Autor: ek

DFS 331

DFS 331
Der Einsatz der DFS 230 Lastensegler zeigte bald, dass diese für viele Aktionen einfach zu klein waren. Deshalb erhielten die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug e.V. und die Gothaer Waggonfabrik AG bereits im Frühsommer 1940 den Auftrag, einen Großraumlastensegler zu schaffen, der bis zu 20 voll ausgerüstete Soldaten aufnehmen sollte. Hans Jacobs, der Chefkonstrukteur der DFS, der bereits die DFS 230 entwickelt hatte, entwarf einen abgestrebten Hochdecker in Gemischtbauweise mit doppelten Seitenleitwerk und ausfahrbaren Doppelkufen. Der aerodynamisch als tragender Breitrumpf ausgeführte Rumpf war eine der Neuerungen der DFS 331. Der Rumpf bestand aus einem geschweißten Stahlrohrgerüst, das mit Leinwand bespannt war. Der Rumpfbug war voll verglast und bot dem Co-Piloten Platz, während der Flugzeugführer in der ebenfalls voll verglasten Kabine, die nach rechts versetzt war und hervorragende Sichtverhältnisse bot, über dem Rumpfbug saß. Am Rumpfbug waren zwei pneumatisch einziehbare gefederte Kufen für die Landung angebracht. Der Start erfolgte auf einem abwerfbaren Zweiradfahrgestell. Zwei große Türen an den Rumpfbugseiten dienten dem schnellen Aussteigen der Soldaten. Die Tragflächen mit trapezförmigem Grundriss waren in Holzbauweise ausgeführt und mit Sperrholz verkleidet. Auf der Tragflächenoberseite befanden sich Störklappen zur Erhöhung der Sinkgeschwindigkeit im steilen Landeanflug. Die Tragflächen wurden durch je eine I-Strebe zum Rumpf hin abgestützt. Das Leitwerk war eine mit Stoff bespannte Holzkonstruktion, die gegen den Rumpf abgestrebt war. Das Seitenleitwerk bestand aus zwei Endscheiben.
Erprobung des DFS 331
Den Bau des Prototypen übernahm die Gothaer Waggonfabrik AG, wo am 30. September 1940 der Erstflug von Flugkapitän Hanna Reitsch durchgeführt wurde. Sie zeigte sich danach begeistert von den hervorragenden Flugeigenschaften der DFS 331. Flugzeugführer der Schleppmaschine, einer Ju 52 mit dem militärischen Kennzeichen H4+BH war Karl-Heinz Bendermann. Über 100 weitere Testflüge, von denen einige von Erich Klöckner durchgeführt wurden, bestätigten die außergewöhnlich guten Flugeigenschaften. Trotzdem blieb die DFS 331 eine Einzelmaschine, in die Serienfertigung ging schließlich die Go 242, der Wettbewerbsentwurf der Gothaer Waggonfabrik. Diese besaß einen größeren Laderaum konnte fast die doppelte Nutzlast aufnehmen und bot durch ihre Konstruktion mit Gondelrumpf und zwei Leitwerksträgern den im Einsatz immensen Vorteil, dass die Luftlandesoldaten über eine große Heckklappe aussteigen und sofort im Gelände Deckung suchen konnten. Außerdem war durch die große Heckklappe das Be- und Entladen wesentlich einfacher. Diese Vorteile der Go 242 waren durch die besseren Flugeigenschaften der DFS 331 nicht wettzumachen.
DFS 331 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: DFS 331
Land: Deutschland
Verwendung: Lastensegler
Besatzung: 2 Mann
Transportleistung: 18 voll ausgerüstete Luftlandesoldaten
Erstflug: 30. September 1940
Spannweite: 21,60 m
Länge: 15,80 m
größte Höhe: 4,55 m
Länge des Laderaums: 6,10 m
Breite des Laderaums: 2,50 m
Höhe des Laderaums: 1,6 m
Spurweite der Landekufen: 1,82 m
Flügelfläche: 59,7 m²
V-Form: 4,0°
Streckung: 7,8
Leermasse: 2.490 kg
Startmasse normal: 4.530 kg
Startmasse maximal: 4.800 kg
Nutzlast: maximal 2.040 kg
Flächenbelastung: 80,40 kg/m²
Höchstzulässige Schleppgeschwindigkeit: 270 km/h
Höchstgeschwindigkeit im Sturzflug: 460 km/h
Landegeschwindigkeit: 80 km/h
Beste Gleitzahl: 12,4
Landestrecke: 220 m
Bewaffnung: ein 7.9 mm Maschinengewehr MG 15 in der Bugkanzel mit 1.300 Schuß.
Text: Eberhard Kranz

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