Autor: ek

Curtiss SO3C Seamew

Curtiss SO3C Seamew
Die Maschine wurde 1937 auf eine Forderung der US Navy als schnelles Beobachtungs- und Aufklärungsflugzeug, das sowohl träger- als auch küstengestützt operieren und die bis dahin eingesetzten Curtiss SOC ?Seagull? Doppeldecker ablösen sollte, entwickelt. Curtiss entwarf einen aerodynamisch hochwertigen zweisitzigen Mitteldecker mit festem Heckradfahrwerk in Ganzmetallbauweise. Das Fahrwerk konnte schnell gegen einen Mittelschwimmer getauscht werden. Der Erstflug fand am 6. Oktober 1939 statt. In der folgenden Flugerprobung zeigte die Maschine erschreckend viele Mängel, besonders die Stabilität um alle Achsen war sehr labil. Dies führte zu zahlreichen Veränderungen an Leitwerk und Tragflügeln. Am Ende war man bei einem Seitenleitwerk angekommen, dass so groß war, das man nun die hintere Kabinenabdeckung nicht mehr öffnen konnte, was aber bei Beobachtungsflügen absolut notwendig war. So sah man sich gezwungen, eine Trennstelle im Höhenleitwerk einzubauen, so dass man beim Offnen der Kabinenabdeckung einen Teil der Höhenflosse mit bewegte. Dies erzeugte wieder Luftwirbel, die dem Beobachter das Leben schwer machten. Die ersten Serienflugzeuge wurden so erst ab Juli 1942 als katapultfähige Aufklärer für die Schlachtschiffe ausgeliefert, diese Maschinen waren mit Zentralschwimmer ausgerüstet. Die Radausführung als Nahaufklärer und Sicherungsflugzeug war wegen der geringen Spurbreite sehr unbeliebt. Als Trägerflugzeug war sie gänzlich unbrauchbar. Um als küstengestützter U-Bootjäger verwendet werden zu können, mußte die komplette Panzerung und Bewaffnung ausgebaut werden. Nur so konnte die Maschine die notwendige Tragfähigkeit für beiden 147 kg Wasserbomben erreichen. Immer wieder kam es zu Motorproblemen, die nie ganz abgestellt werden konnten. Im Rahmen des Lend-Lease Abkommens erhielt die Royal Navy Fleet Air Arm 250 ?Seamew? mit festem Fahrgestell. Die Maschinen wurden ab Januar 1944 geliefert und bereits im September 1944 offiziell als unbrauchbar eingestuft, so dass die letzten 30 Stück nicht mehr abgenommen und gegen Vought ?Kingfisher? getauscht wurden. Bei den britischen Besatzungen war die ?Seamew? äußerst unbeliebt und erhielt den Spitznamen ?Seacow? und wurde nur als Kurierflugzeug oder als Scheibenschleppflugzeug eingesetzt. Bereits 1945 wurden die vorhandenen Maschinen aus dem Dienst gezogen und zu unbemannten Zielflugzeugen umgebaut. Insgesamt baute Curtiss 795 SO3C ?Seamew?.
Curtiss SO3C Seamew
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Curtiss SO3C Seamew
Verwendung: Schnelles träger- oder küstengestütztes Aufklärungsflugzeug, U-Boot-Bekämpfungsflugzeug
Baujahr: 1942
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter 12 Zylinder V Reihenmotor Fairchild Ranger V-770-6 mit verstellbarem Dreiblatt-Metallpropeller
Startleistung: 600 PS (442 kW)
Dauerleistung: 542 PS ( 399 kW) in 4.000 m
Besatzung: 2 Mann
Erstflug: 6. Oktober 1939
Spannweite: 11,60 m
Spannweite geklappt: 4,50 m
größte Höhe mit Fahrwerk: 3,05 m
größte Höhe mit Zentralschwimmer: 4,57 m
Propellerfläche: 7,45 m²
Spurweite: 1,42 m
Flügelfläche: 26,62 m²
V-Form: +6° Tragflächenendstücke +38°
Leermasse mit Radfahrwerk: 1.944 kg
Leermasse mit Zentralschwimmer: 2.170 kg
Startmasse normal: 2.600 kg
Startmasse maximal: 3.080 kg
Tankinhalt: 940 Liter
Flächenbelastung: 115,7 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,13 kg/PS (6,97 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 277 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.600 m: 300 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 195 km/h
Landegeschwindigkeit: 135 km/h
Gipfelhöhe: 5.000 m
Steigleistung: 2,6 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 6,5 min
Steigzeit auf 3.000 m: 21,5 min
Steigzeit auf 5.000 m: 40,0 min
Reichweite normal: 1.010 km
Reichweite maximal: 1.850 km
Flugdauer: 9,5 h
Bewaffnung: ein 12,7 mm Maschinengewehr Colt-Browning 0.5 mit 400 Schuss und ein 7,62 mm Maschinengewehr Colt-Browning 0.3 mit 1.000 Schuß
Bombenlast maximal: 150 kg

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