Autor: ek

Convair XF2Y-1 Sea Dart

Convair XF2Y-1 ?Sea Dart?
1948 forderte die US Navy in einer Ausschreibung ein Überschall-Abfangjagdflugzeug. Der Einsatz von Überschallflugzeugen von Flugzeugträgern aus wurde damals ziemlich kontrovers diskutiert, da die bereits vorhandenen ersten landgestützten Überschallflugzeugentwürfe entsprechend ihrer Geometrien lange Startbahnen benötigen würden. Bedingt durch die noch relativ schwachen Triebwerke waren mehrere notwendig, um die entsprechenden Flugleistungen zu erzielen. Dies bedeutete wieder, die Flugzeuge waren relativ groß und entsprechend schwer. Außerdem stellten Flugzeugträger große, relativ unbewegliche Ziele dar, die gegen überraschende Raketenangriffe nur schwer zu schützen waren. Deshalb entschied man sich bei Convair für ein Überschallwasserflugzeug. Der eingereichte Entwurf wurde vom US Navy Bureau Aeronautics akzeptiert und 1951 ein Auftrag über zwei Prototypen ausgelöst. Die Maschine war als Mitteldecker mit Deltaflügel in Ganzmetallbauweise ausgelegt. Die Lufteinläufe wurden wegen des Spritzwassers weit nach hinten und nach oben auf den Rumpfrücken verlegt, die beiden Westinghouse XJ46 Triebwerke mit Nachbrenner befanden sich im Rumpfheck. Die Austrittsöffnungen lagen neben dem Seitenleitwerk knapp über der Wasserlinie. Als Bewaffnung waren für die Serienflugzeuge vier 20 mm Maschinenkanonen und Raketenbehälter mit ungelenkten Raketen vorgesehen. Da die vorgesehenen Triebwerke nicht fertig waren, wurden die leistungsschwächeren Westinghouse J34 eingebaut. Für Start und Landung waren zwei einziehbare Wasserski vorgesehen, die ab einer Geschwindigkeit von 16 km/h ausgefahren wurden. Für niedrigere Geschwindigkeiten lag der ganze Rumpf im Wasser. Bevor der Erstflug stattfand, bestellte die US Navy bereits im August 1952 weitere 12 Exemplare Im Dezember 1952 begann man in San Diego mit Wassergleitversuchen, wobei trotz Dämpfer starke Schwingungen auftraten. Am 9.April 1953 fand der Erstflug statt. Am 3.August 1954 gelang es mit den mittlerweile eingebauten J46-WE-2 Überschallgeschwindigkeit zu erreichen. Inzwischen war die Bestellung geändert wurden, es wurden noch acht weitere Serienmodelle bestellt, so dass insgesamt 22 F2Y gefertigt werden sollten. Am 4.November 1954 zerlegte sich die erste Vorserienmaschine während einer Vorführung vor Vertretern der US Navy und der Presse in der Luft, dabei kam der Pilot Charles E. Richbourg ums Leben. Der Unfall, sowie die ständigen Triebwerksprobleme, sowie Entwicklung von neuen Startverfahren auf den Flugzeugträgern, die Verwendung von Radflugzeugen ermöglichten, führten erst zur Rückstufung und 1957 zur Beendigung des Programms. Insgesamt wurden fünf Sea Dart gebaut, von denen die letzten beiden nie geflogen sind. Die Maschinen sind erhalten geblieben, der erste Prototyp ist im Smithsonian Institute, die Vorserienmaschinen befinden sich in San Diego, Willow Grove und am Flughafen von Lakeland, Florida.
Convair XF2Y-1 ?Sea Dart?
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten YF2Y-1
Verwendung: Experimentalflugzeug, wassergestützer Überschallabfangjäger
Baujahr: 1954
Besatzung: 1 MannTriebwerk: zwei TL-Triebwerke Westinghouse J46-WE-2 mit Nachbrenner
Startleistung: 2.085 kp (20,44 kN)
Dauerleistung: 1.950 kp (19,13 kN) in 6.000 m
Leistung mit Nachbrenner: 2.763 kp (27,1 kN)
Erstflug: 9. April 1953
Spannweite: 16,03 m
Länge: 10,26 m
größte Höhe: 4,91 m, 6,32 m mit ausgefahrenen Wasserski
Spurweite der Wasserski: 2,24 m
Flügelfläche: 52,3 m²
V-Form: +0°
Pfeilung der Tragflügelvorderkante: 61,5°
Leermasse: 5.740 kg
Startmasse normal: 7 480 kg
Startmasse maximal: 9.750 kg
Tankinhalt: 2.800 Liter
Flächenbelastung: 186,4 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,96 kg/PS (4,02 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 980 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.440 m: 1.118 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 940 km/h
Geplante Höchstgeschwindigkeit in 6.000 m: 1.325 km/h
Landegeschwindigkeit: 200 km/h
Gipfelhöhe: 16.700 m
Steigleistung: 87,0 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 0,25 min
Steigzeit auf 3.000 m: 1,0 min
Steigzeit auf 5.000 m: 3,0 min
Startstrecke: 830 m
Landestrecke: 600 m
Reichweite normal: 826 km
Flugdauer: 45 min
Bewaffnung: vorgesehen vier 20 mm Maschinenkanonen M2 und zwei Abschuß-Kasetten mit ungelenkten Raketen
Bombenlast: keine

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