Autor: ek

Gotha Go 244

Gotha Go 244
Die Ju 52/3m war das Standardtransportflugzeug der deutschen Luftwaffe von 1935 bis 1945. Es gab mehrere Versuche ein geeignetes Nachfolgermodell zu entwickeln, wie zum Beispiel die Ju 252, Ju352 oder die Arado Ar 232. Die Gothaer Waggonbau AG, die seit 1934 wieder im Flugzeugbau tätig war, baute in großen Stückzahlen Lastensegler für die Luftwaffe.. Zuerst nur in Lizenz die DSF 230. Später begann man im Winter 1939/40 unter Chefkonstrukteur Kalkert mit den ersten Entwürfen für einen eigenen, größeren Lastensegler Go 242. Im Rahmen der geplanten Landung in England wurde die Entwicklung forciert und Anfang 1941 konnten die ersten Prototypen getestet werden. Die Maschinen entsprachen den Anforderungen und die Go 242 wurde zum Serienbau freigegeben. Schon in der Entwurfsphase wurde eine eventuelle spätere Motorisierung berücksichtigt. Das Flugzeug war ein in Gemischtbauweise ausgeführter Hochdecker mit zentralem, kastenförmigen Gondelrumpf und zwei Leitwerksträgern, die je ein Seitenleitwerk und das Höhenleitwerk trugen. Die Rumpfgondel bestand aus einer Stahlrohrkonstruktion die mit Stoff bespannt war, Leitwerksträger und Tragflächen waren Holzkonstruktionen. Das gesamte Heck der Rumpfgondel konnte zum Beladen nach oben geklappt werden, so dass sperrige Lasten, die mit der Ju 52/3m nicht transportierbar waren, bequem verladen werden konnten. In die vordere Verlängerung der Leitwerksträger wurden nun zwei Motoren eingebaut und das Fahrwerk in ein festes Dreibein-Bugradfahrwerk geändert, wobei die Achse des Hauptfahrwerks einfach unter dem Rumpf durchlief. Das so entstandene Flugzeug erhielt die Bezeichnung Go 244. Zur Motorisierung wurden drei Möglichkeiten vorgeschlagen und praktisch getestet. Die Go 244 V1 erhielt luftgekühlte 9 Zylinder Sternmotoren BMW 132 Z mit 660 PS Startleistung, die Go 244 V2 erbeutete sowjetische 9 Zylinder Sternmotoren M-25 mit 750 PS Startleistung und die Go 244 V3 französische 14 Zylinder Doppelsternmotoren Gnome Rhone 14M mit 700 PS Startleistung. Die besten Leistungen brachte die Go 244 V2, nur war die Anzahl der vorhandenen Beutemotoren zu gering, so dass man sich für das französische Triebwerk, das ja in Serie gebaut wurde, entschied. Die Fertigung der Go 244 fand in Budweis (Tschechoslowakei) statt. 1942 wurden insgesamt 133 Go 244 als Go 244 B und C gebaut und an die KGrzbV 104 in Griechenland und KGrzbV 106 auf Kreta ausgeliefert. Die verwendeten Triebwerke erwiesen sich aber als zu schwach und zu störanfällig, so dass die Go 244 nicht den Erwartungen entsprach. Im November 1942 erhielt noch die 7./TG4 in Südrussland die Go 244, die ebenfalls keine guten Erfahrungen machte. Bereits im September 1942 wurde deshalb die Fertigung nach nur 133 Exemplaren wieder eingestellt, obwohl die konstruktive Auslegung modern und effizient war. Das Konzept wurde dann nach dem zweiten Weltkrieg bei der Nord 2500 Nordatlas vorbildlich umbesetzt.
Gotha Go 244
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Gotha Go 244 B-2
Verwendung: mittleres Transportflugzeug
Baujahr: 1942
Besatzung: 2 Mann
Triebwerk: zwei luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotoren Gnome Rhone 14M-4/5 mit Dreiblatt- Verstellpropeller, einige Maschinen auch mit feststehendem Vierblattpropeller
Startleistung: 700 PS (516 kW)
Dauerleistung 660 PS (486 kW) in 4.000 m
Nutzlast: 2.000 kg oder 23 voll ausgerüstete Soldaten
Spannweite: 24,50 m
Spannweite Höhenleitwerk: 6.48 m
Länge: 15,80 m
größte Höhe: 4,60 m
Propellerfläche: 10,06 m²
Spurweite: 3,44 m
Flügelfläche: 62,40 m²
V-Form: +4°
Leermasse: 5.140 kg
Startmasse normal: 6.870 kg
Startmasse maximal: 7.945 kg
Tankinhalt: 1.200 Liter
Flächenbelastung: 127,32 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,68 kg/PS (7,71 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 278 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 290 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 270 km/h
Landegeschwindigkeit: 120 km/h
Gipfelhöhe: 7.650 m
Steigleistung: 4,5 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,75 min
Steigzeit auf 3.000 m: 13,5 min
Reichweite normal: 740 km
Reichweite maximal: 1.200 km
Flugdauer: 4,5 h
Bewaffnung: vier 7,92 mm Maschinengewehre MG 15 mit je 1.250 Schuss sowie Halterungen zum zusätzlichen Einbau von vier 7,92 mm MG 34

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