.017 kg
Kraftstoff: 130 Liter
Schmierstoff: 15 Liter
Flächenbelastung: 68,0 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,24 kg/PS (5,76 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 288 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 1.000m: 260 km/h
Reisegeschwindigkeit in 2000m: 203 km/h
Landegeschwindigkeit: 90 km/h
Gipfelhöhe: 6.200m
Steigleistung: 7,6 m/s
Steigzeit auf 1000 m: 2,2 min
Steigzeit auf 3000m: 8,6 min
Reichweite normal: 380 km
Reichweite maximal: 480 km
Flugdauer maximal: 2h 20 min
Kraftstoffverbrauch: 48,2 Liter /h
Startstrecke: 340 m
Startstrecke auf 15 m: 510 m
Landestrecke aus 15 m: 470 m
Bewaffnung: ein 7,9 mm Maschinengewehr MG 17 mit 300 Schuss

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