Autor: ek

Heinkel He 70

Heinkel He 70
1931 entstand bei Lockheed das schnelle Post- und Verkehrsflugzeug Orion, das eine Höchstgeschwindigkeit von 358 km/h erreichte. Damit hatte es einen erheblichen Geschwindigkeitsvorsprung gegenüber seinen europäischen Konkurrenten. Die Lufthansa hatte zwar bei Junkers die Ju 60 als Schnellverkehrsflugzeug in Auftrag gegeben, die aber durch ihre Wellblechbauweise nicht annähernd an diese Leistungen heran kam. Heinkel arbeitete an der He 65, einem 320 km/h schnellem Verkehrsflugzeug für die Lufthansa, als er die Nachricht erhielt, das die Swissair die Orion in Dienst genommen hatte. Sofort begannen die Brüder Siegfried und Walter Günther mit Einwilligung der Lufthansa mit der Umkonstruktion der He 65, die gründlich aerodynamisch überarbeitet wurde. Man reduzierte die Übergangswiderstände der elliptischen Tragflächen zum Rumpf, in dem man einen Knickflügel anwendete, die Beplankungsbleche stumpf aneinander stoßen ließ und versenkte Nieten verwendete. Das Fahrwerk war als Einziehfahrwerk ausgelegt und als Motor kam ein BMW VI mit Heißkühlung zum Einbau. Die Maschine wurde für 5 Passagiere und einen Piloten ausgelegt. Der Erstflug fand am 1.12.1932 anlässlich des 10 jährigen Firmenjubiläums der Heinkelwerke statt. Für die Zulassung der He 70 wurden am 14. Januar 1933 durch die DVL 377 km/h Höchstgeschwindigkeit bei der He 70 V1 gemessen. In kurzer Zeit erzielte man mit der He 70 mehrere internationale Rekorde, so erreichte man am 22.3.1933 mit 500 kg Last über 1.000 km eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 347,477 km/h. Die Lufthansa bestellte insgesamt 27 He 70 der Baureihen A; E und G. Eine Maschine wurde nach Großbritannien exportiert und diente bei Rolls Royce zur Triebwerkserprobung und Supermarine als Technologieträger für Schnellflugzeuge. Der elliptische Flügel der He 70 erschien nicht zufällig bei Spitfire wieder. Natürlich war die schnelle He 70 auch für die Luftwaffe interessant, sie wurde als schneller Aufklärer und leichter Bomber in den Baureihen B; D, E und F eingesetzt. 18 Maschinen wurden an die Legion Condor geliefert und bei der Aufklärungseinheit A/88 eingesetzt. Die Maschinen waren mit zwei 7,92 mm Maschinengewehren MG 17 bewaffnet und konnten 300 kg Bomben befördern. Insgesamt wurden 122 He 70 aller Baureihen gefertigt. Ungarn bestellte 20 Maschinen mit einem 14 Zylinder Sternmotor Gnome Rhone 14 K Mistral unter der Bezeichnung He 170 und baute später noch 72 He 170 bei Manfred Weiss in Lizenz. Eine Weiterentwicklung mit einem 12 Zylinder Reihenmotor Daimler Benz DB 601 wurde 1939 nur als Prototyp gebaut.
Heinkel He 70
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Heinkel He 70G
Verwendung: Schnellverkehrsflugzeug
Baujahr: 1934
Besatzung: 1 Mann
Nutzlast: 5 Passagiere oder maximal 930 kg Zuladung
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter stehender 12 Zylinder Reihenmotor BMW VI 7.3 Z mit Zweiblatt-Metall-Verstellpropeller VDM
Startleistung: 750 PS (552 kW)
Dauerleistung: 500 PS (368 Spannweite: 14,80 m

Länge: 12,00 m
größte Höhe: 3,10 m
Propellerdurchmesser: 3,20 m
Flügelfläche: 36,50 m²
Propellerfläche: 8,04 m²
Flügelstreckung: 6,0
V-Form: +5°
Leermasse: 2.530 kg
Startmasse normal: 3.330 kg
Kraftstoff: 420 Liter
Schmierstoff: 40 Liter
Flächenbelastung: 94,80 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,61 kg/PS (6,26 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 360 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 372 km/h
Reisegeschwindigkeit in 2.000m: 335 km/h
Landegeschwindigkeit: 105 km/h
Gipfelhöhe: 5.500 m
Steigleistung: 7,55 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,4 min
Steigzeit auf 2.000 m: 5,5 min
Steigzeit auf 4.000 m: 15,0 min
Reichweite normal: 900 km
Reichweite maximal: 1.250 km
Flugdauer maximal: 4h 30 min
Kraftstoffverbrauch: 120 l/h (Sparleistung) 160 l/h (Reiseleistung)
Startstrecke: 350 m
Landestrecke: 260 m

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