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Consolidated B-24 “Liberator”

Consolidated B-24 ?Liberator?
Im Auftrag der USAAF entstand 1939 bei Consolidated das Modell 32. das folgende geforderte Leistungen bringen sollte: Höchstgeschwindigkeit 480 km/h, Gipfelhöhe mindestens 10.000 m und Reichweite 4.800 km. Dabei sollte sie mindestens 3.000 kg Bomben tragen können. Um dies ermöglichen zu können, erhielt die Maschine das Davis Tragwerk, einen Flügel mit sehr großer Streckung, bei gleichzeitig kleiner Flügelfläche. So war die Flügelfläche der B-24 um 25 Prozent geringer als die der B-17. Die Maschine war in Ganzmetallbauweise ausgeführt und verfügte über ein einziehbares Bugradfahrwerk, grosse Fowlerklappen über die ganze Spannweite sorgten für eine niedrige Landegeschwindigkeit und gute Langsamflugeigenschaften. Der geräumige Rumpf konnte die Bomben, insgesamt 3.629 kg, in senkrechter Position aufnehmen. Durch einen Kielträger, der zum Gang zwischen Bug und Heck ausgebaut war, wurde der Bombenraum in zwei Sektionen aufgeteilt. Um den Luftwiderstand der Klappen bei geöffnetem Bombenraum zu reduzieren, wurden diese in das Rumpfinnere eingefahren. Gleichzeitig wurde eine Variante als LB-30 auf Grund einer Forderung der französischen Luftstreitkräfte nach einem Langstreckenbomber entwickelt. Der Auftrag wurde am 30.März 1939 erteilt und bereits am 29. Dezember 1939 flog der Prototyp XB-24 unter Isaac M. Laddon das erste Mal und erreichte aber die geforderten Leistungen nicht, besonders die geforderte Höchstgeschwindigkeit wurde verfehlt. Trotz weiterer Änderungen war diese Forderung nicht zu erfüllen. Trotzdem wurden die ersten Aufträge erteilt, sieben weitere Erprobungsmuster YB-24 und 120 Maschinen für die französischen Streitkräfte, die später auf 168 erhöht wurden. Das Fertigungslos wurde .komplett von der Royal Air Force, nach dem Zusammenbruch Frankreichs im Sommer 1940, übernommen. Im März 1941 trafen die ersten sechs Maschinen LB-30A nach einem Direktflug über den Atlantik in England ein. Da diese Maschinen noch keine Panzerung und selbstdichtende Tanks hatten, wurden sie als Transporter und Schulflugzeuge eingesetzt. Durch die Reichweite und das Rumpfvolumen war die Maschine auch für andere Verwendungen geeignet, wie Fernaufklärung, Seeüberwachung, Schiffsbekämpfung, aber auch als Transporter (C-87). Auch als VIP Transporter wurden die B-24 eingesetzt, so flog W. Averell Harriman im September 1941 zur Moskauer Konferenz, wo es unter anderem um die Lieferung amerikanischer Rüstungsgüter in die Sowjetunion ging (Lend lease). Aber auch Winston Churchill flog eine Liberator (englische Bezeichnung C.MKIX RY-3) als persönliches Flugzeug, die anstelle der Endscheiben eine einzelne hohe Seitenflosse, wie später die B-32, hatte. Diese Maschine trug den internen Namen ?Commando?. Die Serienfertigung lief mit der B-24D (insgesamt 2.738 Stück) und deren Weiterentwicklung B-24E (insgesamt 791 Stück). Es folgten 430 B-24G mit einem zusätzlichen Waffenturm in Rumpfbug. Die B-24H wurde 3.100mal gebaut. Die B-24J, eine verbesserte B-24H, erreichte mit 6.678 Exemplaren die höchste Stückzahl aller Baureihen. So verließ im März 1944 bei Ford alle 100 Minuten eine