Autor: ek

Fieseler Fi 158

Fieseler Fi 158
1936 forderte das Technische Amt des Reichsluftfahrtministeriums die Firma Fieseler in Kassel auf, ein unbemanntes Zieldarstellungsflugzeug zu bauen, das von einer He 111 auf die entsprechende Höhe gebracht werden sollte, wo man dann den Motor startete und das Gerät ausklinkte und es ohne Ruder einfach geradeaus weiterflog.
Natürlich war auch der Gedanke bei dieser Entwicklung vorhanden, später aus diesem Gerät eine fliegende Bombe oder einen fliegenden Torpedo abzuleiten.
Die Maschine war ein Tiefdecker mit doppeltem Seitenleitwerk und trapezförmigen Tragflächen in Gemischtbauweise.. Als Antrieb sollte ein Reihenmotor niedriger Leistung verwendet werden, der einen festen Zweiblatt-Holzpropeller antreiben sollte.
Da die Maschine unter eine He 111 gehängt und so auf Höhe geschleppt werden würde, war kein Fahrwerk notwendig.
Der Entwurf erhielt vom RLM die offizielle Typennummer Fi 157. Ob es je zu einem gebauten Exemplar und dessen Erprobung kam, ist eher unwahrscheinlich. Das einzige bis jetzt bekannte Foto zeigt lediglich die unter einer He 111 gehängte Attrappe ohne Luftschraube.
1938 erteilte das RLM Fieseler den Auftrag, ein aerodynamisch hochwertiges einsitziges Sportflugzeug mit einem Motor der 150 PS Klasse, das u.a. für Rekordversuche verwendet werden sollte, zu entwickeln.
Bei Fieseler griffen Chefkonstrukteur Kurt Arnold, der Aerodynamiker Kurt Holememser auf den Entwurf Fi 157 zurück und leiteten aus ihm die Fi 158 ab.
Eine ganze Reihe für Fieseler neuer Ideen wurde eingebracht. Die Fi 158 war das erste Fieseler Flugzeug in Ganzmetallbauweise mir einziehbarem Heckspornfahrwerk. Neu war ebenfalls der aerodynamisch hochwertige elliptische Tragflügel.
Der Rumpf war in Leichtmetall-Schalenbauweise
ausgeführt, wobei die geschlossene Kabine nach hinten in die ovale Rumpfkontur überging.
Die Tragflächen verfügten über einen Kastenholm, besonders die Übergänge zum Rumpf waren sorgfältig ausgeformt worden.
Das Fahrwerk wurde hydraulisch in die Flügelwurzeln eingefahren, selbst der Sporn war einziehbar gestaltet.
Die Höhenleitwerksflossen waren relativ tief am Rumpfheck freitragend angebaut und schlossen mit je einer Seitenleitwerksendscheibe ab.
Als Antrieb war der Sechszylinder Hirth 506 A mit 150 PS Startleistung verwendet worden.
Es waren drei Varianten vorgesehen unter anderem wieder eine unbemannte Ausführung, mit der man Versuche mit einer Funksteuerung durchführen wollte.
Da dieses System noch völliges Neuland darstellte, beschloss man diese Versuche vorerst mit der bemannten Ausführung zu beginnen.
Der Erstflug der Fi 158 V1 fand am 30.08.1937 statt. In der folgenden Flugerprobung erwies sich die Maschine als schnell, aber schwer beherrschbar. Schnell geriet sie in kritische Flugzustände, wie Flachtrudeln.
Durch Änderungen an den Rudern und einer Vergrößerung der Leitwerkendscheiben wollte man diese Mängel beheben.
Da Fieseler aber mit der Fertigung der Fi 156 ?Storch? und der Lizenzfertigung der Bf 109 völlig ausgelastet war, gingen die Änderungen nur schleppend voran, bis man bei Kriegsbeginn 1939 das Projekt schließlich völlig abbrach.
Der einzige Prototyp Fi 158 V1 war noch bis Ende 1941 in Kassel vorhanden, später wurde die Maschine dann wahrscheinlich verschrottet.
Als sich Robert Lusser bei Fieseler dann ab 1942 erneut mit der Entwicklung einer fliegenden Bombe, der späteren Fi 103 beschäftigte, konnte er auf verschiedene Untersuchungsergebnisse an den Modellen Fi 157 und Fi 158 zurückgreifen.
Fieseler Fi 158 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Fieseler Fi 158
Verwendung: Versuchsflugzeug
Baujahr: 1937
Besatzung: 1 Mann
Nutzlast: 120 kg
Triebwerk: ein luftgekühlter hängender Sechszylinder-Reihenmotor Hirth HM 506 A mit verstellbarem Zweiblatt-Metall-Propeller
Startleistung: 150 PS (111 kW)
Dauerleistung: 120 PS (89 kW) in 3.000 m
Spannweite: 7,00 m
Länge: 6,60 m
größte Höhe: 1,70 m
Propellerdurchmesser: 1,90 m
Propellerfläche: 2,84 m²
Spurweite: 1,86 m
Flügelfläche: 17,0 m²
V-Form: 5,5°
Streckung: 2,88
Leermasse: 494 kg
Startmasse normal: 646 kg
Startmasse maximal: 710 kg
Tankinhalt: 80 Liter
Flächenbelastung: 41,76 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,73 kg/PS (6,42 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 326 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 354 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 300 km/h
Landegeschwindigkeit: 100 km/h
Gipfelhöhe: 6.700 m
Steigleistung: 8,4 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,0 min
Steigzeit auf 3.000 m: 7,5 min
Reichweite normal: 370 km
Reichweite maximal: 440 km
Flugdauer: 1,25 h

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