Autor: ek

Heinkel He 118

Heinkel He 118
Im Januar 1935 schrieb das Technische Amt auf Anweisung von Ernst Udet einen Konstruktionswettbewerb für einen einmotorigen, zweisitzigen Sturzkampfbomber aus. Entwicklungsaufträge gingen an die Firmen Arado, Hamburger Flugzeugbau, Heinkel und Junkers. Daraus entstanden die Ar 81, die Ha 137, die He 118 und die Ju 87. Aufgabe war es, eine 500 kg Bombe mit größtmöglicher Genauigkeit durch Sturzflug ins Ziel zu bringen. Gleichzeitig sollte das Flugzeug die Leistungen einer Jagdmaschine besitzen. Da es noch keinen entsprechend leistungsfähigen deutschen Flugmotor gab, wurde allen Teilnehmern vorerst der Rolls Royce ?Buzzard? mit 920 PS Startleistung vorgeschrieben. Bei Heinkel wurde Heinrich Hertel mit der Entwicklung des Flugzeuges betraut. Die Konstruktion sah einen freitragenden Mitteldecker in Ganzmetallbauweise vor, wobei der Rumpf mit ovalem Querschnitt als Schalenrumpf ausgeführt war. Die zweiholmigen Tragflügel erhielten die für Heinkel typische elliptische Form und wurden als Knickflügel an den Rumpf angeschlossen. Eine Besonderheit waren die als Sturzflugbremsen dienenden Wölbungsklappen zwischen Querruder und Rumpf. Das Fahrwerk war als ein einziehbares Heckradfahrwerk ausgeführt. Die zweisitzige, offene Kabine war auf den Rumpf gesetzt und bot dadurch sehr gute Sicht. Das Leitwerk war eine freitragende Holzkonstruktion. Für den Einsatz als Sturzkampfbomber hatte man eine Abfangautomatik in Verbindung mit den Sturzflugbremsen und einer automatischen Propellerverstellung entwickelt. Die He 118 V1 (D-IKYM) startete im Januar 1936 zum Erstflug. Die Flugleistungen ließen zu wünschen übrig, so dass man die Tragflächen durch neu konstruierte ersetzen musste. Der zweite Erstflug fand dann im März 1936 statt; die Maschine hieß nun D-UKYM. Die He 118 V3 erhielt dann den neu entwickelten Daimler Benz DB 600 C und ging nach der Werkserprobung nach Rechlin, wo das Vergleichsfliegen im Juni 1936 stattfand. Der Heinkel Pilot Heinrich traute sich nicht, die He118 V3 im Sturzflug vorzuführen, er zeigte nur Bahnneigungsflüge, da die Abfangautomatik noch nicht sicher funktionierte, während die Ju 87 praktisch senkrecht nach unten stürzte. Udet selbst war von der He 118 mehr angetan, deshalb wollte er sie am 27.Juni 1936 noch einmal vor der Entscheidung fliegen, er versäumte aber, die automatische Blattverstellung auszuschalten, so dass es zum Absturz kam, den Udet zwar unverletzt überstand, der aber das Ende der He 118 bedeutete. Insgesamt wurden fünf V und acht Vorserienmaschinen (He 118 A-0) gebaut. Japan erwarb 1938 die Lizenz der He 118 und erhielt dazu die beiden Mustermaschinen V4 und V5. Die V2 blieb bei Heinkel und diente später als fliegender Versuchsstand für das erste Strahltriebwerk He S 3A. Die restlichen Maschinen gingen an verschiedene A/B Schulen der Luftwaffe. Die Sturzkampfgeschwader wurden mit der Ju 87 als Einheitsstuka ausgerüstet.
Heinkel He 118
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Heinkel He 118 A-01
Land: Deutschland
Verwendung: Sturzkampfflugzeug
Baujahr: 1937
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter hängender 12 Zylinder V Reihenmotor Daimler Benz DB 600 C K mit automatisch verstellbaren Dreiblatt-Metallpropeller VDM
Startleistung: 910 PS (670 kW)
Dauerleistung: 850 PS (596 kW) in 2.700 m
Besatzung: 2 Mann
Erstflug: Januar 1936
Spannweite: 15,10 m
Länge: 11,80 m
größte Höhe: 4,20 m
Spurweite: 3,34 m
Propellerdurchmesser: 3,50 m
Flügelfläche: 37,70 m²
Propellerfläche: 9,62 m²
V-Form: an der Flügelwurzel -15° ab dem Knick +5,5°
Leermasse: 2.705 kg
Startmasse normal: 4.120 kg
Kraftstoff: 600 Liter
Schmierstoff: 40 Liter
Flächenbelastung: 117,0 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,84 kg/PS (6,57 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 322 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 388 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 6.000 m: 395 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000m: 335 km/h
Landegeschwindigkeit: 115 km/h
Gipfelhöhe: 8.800 m
Steigleistung: 5,5 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,8 min
Steigzeit auf 2.000m: 6,1 min
Steigzeit auf 4.000 m: 12,8 min
Reichweite normal: 920 km
Reichweite maximal: 1250 km
Flugdauer maximal: 4,0 min
Kraftstoffverbrauch: 227 l/h (Marschleistung)
Startstrecke: 340 m
Startstrecke bis 15 m: 570 m
Landestrecke: 270 m
Landestrecke aus 15 m: 500 m
Bewaffnung: zwei 7,9 mm Maschinengewehre MG 17 mit je 525 Schuss in den Tragflächen und ein schwenkbares 7,9 mm Maschinengewehr MG 15 im hinteren Teil der Kabine mit 500 Schuss,
Bombenlast: 1 x 500 kg

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