Autor: ek

Fairey Barracuda

Fairey Barracuda
In der Spezifikation S.24/37 forderte das Air Ministry einen Torpedobomber als Eindecker. Dieser sollte die im Dienst befindlichen Fairey ?Swordfish? Doppeldecker ersetzen. Die Ausschreibung ging an sechs Firmen. Nach Sichtung der eingereichten Vorschläge erhielten Fairey Aviation für seinen Typ 100 und Supermarine für seinen Typ 322 je einen Auftrag über zwei Prototypen. Unter Leitung von Marcel Lobelle hatte man einen dreisitzigen Ganzmetall-Mitteldecker mit einziehbarem Heckradfahrwerk, klappbaren Tragflächen und Normalleitwerk entworfen. Besonderheiten waren die großen Fairey-Youngman Klappen, die als Landeklappen und Sturzflugbremsen wirkten, sowie zwei vorgewölbte Erker für den Beobachter, damit er an den Tragflächen vorbei nach unten schauen konnte. Als Antrieb war der Rolls Royce Exe X, ein luftgekühlter 24 Zylinder X Reihenmotor mit Schiebersteuerung vorgesehen, dessen Startleistung bei 1.166 PS lag. Wegen technischer Probleme wurde die Entwicklung des Motors aber abgebrochen, so dass die Maschine auf den Rolls Royce Merlin 30 umkonstruiert wurde. Am 7. Dezember 1940 startete der Prototyp zum Erstflug. Es traten dabei starke Schwingungen im Leitwerksbereich auf, die es nötig machten, das Höhenleitwerk weit nach oben zu verlegen, so dass es aus der durch die großen Landeklappen stark verwirbelten Luftströmung herauskam. Die Schwingungen wurden dadurch deutlich reduziert und die Maschine in die Serienproduktion gegeben. Von der ersten Serienausführung Mk.I, die untermotorisiert war, wurden nur 30 Exemplare gebaut, die nur für Versuche und zur Umschulung verwendet wurden. Erst mit der Verwendung des Rolls Royce Merlin 32 mit 1.663 PS und einem Vierblatt-Holz-Verstellpropeller konnte die Barracuda Mk.II den Anforderungen genügen. Von dieser Ausführung wurden insgesamt 1.688 Exemplare gebaut, davon 700 bei Blackburn und 300 bei Boulton Paul. Die Indienststellung bei den Streitkräften Großbritanniens erfolgte 1943, der Einsatz erfolgte meist als Sturzbomber (Sturzwinkel bis 70°) zur Bekämpfung von Schiffszielen. Bekannt wurde der Angriff auf das Schlachtschiff ?Tirpitz? vom 03.April 1944 mit 42 Maschinen, wobei die ?Tirpitz? 14 Bombentreffer erhielt. Vollbeladen konnten die Maschinen nur mit Hilfe von RATOG Starthilfsraketen in die Luft gebracht werden. Die Mk.III und V, die Mk.IV wurde nicht gebaut, wurden als Aufklärer und U-Boot-Bekämpfungsflugzeuge eingesetzt, wobei von der Mk.V bis Kriegsende nur 13 Exemplare gebaut wurden. Die Mk.III erhielten das AVS U-Boot-Suchsystem. Die Barracuda war bei den Besatzungen unbeliebt, es traten immer wieder Störungen am Hydrauliksystem, Fahrwerk und den Faltflügeln auf, was zahlreiche Unfälle zur Folge hatte. Ende der vierziger Jahre waren bereits die meisten Barracudas außer Dienst gestellt und durch Grumman Avenger ersetzt worden. Kein einziges Exemplar ist erhalten geblieben.
Fairey Barracuda
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Fairey Barracuda Mk.II
Verwendung: trägergestütztes Torpedo- und Sturzkampfflugzeug
Baujahr: 1943
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter stehender 12 Zylinder V Reihenmotor Rolls Royce Merlin 32 mit verstellbarem Vierblatt-Holzpropeller
Startleistung: 1.663 PS (1.225 kW)
Dauerleistung: 1.420 PS ( 1.046kW) in 4.000 m
Besatzung: 3 Mann
Erstflug: 7. Dezember 1940
Spannweite: 14,98 m
Spannweite geklappt: 6,00 m
Länge: 12,11 m
größte Höhe: 4,60 m
Propellerdurchmesser: 3,80 m
Propellerfläche: 11,34 m²
Spurweite: 3,18 m
Flügelfläche: 34,1 m²
V-Form: +2°
Leermasse: 4.250 kg
Startmasse normal: 5.995 kg
Startmasse maximal: 6.950 kg
Tankinhalt: 1.600 Liter
Flächenbelastung: 203,81 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,18 kg/PS (5,68 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 340 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.200 m: 348 km/h
Marschgeschwindigkeit in 2.200 m: 285 km/h
Landegeschwindigkeit: 125 km/h
Gipfelhöhe: 7.650 m
Steigleistung: 4,2 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 4,25 min
Steigzeit auf 3.000 m: 13,5 min
Reichweite normal: 845 km
Reichweite maximal: 1.100 km (als Aufklärer 1.850 km)
Aktionsradius: 790 km
Flugdauer: 7 h
Bewaffnung: zwei 7,62 mm Maschinengewehre Vickers K mit je 1.000 Schuss
Bombenlast maximal: 1.500 kg

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