Autor: ek

Fokker G.I A und B

Fokker G.I A und B
 
1934 begann man bei Fokker mit der Entwicklung eines schweren dreisitzigen Jagdflugzeuges, Jagdbombers und Aufklärers. Dieses Konzept war ein typischer Luftkreuzer nach Giulio Douhets Luftkriegstheorie. Chefkonstrukteur E. Schatzki entschied sich für Mitteldecker mit zentraler Rumpfgondel und zwei Leitwerksträgern, der von zwei luftgekühlten Sternmotoren angetrieben wurde. Das Hauptfahrwerk fuhr in die Leitwerksträger ein, die beiden Spornräder waren nicht einziehbar. Die Maschine war wie für Fokker typisch in Gemischtbauweise aus Stahlrohr und Sperrholzbeplankung ausgeführt. Am 13.November 1936 stellte man den Prototyp auf dem Pariser Luftfahrtsalon der Öffentlichkeit vor. Die Maschine war nagelneu und hatte noch nicht einmal ihren Erstflug absolviert. Sie war in ihrer Auslegung, besonders mit der extrem starken Bewaffnung von 8 Maschinengewehren die im Rumpfbug konzentriert war, so ungewöhnlich, dass sie zur Sensation der Ausstellung wurde. Sie erregte auch internationales Interesse, so bestellten Finnland 26, Schweden 18, Spanien 12 und Estland 9 Maschinen. Ungarn und Dänemark wollten eine Lizenzfertigung aufnehmen, die Türkei zeigte ebenfalls Interesse an einer Lizenzfertigung. Erst am 16. März 1937 startete dann der tschechoslowakische Testpilot Jan Mares zum Erstflug. Die folgende Flugerprobung erbrachte gute Resultate, nur waren die verwendeten Hispano-Suiza 80-02 Sternmotoren sehr störanfällig, so dass sie gegen Pratt&Whitney R-1535 ausgetauscht wurden. Die Konstrukteure wollten Rolls Royce ?Merlin? Reihenmotoren verwenden, dadurch wäre die G-I zu einem der schnellsten Flugzeuge geworden, doch die Lieferung kam nicht zustande. Im November 1937 bestellte dann auch die Luchtvaartafdeling 36 zweisitzige G-IA für die niederländische Luftwaffe, die allerdings mit Bristol ?Mercury VIII", dem Standardmotor der niederländischen Flugzeuge, ausgerüstet werden sollten. Die erste Maschine wurde am 10. Juli 1939 ausgeliefert, von der Exportversion G-1B waren die 26 Maschinen für Finnland im Bau, als der deutsche Einmarsch erfolgte. Bis dahin waren 23 G.IA an die Truppe übergeben worden. Die meisten Maschinen wurden durch deutsche Luftangriffe auf die Flugplätze zerstört, so dass es kaum zu Einsätzen der G.IA kam. Nach der Besetzung wurden die noch existierenden Maschinen und die erbeuteten 12 G.IB als Schulflugzeuge für Me 110 Besatzungen verwendet. Ein Kampfeinsatz von G.I für die deutsche Luftwaffe läßt sich nicht nachweisen. 1941 flohen ein Fokker Testpilot und ein Ingenieur mit einer G.IA nach England. Dort wurde die Maschine bei Miles gründlich untersucht. Besonderes Interesse fanden die mit Sperrholz beplankten Tragflächen, da Miles ja auch Ganzholzflugzeuge (siehe Miles M.20) baute. Es wurden insgesamt 62 G.I hergestellt, andere Quellen nennen 75 Maschinen.
 
 
 
 
 
Technische Daten: Fokker G.I A
 
Verwendung: schweres Jagdflugzeug, Jagdbomber, schneller Aufklärer
Baujahr: 1939
Besatzung: 2 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor Bristol Mercury VIII mit Dreiblatt-Verstellpropeller
Startleistung: 830 PS (618 kW)
Dauerleistung: 760 PS in 4.000 m (562 kW)
 
Spannweite: 17,15 m
Länge: 11,50 m
größte Höhe: 3,36 m
Propellerdurchmesser: 2,95 m
Propellerfläche: 6,84 m²
Spurweite: 4,18 m
Flügelfläche: 38,20 m²
V-Form: +2,5°
Leermasse: 3.340 kg
Startmasse normal: 4.770 kg
Startmasse maximal: 5.000 kg
Tankinhalt: 720 Liter
Flächenbelastung: 130,9 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,01 kg/PS (4,04 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 452 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000m: 476 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000m: 360 km/h
Landegeschwindigkeit: 130 km/h
Gipfelhöhe: 9.450 m
Steigleistung: 13,5 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,25 min
Steigzeit auf 3.000 m: 4,1 min
Steigzeit auf 5.000 m: 8,0 min
Reichweite normal: 1.250 km
Reichweite maximal: 1.400 km
Flugdauer: 4 h
 
Bewaffnung: acht 7,92 mm Maschinengewehre FN/Browning im Rumpfbug und ein bewegliches 7,9 mm Maschinengewehr FN/Browning im Heckstand
Bombenlast maximal: insgesamt 400 kg Abwurfwaffen an vier Aufhängepunkten unter den Tragflächen

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