Autor: ek

Gloster F.9 37

Gloster F.9/37
 
Im Jahre 1937 erließ das Air Ministry die Ausschreibung F.9/37, die einen einsitzigen, zweimotorigen Nachtjäger, der aber auch in der Tagjagd als schweres Jagdflugzeug einsetzbar sein sollte, forderte. Als Leistungsparameter schrieb man eine Höchstgeschwindigkeit von 540 km/h in 4.700 m und 510 km/h in 6.500 m, 10.500 m Dienstgipfelhöhe und eine Flugdauer von 2 Stunden. Als Bewaffnung waren sechs 20 mm Maschinenkanonen British Hispano mit je 80 Schuß zu verwenden. Auf diese Spezifikation hin entstanden die Typen Bristol 156 Beaufighter und Gloster F.9/37. Die F.9/37 wurde von W.G. Carter verantwortlich entwickelt und war ein Ganzmetall-Tiefdecker mit einziehbarem Heckradfahrwerk und geteiltem Höhenleitwerk, das aus zwei Endscheiben bestand. Als Antrieb sah man den 14 Zylinder Sternmotor Bristol Taurus T-S(a) mit je 1.060 PS Startleistung vor. Der Rumpf war eine Schalenkonstruktion aus Spanten und Duralbeplankung. Die Flügel waren einteilig ausgeführt, die Spaltklappen aus Dural wurden hydraulisch bewegt. Lediglich die Ruder waren stoffbespannt. Die Bewaffnung von zwei Maschinenkanonen und vier Maschinengewehren war in den Flügelwurzeln außerhalb des Propellerkreises und im Rumpfbug untergebracht. Das Air Ministery bestellte Anfang 1938 zwei Prototypen. Der erste Prototyp (L7999) flog am 3.April 1939 zum ersten Male und erzielte sehr gute Ergebnisse. So war die erreichte Höchstgeschwindigkeit von 360 mph (ca.580 km/h), die höchste bis dahin von britischen Jägern erreichte. Es zeigte sich, dass, die Maschine sehr manövrierfähig war und sich exzellent fliegen ließ. Nach einem schweren Landeunfall im Juli 1939 wurde die Maschine 1940 neu motorisiert, allerdings verwendete man dazu die Bristol Taurus T-S(a)-IIIs, die nur über je 900 PS Startleistung verfügten, so dass sich die Leistungen der Maschine deutlich verschlechterten. Den zweiten Prototyp (L 8002) rüstete man mit flüssigkeitsgekühlten 12 Zylinder Reihenmotoren Rolls Royce Peregrine I aus, deren Startleistung je 880 PS betrug und die auch keine Leistungsverbesserung brachten. Ein dritter Prototyp wurde vom Air Ministry bestellt, der sollte als Nachtjäger einen Drehturm wie die Boulton-Paul Defidant und ein Airborne Interception (AI) Radar erhalten, wobei die schwere Bugbewaffnung beibehalten werden sollte. Diese Ausführung erhielt die inoffizielle Bezeichnung Gloster Reaper . Durch die geringe Kapazität bei Gloster kam man mit der Konstruktion und dem Bau nur sehr langsam voran. Deshalb wurde 1942 die gesamte Entwicklung durch das Air Ministry abgebrochen Inzwischen war auch die de Havilland Mosquito in Serie gegangen und wurde als erfolgreicher Nachtjäger eingesetzt, so dass kein weiterer bedarf nach der F.9/37 mehr bestand.
 
Gloster F.9/37
Archiv: Eberhard Kranz
 
 
Technische Daten: Gloster F.9/37
 
Verwendung: Nacht- und schwerer Tagjäger
Baujahr: 1939
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: zwei luftgekühlte 14 Zylinder Sternmotoren Bristol Taurus T-S(a) mit Lader und verstellbarem Dreiblatt-Metall-Propeller
Startleistung: 1.060 PS (780 kW)
Dauerleistung: 945 PS (696 kW) in 4.000 m
 
Spannweite: 15,25 m
Länge: 11,29 m
größte Höhe: 3,53 m
Propellerfläche: 7,84 m²
Spurweite: 4,58 m
Flügelfläche: 35,86 m²
V-Form: +2°
Leermasse: 4.012 kg
Startmasse normal: 5.280 kg
Startmasse maximal: 5.390 kg
Tankinhalt: 690 Liter
Flächenbelastung: 150,30 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,53 kg/PS (3,44 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 526 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.570 m: 580 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 490 km/h
Landegeschwindigkeit: 125 km/h
Gipfelhöhe: 9.150 m
Steigleistung: 12,5 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,4 min
Steigzeit auf 3.000 m: 4,3 min
Steigzeit auf 8.500 m: 19 min 36 sek
Startstrecke: 430 m
Landestrecke: 400 m
Reichweite normal: 870 km
Reichweite maximal: 950 km
Flugdauer: 2 h
 
Bewaffnung: vier 7,62 mm Maschinengewehre Browning 0.3 mit je 300 Schuss und zwei 20 mm Maschinenkanonen British Hispano mit je 60 Schuß
Bombenlast maximal: 100 kg (4 x 25 kg )

Kommentare

Anzeige
FliegerWeb on Facebook:
empfohlen
 
 

Back to Top