Autor: ek

Fiat G.80

Fiat G.80
Die G.80 war das erste nach dem zweiten Weltkrieg in Italien konstruierte und gebaute Militärflugzeug mit Strahltriebwerk. 1950 forderten die italienischen Luftstreitkräfte ein strahlgetriebenes Mehrzweckflugzeug, das sowohl als Trainer aber auch als bewaffnetes Aufklärungs- und Erdkampfflugzeug verwendet werden sollte.
Chefkonstrukteur Giuseppe Gabrielli entwarf einen konventionellen zweisitzigen Tiefdecker mit Normalleitwerk und einziehbarem Bugradfahrwerk. Das Triebwerk war im Rumpfheck untergebracht, die Lufteinläufe befanden sich an den Rumpfseiten auf Höhe der Kabinenmitte. Die Kabine war als Druckkabine ausgelegt, in der die beiden Besatzungsmitglieder hinter einander saßen. Die keilförmigen Tragflächen waren ungepfeilt. Ebenso das höher angebrachte Höhenruder. Unter dem Rumpf befand sich eine ausfahrbare Luftbremse. Die G.80 war eine Ganzmetallkonstruktion, wobei der Rumpf in Schalenbauweise ausgeführt war. Neu für Fiat war eine Reihe auswechselbarer Baugruppen durch Schnellverbindungen. Die italienischen Luftstreitkräfte bestellten einen Prototyp und zwei Vorserienflugzeuge. Am 9. Dezember 1951 startete der Prototyp, der als unbewaffneter Strahltrainer ausgelegt war, zu seinem Erstflug. Die in der anschließenden Flugerprobung erzielten
Leistungen waren enttäuschend. Man führte dies auf das zu schwache Triebwerk de Havilland Gobelin 35 mit nur 1.500 kp Schub zurück. Inzwischen waren die beiden Vorserienmuster G.80-1B und G.80-3B fertiggeworden und nahmen Ende 1952/ Anfang 1953 die Flugerprobung auf.
Das letztere war mit zwei 12,7 mm Maschinengewehren, die seitlich im Rumpfbug einbaut waren, bewaffnet.
Eine Modifikation mit dem stärkeren Rolls Royce Nene 2-21 mit 2,270 kp Schub und verstärkter Zelle wurde 1954 in fünf Exemplaren als G.82 gebaut.
Die G.82 nahm an der NATO Ausschreibung von 1955 für ein leichtes Mehrzweckflugzeug teil, erhielt aber den Zuschlag nicht.
Die fünf Maschinen wurden als Trainingsflugzeuge an die Fliegerschule nach Amendola abgegeben
Nicht realisiert wurden die G.81 mit dem in Lizenz gebautem de Havilland Ghost mit 2,200 kp Schub und die G.84 mit einem Allison J-35-A-29 mit 2.450 kp Schub.
Obwohl Giuseppe Gabrielli unbedingt den Serienbau der G.80 durchsetzen wollte, wurde nach einem umfangreichem Testprogramm entschieden, die G.80 nicht in Serie zu fertigen, da sie weder als Strahltrainer noch als Mehrzweckflugzeug über das notwendige Potential verfügte.
Die gebauten drei Exemplare dienten als Schulungsobjekte bei der Ausbildung des technischen Bodenpersonals.
Fiat G.80 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: G.80-3B
Verwendung: Strahltrainer, leichtes Mehrzweckkampfflugzeug
Baujahr: 1953
Besatzung: 2 Mann
Triebwerk: ein Strahltriebwerk de Havilland ?Goblin? 35
Startleistung: 1.500 kp Schub (14.7 kN)
Dauerleistung: 1.350 kp Schub (13,2 kN) in 6.000 m
Spannweite: 11,60 m
Länge: 12,90 m
größte Höhe: 4,03 m
Spurweite: 2,18 m
Flügelfläche: 25,20 m²
V-Form: 2,5°
Streckung: 5,34
Leermasse: 3.950 kg
Startmasse normal: 5.310 kg
Startmasse maximal: 5.850 kg
Tankinhalt: 1.290 Liter
Flächenbelastung: 232,14 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,90 kg/kp Schub
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 795 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 6.000 m: 835 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 750 km/h
Landegeschwindigkeit: 150 km/h
Gipfelhöhe: 12.900 m
Steigleistung: 15,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,2 min
Steigzeit auf 5.000 m: 7,0 min
Reichweite normal: 990 km
Reichweite maximal: 1.100 km
Flugdauer: 1,5 h
Bewaffnung: zwei 12,7 mm Maschinengewehre Colt-Browning mit je 330 Schuss starr im Rumpfbug, ungelenkte Luft-Luft oder Luft-Bodenraketen an je zwei Aufhängepunkten unter den Tragflächen
Bombenlast normal: 200 kg

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