Autor: ek

Dornier Do 31

Dornier Do 31
In den frühen 60iger Jahren ging man bei der Luftwaffenführung davon aus, das im Ernstfall als erstes die Flugplätze mit ihren kilometerlangen Start- und Landebahnen angegriffen werden würden und damit ausfallen würden. Um dem entgegenzuwirken, wurde die Entwicklung senkrecht startender und landender (VTOL) Kampfflugzeuge forciert, es kam zu Entwicklungen wie VAK-191B, VJ101 und Do 31. Die Do 31 wurde auf Grund der NATO Ausschreibung BMR-4 als taktisches Transportflugzeug für die VTOL EWR VJ 101 Kampfflugzeuge, die nach NATO Vertrag BMR-3 entwickelt wurden, entworfen. Das grundlegende Konzept sah die Verwendung von Bristol Pegasus vektorgesteuerten TL Triebwerken in den inneren Triebwerksgondeln und den Einbau von je vier Rolls Royce RB 162 Hubtriebwerken in den äußeren Triebwerksgondeln vor. Es wurden 3 Maschinen gebaut, nachdem die grundlegende Eignung des Triebwerkkonzepts an mehreren Schwebegestellen bewiesen war. Die Do 31 war ein Ganzmetallschulterdecker mit trapezförmigen Tragflächen unter denen die Haupttriebwerke in zwei Gondeln aufgehängt waren, während die Hubtriebwerke in Gondeln an den Tragflächenenden montiert waren. Die Maschine verfügte über ein zwillingsbereiftes Buigradfahrwerk. Die Do 31E1 (E steht für Experimentell) verfügte nur über die Bristol Pegasus Triebwerke und sollte der Erprobung im Horizontalflug dienen. Die Do 31E2 war als statische Bruchzelle gedacht und die Do 31E3 erhielt alle 10 Triebwerke und sollte sowohl im Horizontal- als auch im Vertikalflug erprobt werden. Der Erstflug der Do 31 E1fand am 10.Februar 1967 statt. Die Do 31 E3 flog im Juli 1967 mit allen Triebwerken und am 22.November 1967 fand der erste Senkrechtstart mit Übergang in den Horizontalflug statt. Die ersten Vorwärts- und Rückwärtsflüge gelangen am 16. Dezember 1967 Die Do 31 stellte verschiedene FAI Weltrekorde für senkrechtstartende und landende Transportflugzeuge auf. Nachdem etwa 200 Millionen DM verbraucht worden waren wurde im April 1970 das gesamte Projekt gestrichen, der letzte öffentliche Flug fand am 4.Mai 1970 auf der ILA in Hannover statt. Einer der Gründe der zur Streichung führte, war die relativ geringe Nutzlastkapazität und der enorme Kraftstoffverbrauch durch die zehn Triebwerke. Technisch war die Do 31 ein Spitzenprodukt und faktisch ohne Konkurrenz, zumal die Armstrong Whithworth AW. 681 nicht verwirklicht worden war. Die Do 31E3 (D-9531) ist in der Außenstelle des Deutschen Museums, in der Flugzeugwerft Schleissheim, zu besichtigen, während die E1 (D-9630) in Oberpfaffenhofen vor dem Deutschen Zentrum für Raumfahrt steht.
Dornier Do 31
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Dornier Do 31
Verwendung: VTOL Versuchsflugzeug
Baujahr: 1967
Besatzung: 2 Mann
Nutzlast: 3.500 kg oder 36 vollausgerüstete Soldaten oder 24 Verwundete
Triebwerk: zwei Rolls Royce (Bristol) Pegasus BE.53/2 Tl Triebwerke
Startleistung: 68,95 kN (7.028 kp) Schub, von
acht Rolls Royce RB162-4D senkrecht montierten TL Hub-Triebwerken
Startleistung: 19,57 kN (1.920 kp) Schub
Spannweite : 18,06 m
Länge: 20,53 m
größte Höhe: 8,54 m
Spurweite: 7,62 m
Flügelfläche: 57,2 m²
Leermasse: 16.520 kg
Startmasse normal: 22.450 kg
Startmasse maximal: 27.430 kg
Tankinhalt: keine Angaben
Flächenbelastung: 479,5 kg/m²
Leistungsbelastung: 1,96 kg/kp Schub im Horizontalflug,
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 730 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 6.000 m: 690 km/h
Reisegeschwindigkeit in 6.000 m: 650 km/h
Gipfelhöhe: 10.700 m
Steigleistung: 19,2 m/s (nur mit den Rolls Royce Pegasus Triebwerken)
Steigzeit auf 1.000 m: 0,9 min
Steigzeit auf 3.000 m: 3,5 min
Steigzeit auf 6.000 m: 8,0 min
Reichweite normal: 1.800 km
Reichweite maximal: 2.200 km
Startstrecke: 0 m
Landestrecke: 0 m
Flugdauer: 3,5 h
Bewaffnung: keine

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