Autor: ek

De Schelde S.20

De Schelde S.20
Im Frühjahr 1939 forderten drei von einander unabhängige Organisationen ein modernes Anfängerschulflugzeug, um die vorhandenen in die Jahre gekommenen Fokker Doppeldecker S.IV abzulösen.
Es waren dies die Luftverkehrsgesellschaft KLM, die LVA, die Luchtvaartafdeling der niederländischen Luftwaffe und die Organisation der nationalen Luftfahrtschulen.
Bei de Schelde in Vlissingen begann man sofort mit der Projektierung eines modernen Anfängerschulflugzeuges, die Idee dazu hatte der von Pander&Zonen Flugzeugwerken B.V. gekommene Ingenieur T.E.Slot entwickelt.
Das für ein Schulflugzeug ungewöhnliche Konzept sah einen Mitteldecker in Gemischtbauweise mit zentraler Rumpfgondel und im Heck montiertem Motor, zwei Leitwerksträgern mit je einem Seitenleitwerk und einer die Leitwerksträger verbindende Höhenleitwerksflosse vor.
Durch diese Auslegung wollte man alle schweren Bauelemente nahe an den Schwerpunkt bringen und so die Manövrierfähigkeit verbessern.
Das Fahrwerk war, für die damalige Zeit auch ungewöhnlich, als einziehbares Bugradfahrwerk ausgelegt.
Der Motor trieb einen zweiblättrigen Holzpropeller, der als Druckschraube wirkte an.
In der geräumigen Kabine befanden sich die Sitzplätze für Schüler und Lehrer nebeneinander. Die S.20 verfügte übrigens auch über einen
Doppelsteuerung.
Die Rumpfgondel war eine sperrholzverkleidete Stahlrohrkonstruktion, im hinteren Teil, wo der Motor sich befand, war die Verkleidung aus Duralblech.
Die Tragflächen waren eine Holzkonstruktion mit einem Kastenholm und Sperrholzverkleidung. Die Leitwerksträger bestanden aus sperrholzverkleidetem Stahlrohrgerüst, während die Seitenleitwerke und die Höhenleitwerksflosse Holzkonstruktionen mit stoffbespannten Rudern waren.
Im Frühjahr 1940 war der erste Prototyp fertig gestellt und am 29.März 1940 fand dann der Erstflug statt.
Während der Flugerprobung zeigte die S.20 gute Leistungen und war vor allem sehr stabil um alle Achsen. Die Einflieger sagten ihr ein sehr gutmütiges Flugverhalten nach.
Die Erprobung konnte wegen des deutschen Einmarsches am 10.Mai 1940 nicht mehr abgeschlossen werden.
Die S.20 wurde beim Eintreffen der ersten deutschen Truppen in einen Hangar auf dem Werksgelände geschoben und unter einem Haufen von allem Gerümpel versteckt.
Dort blieb die Maschine bis zum Juni 1941 ehe sie bei einer Routineinspektion durch deutsche Soldaten entdeckt und für die Luftwaffe beschlagnahmt wurde.
Um zu verhindern, dass die Maschine in deutsche Hände fiel, wurde sie durch Widerstandskämpfer so schwer beschädigt, dass eine weitere Erprobung ausgeschlossen war.
De Schelde S.20 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: De Schelde S.20
Verwendung: Schulflugzeug
Baujahr: 1940
Besatzung: 2 Mann
Nutzlast: 250 kg
Triebwerk: ein luftgekühlter hängender Sechszylinder Reihenmotor Hirth Hm 506 A mit verstellbarem Zweiblatt-Holz-Propeller als Druckschraube wirkend
Startleistung: 160 PS (118 kW)
Dauerleistung: 130 PS (96 kW) in 3.000 m
Spannweite: 11,35 m
Länge: 8,65 m
größte Höhe: 2,60 m
Propellerdurchmesser: 2,10 m
Propellerfläche: 3,46 m²
Spurweite: 3,36 m
Flügelfläche: 17,10 m²
V-Form:
Streckung: 7,53
Leermasse: 840 kg
Startmasse normal: 1.260 kg
Startmasse maximal: 1.340 kg
Tankinhalt: 200 Liter
Schmierstofftank: 20 Liter
Kraftstoffverbrauch: 37,8 Liter/h
Schmierstoffverbrauch: 0,5 kg/h
Flächenbelastung: 78,36 kg/m²
Leistungsbelastung: 8,38 kg/PS (11,38 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 194 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 216 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 180 km/h
Landegeschwindigkeit: 86 km/h
Gipfelhöhe: 4.800 m
Steigleistung: 4,5 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,8 min
Steigzeit auf 3.000 m: 15,0 min
Reichweite normal: 650 km
Reichweite maximal: 780 km
Flugdauer: 1,75 h

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