Autor: ek

Fairey Fulmar

Fairey Fulmar
In der Spezifikation P.4/34 forderte das Air Ministry ein leichtes Bombenflugzeug zur Erdkampfunterstützung. Die Ausschreibung ging an die Firmen Fairey, Gloster und Hawker. Für die Serienfertigung wurde schließlich die Hawker Henley , die auf der Hurricane basierte, ausgewählt. Der Fairey Entwurf P.4/34 wurde nicht berücksichtigt.
Mit der Ausschreibung O.8/38 forderte das Air Ministry einen bordgestützten Mehrzweckjäger in Ganzmetallausführung, starker Bewaffnung und Einziehfahrwerk.
Bei Fairey nahm man den Entwurf P.4/34 und überarbeitete ihn unter Leitung von Marcel Lobelle in bezug auf die neue Verwendung.
Die Maschine war ein Tiefdecker mit breiten, zweiholmigen Tragflächen, einer langgestreckten Kabine, die hinten in das Rumpfstrak überging in Ganzmetall-Schalenbauweise. Der Rumpfquerschnitt war oval, der Kühler war als großer Bauchkühler unter dem Rumpfvorderteil untergebracht. Als Landehilfen und Sturzflugbremsen dienten hydraulisch betätigte Spreizklappen. Die Tragflügel konnten nach hinten geklappt werden. Das einziehbare Heckradfahrwerk verfügte für sichere Decklandungen über eine große Spurbreite. Der Fanghaken war hinter der Tragflächen-Hinterkante angebracht. Als Motor wurde der Rolls Royce Merlin VIII mit 1.080 PS Startleistung
verwendet. Am 04.Januar 1940 fand der Erstflug des Prototyps (K 5099) durch Chris Staniland statt, wobei Stabilitätsprobleme auftraten, so dass man das Rumpfheck um 8 Zoll (20,3 cm) nach oben verschob.
Von Ende Januar 1940 bis Dezember 1942 wurden insgesamt 602 Fairey Fulmar gefertigt, die bei insgesamt 17 britischen Trägerstaffeln zum Einsatz kamen. Vorteilhaft im Einsatz erwiesen sich die guten Langsamflugeigenschaften, die Manövrierfähigkeit in geringen Flughöhen, die starke Bewaffnung und die lange Flugdauer. Nachteilig waren die geringen Horizontal- und Vertikalgeschwindigkeiten, die auch durch die Verwendung eines stärkeren Motors ( Merlin 30 mit 1.300 PS Startleistung) in der zweiten Baureihe (Mk.II), nicht wesentlich besser wurden. Die Piloten versuchten aus dem Sturzflug heraus mit dem Feuer ihrer acht Maschinengewehre zu treffen, da sie im Luftkampf gegen die Bf 109 sonst wenig Chancen hatten. Deshalb erfolgte der Einsatz auch vorwiegend im Mittelmeerraum, wo die Fulmar als Begleit- und Nachtjäger, Jagdbomber und taktischer Aufklärer eingesetzt wurden. Einige kamen auch Gleitschutz für Eismeergeleitzüge zum Einsatz. Ab Mitte 1942 wurden die Fulmar in den Einsatzstaffeln durch einsitzige Trägerflugzeuge vorwiegend aus amerikanischer Produktion ersetzt.
Fairey Fulmar (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Fairey Fulmar
Verwendung: trägergestütztes Mehrzweck-Jagdflugzeug
Baujahr: 1940
Besatzung: 2 Mann
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter stehender 12 Zylinder V Reihenmotor Rolls Royce Merlin VIII mit verstellbarem Dreiblatt-Metallpropeller
Startleistung: 1.080 PS (795 kW)
Dauerleistung: 970 PS (714 kW) in 4.000 m
Spannweite: 14,13 m
Spannweite geklappt: 4,60 m
Länge: 12,20 m
größte Höhe: 4,26 m
Propellerdurchmesser: 3,60 m
Propellerfläche: 10,18 m²
Spurweite: 5,05 m
Flügelfläche: 31,7 m²
V-Form: +3°
Leermasse: 2.780 kg
Startmasse normal: 4.195 kg
Startmasse maximal: 4.455 kg
Tankinhalt: 1.090 Liter
Flächenbelastung: 140,53 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,13 kg/PS (5,61 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 422 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.200 m: 452 km/h
Marschgeschwindigkeit in 2.200 m: 310 km/h
Landegeschwindigkeit: 125 km/h
Gipfelhöhe: 7.910 m
Steigleistung: 6,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,8 min
Steigzeit auf 3.000 m: 9,0 min
Reichweite normal: 1.290 km
Reichweite maximal: 1.500 km
Aktionsradius: 520 km
Flugdauer: 5 h
Bewaffnung: acht 7,62 mm Maschinengewehre Browning 0.3 mit je 500 Schuss in den Außenflügeln und ein bewegliches 7,62 mm Maschinengewehr Vickers K mit 500 Schuss
Bombenlast: 180 kg Bomben unter den Tragflächen( Fulmar Mk.II 250 kg)

Kommentare

Anzeige
FliegerWeb on Facebook:
empfohlen
 
 

Back to Top