Autor: ek

Dewoitine D.338

Dewoitine D.338
Ausgangspunkt der Entwicklung der D.338 war die 1933 in Dienst gestellte D.332 für acht Passagiere, die auf der Fernostlinie der Air France nach Saigon eingesetzt werden sollte. Der erste Flug nach Saigon endete nach einem erfolgreichen Hinflug mit dem Absturz im Schneetreiben, wobei die Maschine gegen einen Hügel prallte, ca. 400 km von Paris entfernt in Corbigny. Dabei kamen alle Insassen ums Leben.
Trotz des tragischen Unfalls war die Air France mit dem Konzept der D.332 zufrieden und forderte eine etwas größere Ausführung für bis zu 22 Passagiere, sowie stärkeren Triebwerken und Einziehfahrwerk, die man in Europa, aber auch nach dem fernen Osten und Südamerika einsetzen wollte.
1935 begann man bei Dewoitine, die Firma war zwischenzeitlich in der Sociètè Aèronautique Francaise aufgegangen, mit den Entwicklungsarbeiten.
Die D.338 war ein dreimotoriger Ganzmetalltiefdecker mit Normalleitwerk und hydraulisch einziehbarem Heckradfahrwerk, wobei wegen der großen Haupträder, diese nicht komplett in die Motorgondeln eingefahren werden konnten.
Das Höhenleitwerk wurde durch eine Strebe zum Rumpf hin abgestützt.
Der Rumpf hatte einen rechteckigen Querschnitt, die vier Längsholme, die Nebenholme und die Spanten waren aus Duraluminium gefertigt. Verstrebungen aus Stahlrohren. Die Beplankung bestand ebenfalls aus Duraluminium.
In zwei Kabinen, die großzügig eingerichtet waren und über Heizung und Lüftung verfügten, waren insgesamt 22 Passagiersitze untergebracht. Für die geplante Langstreckenausführung sah man
12 komfortable Schlafsessel vor. Gepäck- und Waschraum mit Toilette waren an die Passagierkabinen anschließend im hinteren Rumpf untergebracht.
Nachdem erfolgreichen Erstflug Anfang 1936 und einer kurzen Werkserprobung erhielt Mitte 1936 die Air France die Maschine, wo sie auf der Strecke Paris-Marseille-Cannes eingesetzt wurde. Im Spätherbst 1936 bestellte dann die Air France 30 Exemplare der D.338. Bis Mitte 1939 waren alle Maschinen an die Air France ausgeliefert und flogen auf den innerfranzösischen, aber auch auf europäischen Strecken, wie Paris-Wien oder Paris-Bukarest. Die Fernoststrecken Paris-Damaskus-Saigon, später bis nach Hongkong verlängert, sowie die Südamerikastrecke nach Rio de Janeiro wurden ab 1938 in Betrieb genommen, wobei sich die Maschinen gut bewährten.
Mit Beginn des Krieges wurde eine nicht bekannte Anzahl von der Armèe de l?Air übernommen. Sicher sind mindestens drei Maschinen, die bei der SALC 1/110 als VIP Transporter zwischen Paris und London flogen.
Am 20.Juli 1940 schossen französische Jagdflugzeuge die F-ARTD irrtümlich ab, wobei alle Insassen ums Leben kamen.
Die F-AQBA wurde über Indochina, wo die meisten der D.338 weiterhin im Liniendienst eingesetzt waren, von japanischen Jagdflugzeugen abgeschossen.
Nach Kriegsende waren noch neun flugfähige Exemplare vorhanden, die in Paris konzentriert wurden und ab Mai 1945 bis zum Dezember 1945 auf der Strecke Paris-Nizza eingesetzt waren. Ab Sommer 1945 wurden sie allmählich außer Dienst gestellt und durch Douglas DC-3 ersetzt.
Dewoitine D.338 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Dewoitine D.338
Verwendung: Verkehrsflugzeug
Baujahr: 1938
Besatzung: 4 Mann
Passagiere: 22 auf europäischen Strecken, 12 auf Interkontinentalstrecken
zahlende Nutzlast: 2.360 kg
Triebwerk: drei luftgekühlte 9 Zylinder Sternmotoren Hispano-Suiza 9V-17 mit verstellbarem Zweiblatt-Metall-Propeller Ratier
Startleistung: je 650 PS (479 kW)
Dauerleistung: je 570 PS (420 kW) in 3.500 m
Spannweite: 29,38 m
Länge: 22,13 m
größte Höhe: 5,57 m
Propellerdurchmesser: 3,00 m
Propellerfläche: 7,07 m²
Spurweite: 5,46 m
Flügelfläche: 99,00 m²
V-Form der Außenflügel: 2,66°
Streckung: 8,72
Leermasse: 6.960 kg
Startmasse normal: 10.740 kg
Startmasse maximal: 11.150 kg
Tankinhalt: 1.250 Liter
Flächenbelastung: 112,63 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,72 kg/PS (7,77 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 292 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.500 m: 310 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.500 m: 260 km/h
Landegeschwindigkeit: 120 km/h
Gipfelhöhe: 5.000 m
Steigleistung: 2,6 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 6,5 min
Steigzeit auf 3.000 m: 22,0 min
Reichweite: 850 km mit maximaler Zuladung
Reichweite maximal: 2.060 km mit reduzierter Zuladung
Flugdauer: 2,75 h (9 h mit Zusatztanks und reduzierter Zuladung)

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