Autor: ek

FMA Ae.M.B.1 (2) Bombi

FMA Ae.M.B.1 (2) Bombi
1927 wurde in Cordoba die Fabrica Militar de Aviones (FMA) gegründet, die sich mit dem Lizenzbau ausländischer Flugzeugmuster beschäftigte. Nachdem man eine gewisse Sicherheit in der Fertigung erreicht hatte, begann man sich mit der Konstruktion eigener Maschinen zu beschäftigen. Es entstanden eine Reihe leichter Schulflugzeuge, wie die AeC.1/C.2 oder die Ae C.3 und Ae.M.O.1. Das letztere wurde auch als bewaffneter Nahaufklärer und leichter Bomber eingesetzt und in einer Kleinserie von 12 Maschinen als Ae.M.O.Oe.1 gebaut. Auf Anregung der argentinischen Luftstreitkräfte begann man sich 1934 mit der Entwicklung eines leichten Bombers zu beschäftigen, der die Bezeichnung Ae.M.B. 1 erhielt. Das Flugzeug war als viersitziger Tiefdecker mit geschlossener Kabine, verkleidetem, festen Heckradfahrwerk und Normalleitwerk, wobei die Höhenleitwerksflächen gegen den Rumpf mit zwei I-Streben abgestützt wurden, ausgelegt. Die Maschine war in Gemischtbauweise ausgeführt, der Rumpf bestand aus einem verschraubten Dural-Rohrgerüst das mit Sperrholz und Stoff verkleidet wurde. Tragflügel und Leitwerk waren reine Holzkonstruktionen, die ebenfalls mit Sperrholz verkleidet waren. Die Ruder hatten einen Gewichtsausgleich und waren stoffbespannt. Das Hauptfahrwerk wurde hosenbeinartig mit Duralblechen verkleidet. Mitte 1935 war der Prototyp fertig gestellt und am 9.Juli 1935 (andere Quellen nennen den 9.August 1935) startete die Maschine zu ihrem Erstflug. Es stellte sich heraus, dass das Flugzeug wesentlich schwerer geworden war, als ursprünglich berechnet. Dabei waren die militärischen Ausrüstungen, wie die Bewaffnung, noch nicht eingebaut. Statt die Konstruktion zu überarbeiten und radikal Gewicht zu sparen, entschied man, einen stärkeren Motor einzubauen Gleichzeitig wurde die Funkausrüstung von Telefunken und das Kamerasystem von Nistri im Rumpf eingebaut. Der Drehturm wurde auf dem Rumpfrücken installiert und in den Rumpfseiten je ein Abwehrstand eingebaut. Die so veränderte Maschine erhielt die Bezeichnung Ae.M.B.2, inoffiziell wurde sie Bombi genannt. !936 begann die Serienfertigung und wurde nach nur 14 gebauten Exemplaren bereits ein Jahr später wiedereingestellt, da man feststellen mußte, dass die Maschinen ausländischen Flugzeugen der gleichen Klasse leistungsmäßig deutlich unterlegen waren. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges zeigte sich bald, dass keine unmittelbare militärische Bedrohung Argentiniens gegeben war und die Verwendung als leichter Bomber hinfällig war. Die Maschinen wurden deshalb zur Aufklärung und zu Patrouillenflügen entlang der Küsten verwendet, um Schiffsbewegungen zu überwachen. Dazu wurden die seitlichen Waffenstände entfernt und die Besatzung auf drei Mann reduziert. Die Ae M.B.2 blieben bis 1945 im aktiven Dienst und wurden anschließend verschrottet.
FMA Ae.M.B.1 (2) Bombi
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: FMA Ae.M.B.1 (2) Bombi
Verwendung: leichtes Bombenflugzeug
Baujahr: 1936
Besatzung: 4 Mann ( 2 Piloten, 1 Funker, 1 Bombenschütze)
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor Wright SGR-1820 ? F3 Cyclone in Argentinien in Lizenz gebaut mit verstellbarem Dreiblatt-Metall-Propeller Hamilton Standard
Startleistung: 715 PS (527 kW)
Dauerleistung: 660 PS (486 kW) in 4.000 m
Spannweite: 17,20 m
Länge: 10,90 m
größte Höhe: 2,80 m
Propellerfläche: 8,81 m²
Spurweite: 4,87 m
Flügelfläche: 35,00 m²
V-Form:
Streckung: 8,45
Leermasse: 2.120 kg
Startmasse normal: 3.500 kg
Startmasse maximal: 3.810 kg
Tankinhalt: 780 Liter
Flächenbelastung: 108,86 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,33 kg/PS (7,24 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 265 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 285 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 240 km/h
Landegeschwindigkeit: 110 km/h
Gipfelhöhe: 6.700 m
Steigleistung: 4,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,75 min
Steigzeit auf 3.000 m: 13,0 min
Reichweite normal: 570 km
Reichweite maximal: 700 km
Flugdauer: 3 h
Bewaffnung: ein 11,35 mm Maschinengewehr mit 550 Schuss im vorderen Kabinenbereich, ein 7,65 mm Maschinengewehr Madsen mit 1.200 Schuss im Drehturm und ein 7,65 mm Maschinengewehr Madsen mit 600 Schuss im hinteren Teil der Kabine, zusätzliche Mitnahme von zwei 7,65 mm Maschinengewehren Madsen für die Seitenstände möglich
Bombenlast normal: 400 kg

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