Autor: ek

Euler D.I

Euler D.I
Als Antwort auf die Überlegenheit der deutschen Jagdeinsitzer Fokker E I-III setzen Anfang 1916 die französischen Fliegerverbände den Doppeldecker Nieuport 11 ein, der durch seine Wendigkeit, seine Bewaffnung und seine Flugeigenschaften den Fokker Eindeckern deutlich überlegen war. Dies führte zu einer ernsten Krise bei den deutschen Jagdverbänden. Nachdem man bis Mitte 1916 mehrere Nieuport 11 teilweise unbeschädigt erbeutet hatte, forderte man von den deutschen Flugzeugbauern ein Flugzeug mit gleichen oder besseren Leistungen. August Euler begann im Sommer 1916 mit der Konstruktion und dem Bau seiner D.I. Dabei lehnte er sich sehr stark an das französische Vorbild an, das er nahezu kopierte. Als Antrieb verwendete der den 7 Zylinder Umlaufmotor Oberursel U.O mit 80 PS Startleistung. Die Bewaffnung bestand aus einem 7,62 mm Maschinengewehr, das er nach eigener patentierter Lösung durch den Propellerkreis schießen ließ. Die Maschine war ein Doppeldecker, wobei die untere Tragfläche eine geringere Tiefe aufwies, in Holzbauweise mit festem Heckspornfahrwerk mit durchgehender Achse. Die obere Tragfläche befand sich auf vier I-Streben über dem Rumpf und war mit einer I-Strebe zum Rumpf hin abgestützt. Zwei V-Streben verbanden untere und obere Tragfläche. Tragflächen, Leitwerk und Rumpfheck waren stoffbespannt, lediglich das Rumpfvorderteil und die Motorverkleidung waren aus Aluminium. Im Herbst 1916 fand der Erstflug der D.I in Frankfurt-Rebstock auf dem dortigem Fluggelände, wo sich auch die Euler Flugzeugwerke AG befanden, statt. Zwei Prototypen wurden angeblich im Oktober 1916 zur Erprobung an die Jasta 1 an die Westfront geschickt. Über die Ergebnisse liegen keine Informationen vor. Im gleichen Monat erfolgte aber eine Bestellung von 50 Maschinen D.I. Eine weitere Bestellung über 50 Exemplare erfolgte im März 1917. Da die Euler Flugzeugwerke AG nur über eine sehr beschränkte Fertigungskapazität verfügten, zog sich die Auslieferung der ersten Bestellung bis Spätherbst 1917 hin. Inzwischen hatte man bei Euler die Maschine zur D.II weiter entwickelt, so dass die zweite Bestellung auf die D.II übertragen wurde. Ob die Euler-Jäger wirklich aktiv an Kampfhandlungen beteiligt waren, läßt sich abschließend nicht mehr feststellen. Die meisten der gelieferten Flugzeuge wurden zur Pilotenschulung verwendet. Mit den erzielten Leistungen konnten sowohl die D.I als auch die D.II gegen die neuen Flugzeuge der Entente nicht bestehen.
Euler D.I
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Euler D.I
Land: Deutschland
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1916
Triebwerk: ein luftgekühlter 7 Zylinder?Umlaufmotor Oberursel U.I mit starren Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 80 PS (59kW)
Dauerleistung: 75 PS (55 kW) in 1.000 m
Besatzung: 1 Mann
Erstflug: Herbst 1916
Spannweite obere Tragfläche: 8,10 m
Spannweite untere Tragfläche: 7.50 m
Länge: 5,80 m
größte Höhe: 2,66 m
Spurweite: 2,28 m
Propellerdurchmesser: 2,80 m
Propellerfläche: 6,16 m²
Flügelfläche: 13,0 m²
V-Form: obere Tragfläche -1,5°
V-Form: untere Tragfläche
Flügelstreckung: 5.05
Staffelung: 0,58 m
Leermasse: 380 kg
Startmasse normal: 600 kg
Startmasse maximal: 645 kg
Tankinhalt maximal: 70 Liter
Schmierstofftank: 28 Liter
Flächenbelastung: 49,62 kg/m²
Leistungsbelastung: 8,06 kg/PS (10,95 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 135 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 1.000 m: 140 km/h
Marschgeschwindigkeit in 2.000 m: 120 km/h
Gipfelhöhe: 3.950 m
Steigleistung: 3,0 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 5, 8 min
Steigzeit auf 2.000 m: 12,6 min
Reichweite normal: 200 km
Reichweite maximal: 240 km
Flugdauer: 2 h
Bewaffnung: ein 7,92 mm Maschinengewehr Mauser 08/15 mit 400 Schuß

Kommentare

Anzeige
FliegerWeb on Facebook:
empfohlen
 
 

Back to Top