Autor: ek

Heinkel He 280

Heinkel He-280
Um ein sicheres und leistungsfähigeres Strahltriebwerk zu bekommen, ließ Heinkel die Entwicklung des He S 3B, das in der He 178 eingebaut war, konsequent weiterführen, da er von der Zukunft dieser Antriebsart überzeugt war. Die Entwicklung wurde größtenteils auf privater Basis betrieben, da das RLM (Reichsluftfahrtsministerium) noch wenig Interesse zeigte. So entstand das Triebwerk He S 8A. Die errechneten Leistungen waren so vielversprechend, dass Heinkel sofort einen Entwicklungsauftrag des RL zu einem zweimotorigen TL-Jäger erhielt, der die Typenbezeichnung He 180 zugeteilt bekam. Am 20.Juni 1939 begannen die Arbeiten an der Attrappe, aus der später die He 280, das erste Strahltriebwerk-Jagdflugzeug der Welt wurde. Viele technische Probleme bei der Zellenfertigung, so bekam die Maschine von Anfang an ein Bugradfahrwerk, und vor allem bei den Triebwerken verzögerten die Fertigstellung des Prototyps. Nachdem die Zelle fertig gestellt war, fand am 22.September 1940 der erste Freiflug ohne Triebwerke statt, indem man die He 280 mit einer He111 auf 4000m Höhe schleppte und dort ausklinkte. Inzwischen waren die Triebwerke ebenfalls fertig und wurden ebenfalls unter einer He 111 im Flug getestet. Nachdem es zu keinen größeren Problemen mehr kam, baute man die Triebwerke an die He 280 und am 02.04.1941 startete Werkspilot Schäfer zum Erstflug, der zufrieden stellend verlief. Die Serienfertigung sollte 9 weitere Versuchsmuster und 13 Vorserienmaschinen He 280A-1 umfassen. Die guten Ergebnisse der He 280V2 und V3 veranlassten aber das RLM, eine Serie von 300 Maschinen He 280 B-1 in Auftrag zu geben. Da Heinkel über keine Fertigungskapazitäten verfügte, sollten die Maschinen bei Siebel gefertigt werden. Zwischenzeitlich war aber das Interesse des RLM an den Flugzeugen, die erst 1943-44 serienreif werden würden, stark gesunken, da man fest davon überzeugt war, dass der Krieg bereits gewonnen sei und die in der Fertigung befindlichen Muster bis Kriegsende dafür leistungsmäßig ausreichten. So wurden schließlich nur 9 Versuchsmuster gefertigt, die zur Triebwerkserprobung dienten. Gleichzeitig erhielt Messerschmitt aber den Entwicklungsauftrag für die Me 262, die zu der Zeit nur als Grobskizze auf dem Reißbrett existierte. So wurde wertvolle Entwicklungsarbeit und Entwicklungszeit vergeudet, da Messerschmitt praktisch noch einmal von vorn mit der Entwicklung eines Strahljägers begann.
Heinkel He-280
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Heinkel He-280 V5
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1942
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: 2x Turbinenluftstrahltriebwerke Heinkel-Hirth He S8A
Standleistung: 750 kp Schub
Dauerleistung: 600 kp Schub in 8.000m
Spannweite: 12,20 m
Länge: 10,40 m
größte Höhe: 3,06 m
Flügelfläche: 21,5 m²
V-Stellung: +2,5°
Leermasse: 3.055 kg
Startmasse: 4.300 kg
Kraftstoff: 910 Liter
Flächenbelastung: 200,0 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,16 kg/kp Schub
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 780 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 6.000 m: 820 km/h
Reisegeschwindigkeit in 10.000 m: 760 km/h
Landegeschwindigkeit: 140 km/h
Gipfelhöhe: 11.500 m
Steigleistung: 19,1 m/s
Steigzeit auf 1000 m: 50 s
Steigzeit auf 10.000 m: 9,0 min
Reichweite normal: 650 km
Startstrecke: 850 m
Startstrecke auf 15 m: 1.100 m
Landestrecke aus 15 m: 970 m
Bewaffnung: drei 20 mm Kanonen MG151 mit je 300 Schuß im Rumpfbug

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