Autor: ek

Gotha Go 229 (Horten H IX, Horten Ho 229)

Gotha Go 229 (Horten H IX, Horten Ho 229)
 
Die Brüder Reimar und Walter Horten waren die Vorreiter des Nurflügelflugzeuges in Deutschland. Ihre Segelflugzeuge waren berühmt und erreichten Leistungen, die für die damalige Zeit absolute Höchstleistungen darstellten, wie zum Beispiel eine Gleitzahl von 40. 1943 beschaffte sich Walter Horten in seiner Funktion als Referent für einmotorige Jäger beim Luftwaffenstab, die Leistungskurven und Einbauzeichnungen des Tl Triebwerks Jumo 004 und sofort beendete man die Arbeiten an der H VII (RLM-Nummer 8-226, später 8-254) und beschäftigte sich mit der Aufgabenstellung, die Hermann Göring 1943 der Luftfahrtindustrie gestellt hatte, nämlich ein Flugzeug zu konstruieren, das 1.000 km/h schnell sein sollte, 1.000 km Eindringtiefe haben sollte und 1.000 kg Bomben tragen sollte. Der Entwurf sah einen Horten typischen Nurflügler in Gemischtbauweise vor, als Antrieb sollten zwei BMW 003 TL-Triebwerke verwendet werden. Als diese dann nicht zur Verfügung standen, wurde die Maschine auf den Einbau von 2 Jumo 004 umkonstruiert. 1943 gab Göring den Auftrag, binnen 6 Monate ein motorloses Exemplar herzustellen. Die Gebrüder Horten gründeten zu diesem Zweck die Horten Flugzeugbau GmbH in Göttingen, die aus dem Kommando IX hervorging. Am 28.02.1944 führte Heinz Scheidhauer den Erstflug der antriebslosen H IX durch, drei Monate später sollte nun bereits die V2 mit Turbinen fliegen. Die Erprobung wurde nach Oranienburg verlegt. Um schneller zu Ergebnissen zu kommen, hatte man auch auf vorhandene Teile zurückgegriffen, so war das Bugradfahrwerk ein Spornfahrwerk der He 177 und das Hauptfahrwerk stammte von der Me 109. Inzwischen war die Maschine am 12.03.1945 in das Jägernotprogramm aufgenommen worden. Der Serienbau sollte von der Gothaer Waggonfabrik durchgeführt werden. Die Maschine wurde nun offiziell als Go 229 bezeichnet. Der erste Testflug mit Turbinen fand am 02.02.1945 in Oranienburg statt, Pilot war Erwin Zeller. Am 18.02.1945 fand bei nicht optimalem Wetter der dritte Testflug statt. Nach 45 Flugminuten versuchte Ziller aus großer Höhe kommend, durch Andrücken eine ausgegangene Turbine wieder zu starten. Dabei verlor er die Kontrolle über die Maschine und stürzte ab. In Friedrichsroda war inzwischen die V3 als erste Go 229 fast fertig gestellt worden, als am 14.04.1945 das VIII. Corps der 3. US-Army die Stadt besetzte. Die V3 wurde mit der Beutenummer T2-490 per Schiff in die USA gebracht. In Gotha wurden weitere Maschinen in unterschiedlichen Baufortschritten sichergestellt. Die V3 existiert übrigens heute noch und soll durch das National Air and Space Museum mit deutscher Hilfe restauriert werden. Schließlich hat die Maschine in der B2 nach 50 Jahren einen Nachfahren bekommen. Die Versuchsmaschinen V1-V3 waren unbewaffnet, erst die V6 sollte die vorgesehene Bewaffnung von 4 30mm MK 108 erhalten und gleichzeitig erstes Vorserienmuster sein.
 
 
 
 
 
Technische Daten: Gotha Go 229 V6
 
Verwendung: Jagdflugzeug, Jagdbomber
Baujahr: 1945
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: 2x Turbinenluftstrahltriebwerke Junkers Jumo 004B-2
Standleistung: 900 kp Schub
Dauerleistung: 800 kp Schub in 8.000m
 
Spannweite: 16,76 m
Länge: 7,47 m
größte Höhe: 2,81 m
Flügelfläche: 51,8 m²
Flügelpfeilung: 32°
V-Stellung: +3°
Leermasse: 4.844 kg
Startmasse normal: 7.510 kg
Startmasse maximal: 8.480 kg
Kraftstoff: 1.510 Liter
Flächenbelastung: 163,7 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,71 kg/kp Schub
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 950 km/h (Mach 0,77)
Höchstgeschwindigkeit in 12.000 m: 977 km/h (Mach 0,92)
Reisegeschwindigkeit in 10.000 m: 690 km/h
Landegeschwindigkeit: 130 km/h
Gipfelhöhe: 12.500 m
Steigleistung: 22,0 m/s
Steigzeit auf 1000 m: 46 s
Steigzeit auf 10.000 m: 8,0 min
Reichweite normal: 1.510 km
Startstrecke: 860 m
Startstrecke auf 15 m: 1.170 m
Landestrecke aus 15 m: 980 m
 
Bewaffnung: 4 30 mm Kanonen MK108 mit je 100 Schuß im Rumpfbug und den Flügelwurzeln und 2 x Abschussroste für je 12 R4M ungelenkte Luft-Luft-Raketen unter den Tragflächen oder
Bombenlast: 2x 500 kg Sprengbomben unter den Tragflächen

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