Autor: ek

Douglas XCG-17

Douglas XCG-17
Von März bis Oktober 1944 gelang es den japanischen Truppen durch mehrere Offensiven, eine Landverbindung vom besetzten Indochina (Burma, Thailand, Vietnam, Singapore) zu den besetzten Gebieten in Südostchina und Korea zu erreichen. Dabei wurde die chinesische Armee, die von den USA und Großbritannien unterstützt wurde, mehrfach geschlagen. Ein Gebiet mit rund 60 Millionen Einwohnern wurde von japanischen Truppen besetzt und es kam in der Folgezeit zu zahllosen Kriegsverbrechen an der chinesischen Zivilbevölkerung. Die weiter kämpfenden chinesischen Armeen wurden nun verstärkt von Indien aus mit wichtigen Nachschubgütern über Luftbrücken versorgt. Dazu musste über japanisch besetztes Gebiet geflogen werden. Dies führte zu erhöhten Ausfällen an Transportmaschinen, so dass die Transportkapazitäten schließlich nicht mehr ausreichten und teilweise eine kritische Situation entstand. Um die Transportkapazität sofort spürbar zu erhöhen, wurde den Heeresfliegern die Verwendung von Lastenseglern oder Transportgleitern vorgeschlagen. Da aber nicht ausreichend große Lastensegler in Indien verfügbar waren und auf absehbare Zeit auch nicht bereitgestellt werden konnten, entstand bei Douglas eine Idee, die im ersten Moment völlig paradox schien. Man wollte nämlich aus dem C-47 Transportflugzeug, das sich im zivilen wie auch im harten militärischen Einsatz ausgezeichnet bewährt hatte, durch Umbau schnell einen großen Transportgleiter machen, der eine Fracht von über 6.000 kg transportieren sollte. Als Schleppflugzeug war dafür die viermotorige Douglas C-54 vorgesehen. Die Heeresflieger befürworteten den Vorschlag und so begann man mit dem Umbau einer C-47 in einen Gleiter.
Douglas XCG-17 (Archiv: Eberhard Kranz)
Konstruktionsmerkmale der Douglas XCG-17
Die Motoren wurden entfernt und durch zwei Leichtmetallkappen ersetzt. Im Rumpf entfernte man die serienmäßig eingebauten Trennwände und erhielt so einen durchgehenden Laderaum von 9,20 m Länge. Sämtliche Funk- und Navigationsausrüstung wurde ausgebaut, das Cockpit bot nur den beiden Piloten Platz, da der Arbeitsplatz des Funkers ebenfalls ausgebaut wurde. Neben den schon vorhandenen Tanks im Mittelflügel wurden in die Triebwerksgondeln und in die Außenflügel zusätzliche Tanks eingebaut, damit auch Treibstoff in ausreichender Menge transportiert werden konnte, was aber zu einem enormen Risiko für die Besatzungen bei den geplanten Flugrouten über japanisch besetztes Territorium geführt hätte, den die Tanks waren weder beschussfest noch selbstdichtend. Mit all diesen Maßnahmen gelang es, die Nutzlast auf 6.795 kg zu erhöhen, was die XCG-17 zum größten Transportgleiter der US Heeresflieger im zweiten Weltkrieg machte. Der Arbeitsaufwand für den Umbau war erstaunlich gering und konnte selbst auf den Einsatzbasen vorgenommen werden. Besonderen Wert legte man von Anfang an auf einen Rückrüstung zu einer motorisierten C-47, was praktisch auch durchgeführt wurde. Auch hier war der Arbeitsaufwand relativ gering.
Douglas XCG-17 (Archiv: Eberhard Kranz)
Erprobung und Einsatz der Douglas XCG-17
Am 26. Oktober 1944 wurde der Prototyp der XCG-17 mit ausgefahrenem Fahrwerk zu seinem ersten Flug hinter einer C-54 in die Luft geschleppt und nach Erreichen von 2.400 m Höhe ausgeklinkt. Die Flugeigenschaften waren nicht zu beanstanden und die Landung erfolgte nach einem langen geraden Sinkflug. Weitere Flugversuche auch im Tandemschlepp, das heißt die XCG-17 wurde von zwei C-47 geschleppt, wurden durchgeführt. Das schnelle Entladen und Beladen am Boden wurde ebenfalls erfolgreich gelöst, später sollten die Maschinen auch zum Transport von 27 voll ausgerüsteten Luftlandesoldaten verwendet werden. Anfang 1945 wurden die Versuche erfolgreich abgeschlossen und die Einführung bei den US Heeresfliegern war bereits beschlossen. Inzwischen hatte sich aber die Lage auf dem chinesischen Kriegsschauplatz grundlegend zu Gunsten der Alliierten und ihrer chinesischen Verbündeten gewendet, auch hatte sich die Nachschubfrage entspannt, so dass kein Bedarf mehr für die Umrüstung der C-47 zu Transportgleitern bestand und es bei dem einen Prototyp der XCG-17 blieb. Die XCG-17 entsprach in ihren Abmessungen und ihrem Aufbau der C-47. (Zur weiteren Information siehe auch Lexikoneintrag Douglas C-47)
Douglas XCG-17 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Douglas XCG-17
Land: USA
Verwendung: Transportgleiter
Passagiere: geplant 27 voll ausgerüstete Luftlandesoldaten
Nutzlast: 6.795 kg, zum Beispiel drei Jeeps mit Fahrer oder zwei leichte Feldhaubitzen oder bis zu 100 57 kg Transportcontainer oder bis zu 3.754 Liter Treibstoff
Erstflug: 26. Oktober 1944
Besatzung: 2 Mann
Spannweite: 28,96 m
Länge: 19,45 m
größte Höhe: 5,18 m
größte Höhe des Laderaums: 1,88 m
größte Breite des Laderaums: 2,36 m
Länge des Laderaums: 9,20 m
Fenstergröße: 0,48 x 0,27 m
Spurweite: 5,54 m
Flügelfläche: 91,3 m²
V-Form: Außenflügel +5,5°
Streckung: 9,18
Massen: To Delete
Leermasse: 4.985 kg
Startmasse normal: 10.680 kg
Startmasse maximal: 11.780 kg
Tankinhalt: 3.754 Liter
Nutzlast: 6.795 kg
Flächenbelastung: 129,03 kg/m²
Leistungen: To Delete
Höchste Schleppgeschwindigkeit : 306 km/h
Höchste Schleppgeschwindigkeit mit ausgefahrenen Klappen: 182 km/h
Landegeschwindigkeit ohne Klappen: 120 km/h
Landegeschwindigkeit mit Klappen: 106 km/h
Gipfelhöhe im Schlepp: 3.560 m
Landestrecke: 440 m
Gleitzahl: 1
Text: Eberhard Kranz

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