Autor: ek

Heinkel He 116

Heinkel He 116
1936 forderte die Lufthansa ein Langstreckenflugzeug das vorwiegend als Postflugzeug eingesetzt werden sollte. Die Ausschreibung ging an den Hamburger Flugzeugbau und an Heinkel. Während der Hamburger Flugzeugbau sich für die Auslegung als viermotoriges Schwimmerflugzeug, die spätere Ha 139, entschied, da hier die Überquerung des Atlantik im Vordergrund stand, war Heinkel die Aufgabe gestellt worden, ein Fernostflugzeug zu entwickeln. Also entschied man sich ursprünglich für ein zweimotoriges Landflugzeug in Gemischtbauweise mit einziehbarem Spornradfahrwerk. Der Rumpf war aus Aluminium dichtgenietet, um im Ernstfall schwimmfähig zu bleiben, die Tragflächen und das Höhenleitwerk stellten Holzkonstruktionen dar. Da die Flugstrecke nach Osten wegen der zu überfliegenden Gebirge teilweise eine große Flughöhe verlangte, sollten zwei Höhenmotoren von ca. 500 PS verwendet werden, Diese gab es in Deutschland aber nicht, sodass die Maschine mit vier Triebwerken geringer Leistung ausgerüstet werden musste. Der Erstflug fand am 16.August 1937 statt. Die He 116 zeigte so gute Flugeigenschaften, dass eine Kleinserie von acht He 116 für die Lufthansa gebaut wurde. Diese Maschinen waren bis März 1938 fertig gestellt. Japan interessierte sich auch für den Typ und kaufte für die Fluggesellschaft Mausynkohkuh Kaisa zwei Exemplare, die am 23.April 1938 von Berlin Tempelhof über 15.337 km nach Tokio überführt wurden, wobei die Flugzeit 54 Stunden und 17 Minuten betrug. Aus der He 116 wurde ein Langstrecken-Rekordflugzeug abgeleitet, indem man die Spannweite um 3 m vergrößerte. Mit dieser Maschine He 116 R, D-ARFD Rostock, sollte eine Flugstrecke von 10.000 km zurückgelegt werden. Der erste Versuch scheiterte, aber am 30.Juli 1938 konnten die 10.000 km in 46 Sunden und 18 Minuten durchflogen werden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 216 km/h entsprach. Durch diese Leistung wurde die He 116 für die Luftwaffe interessant, denn man benötigte dringend einen Fernaufklärer und Fernbomber. Zu diesem Zweck wurde bei zwei Lufthansamaschinen der Rumpfbug geändert, man baute eine Vollsichtglaskanzel, ähnlich der He 111 an. Die Version wurde He 116 B genannt und in fünf Exemplaren (V9-V14) gebaut. Durch die schwachen Motoren waren die erzielten Leistungen für einen militärischen Einsatz aber zu gering. So wurde das Programm im Frühjahr 1939 abgebrochen. Die fünf Maschinen dienten als Schulflugzeuge für Besatzungen zur Luftbildvermessung und wurden auch als Kurierflugzeuge eingesetzt. Insgesamt wurden 14 He 116 gebaut, davon acht zivile He 116 A, eine He 116 R und fünf militärische He 116 B.
Heinkel He 116
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: He 116 A
Verwendung: Langstrecken-Postflugzeug
Baujahr: 1938
Besatzung: 4 Mann
Nutzlast: 450 kg
Triebwerk: vier luftgekühlte hängende 8 Zylinder Reihenmotoren Hirth HM 508 C mit Höhenlader und Zweiblatt-Metall-Verstellpropeller VDM
Startleistung: 270 PS (199 kW)
Dauerleistung: 244 PS (180 kW) in 4.700 m
Spannweite: 22,00 m
Länge: 13,70 m
größte Höhe: 3,80 m
Propellerdurchmesser: 2,25 m
Flügelfläche: 62,90 m²
Propellerfläche: 3,98 m²
Flügelstreckung: 7,70
V-Form: +3°
Leermasse: 4.050 kg
Startmasse normal: 7.046 kg
Kraftstoff: 2.650 Liter
Schmierstoff: 110 Liter
Flächenbelastung: 113,5 kg/m²
Leistungsbelastung: 7,34 kg/PS (9,97 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 325 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 375 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000 m: 355 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000m: 355 km/h
Landegeschwindigkeit: 105 km/h
Gipfelhöhe: 6.600 m
Steigleistung: 4,45 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 4,0 min
Steigzeit auf 4.000m: 16,5 min
Steigzeit auf 6.000 m: 32,0 min
Reichweite normal: 3.550 km
Reichweite maximal: 4.200 km
Flugdauer maximal: 15h 40 min
Kraftstoffverbrauch: 165 l/h (Sparleistung) 220 l/h (Reiseleistung)
Startstrecke: 460 m
Landestrecke: 310 m

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