fertige B-24H die Montagehallen. Die letzen Baureihen waren die B-24 L, vorwiegend bei Ford in Willow Run gebaut, mit 1.667 Stück und die B-24M (2.593 Maschinen) im Convair Werk in San Diego. Insgesamt wurden bis zum Auslaufen der Produktion am 31.März 1945 18.188 B-24 gefertigt, davon 1.694 für Großbritannien. Haupteinsatz der B-24 war der pazifische Kriegsschauplatz, aber auch im Luftkrieg über Deutschland wurden B-24 von der 8th US Air Force eingesetzt. Besonders die verlustreichen Angriffe auf Schweinfurt und Augsburg stehen dafür. Aber auch Nordafrika und das Mittelmeer gehörten zu den Einsatzgebieten. Insgesamt 7 Maschinen mussten wegen starker Beschussschäden in der Sowjetunion notlanden, die Maschinen waren begehrte Studienobjekte der russischen Flugzeugbauer und Konstrukteure. Auch die Schweiz hatte mindestens eine flugfähige B-24 durch Notlandung in ihrem Besitz. Das geheimnisumwitterte KG 200 flog mindestens 12 B-24, andere Quellen geben 20 Stück an, (alliierte Quellen sprechen von über 100) mit deutschen Kennzeichen als Absetzmaschine für Agenten und andere Sondermissionen. Bekannt waren auch die schwarzen B-24 ?Carpetbaggers? der 801. Group, die zum Absetzen von Agenten hinter den deutschen Linien und zum Abwurf von Propagandamaterial für die ?Resistance? über Frankreich zum Einsatz kamen. Aus der B-24 leitete man das experimentelle Bombenflugzeug XB-41 ab, das später zur AT-22 (spätere Bezeichnung TB-24) für die Flugingenieurausbildung umgebaut wurde. Mit der Convair Modell 39 versuchte man ein Verkehrs- und Transportflugzeug für 45 Passagiere oder 5.443 kg Fracht aus der B-24 zu entwickeln, es wurde nur ein Prototyp gebaut und unter der Bezeichnung R2Y von der US Navy getestet. Die letzten B-24 wurden 1953 aus dem aktiven Dienst verabschiedet.
Consolidated B-24 ?Liberator?
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten der Consolidated B-24E
Verwendung: Schwerer Bomber, Langstreckenaufklärer, U-Boot-Bekämpfungs-flugzeug
Land: USA
Baujahr: 1942
Besatzung: 8 Mann
Triebwerk: 4x luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotore Pratt & Whitney R-1830 -43 ?Twin Wasp?
Startleistung: 1.200 PS (882 kW)
Dauerleistung: 1.080 PS (794 kW) in 4.000m
Erstflug der XB-24: 29. Dezember 1939
Spannweite: 33,53 m
Länge: 20,45 m
größte Höhe: 5,46 m
Flügelfläche: 97,36 m²
V-Stellung: +2°
Propellerdurchmesser: 3,50 m
Propellerfläche: 9,62 m²
Leermasse: 16.783 kg
Startmasse normal: 28.123 kg
Startmasse maximal: 29.480 kg
Kraftstoff: 8.570 Liter
Flächenbelastung: 302,8 kg/m²
Leistungsbelastung: 6,14 kg/PS (8,36 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 435 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 7.600 m: 457 km/h
Reisegeschwindigkeit in 5.000 m: 436 km/h
Landegeschwindigkeit: 146 km/h
Gipfelhöhe: 9.750 m
Steigleistung: 2,54 m/s
Steigzeit auf 1000 m: 6,5 min
Steigzeit auf 6.100 m: 40,0 min
Reichweite normal: 1.510 km
Startstrecke: 1.020 m
Startstrecke auf 15 m: 1.470 m
Landestrecke aus 15 m: 1.040 m
Bewaffnung: 10 12,7mm Maschinengewehre Browning 0,5
Bombenlast bei 400 km Eindringtiefe: 5.806 kg
bei 800 km Eindringtiefe: 3.600 kg
bei 1.200 km Eindringtiefe: 2.268 kg

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