Autor: ek

Chu (AFAMF) X-PO

Chu (AFAMF) X-PO
Im Jahre 1937 interessierte sich die chinesische Luftwaffe für ein modernes Eindecker-Jagdflugzeug das die veralteten Hawk III Doppeldecker ersetzen sollte. Nach langen Verhandlungen entschied man sich für die Curtiss Hawk 75. Zur Erprobung kaufte man bei Curtiss eine der beiden Vorführmaschinen, die Hawk 75H mit vier Maschinengewehren. Anscheinend war man mit der Maschine in China trotz ihres festen Fahrwerks zufrieden, denn bereits Ende 1937 bestellte man 30 Maschinen mit der Bezeichnung Hawk 75-M, die zwischen mai und August 1938 ausgeliefert wurden.
Weitere 82 Maschinen wollte man bei CAMCO in Loi-wing aus amerikanischen Teilen montieren.
Dieser Auftrag wurde aber zu Gunsten der Hawk 75 A-5 storniert. Die Hawk 75 A-5 mit einem Wright GR 1820-G205A und Einziehfahrwerk wurde nach Lieferung einer Mustermaschine in ca.40 Exemplaren in Loi-wing montiert und an die chinesische Luftwaffe übergeben.
1941 begann Generalmajor Chu Chia-Gen, der Leiter des technischen Konstruktionsbüros der chinesischen Luftwaffe, im Flugzeugwerk der Luftwaffe (AFAMF) mit dem Entwurf eines Jagdflugzeuges, da die Hawks den japanischen Jägern im Luftkampf deutlich unterlegen waren.
Der Eindecker mit einziehbarem Heckradfahrwerk und
geschlossener Kabine wurde in Gemischtbauweise ausgelegt. Beim Entwurf lehnte man sich stark an die Hawk 75 A-5 an. Der Rumpf war eine mit Sperrholz beplankte Stahlrohrkonstruktion, der dreiholmige Flügel bestand ganz aus Holz und war ebenfalls mit Sperrholz beplankt. Das Leitwerk war ebenfalls eine Holzkonstruktion, die Ruder waren stoffbespannt. Als Antrieb sah man den 14 Zylinder Doppelsternmotor Pratt&Whitney R-1830-S1C3-G Twin Wasp vor. Als Bewaffnung sah man vier 20 mm Maschinenkanonen vor, die am Unterflügel montiert waren. Um die X-Po auch als Sturzkampfbomber verwenden zu können, erhielt sie einen Bombenträger unter dem Rumpf.
Im Flugzeugwerk in Yangling war Anfang 1943 der erste Prototyp fertiggestellt. Gleichzeitig hatte man beschlossen, die X-Po in Yangling in Serie zu bauen.
Doch es kam anders. Beim Erstflug ließ der Pilot die Maschine bei der Landung heftig durchsacken, sie schlug hart auf der Landebahn auf und wurde so stark beschädigt, dass sie nicht mehr reparabel war.
Zwischenzeitlich waren die USA in den Krieg mit Japan eingetreten und der Lieferung amerikanischer Jagdflugzeuge vom Typ P-40 an China stand nichts mehr im Wege.
Deshalb wurde die Weiterentwicklung der X-Po im Sommer 1943 eingestellt.
Chu (AFAMF) X-PO (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Chu (AFAMF) X-PO
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1943
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 14 Zylinder Doppelstern- Motor Pratt&Whitney R-1830-S1C3-G Twin Wasp mit verstellbarem Dreiblatt-Metall-Propeller
Startleistung: 1.200 PS (884 kW)
Dauerleistung: 1.050 PS (773 kW) in 5.000 m
Spannweite: 11,40 m
Länge: 8,80 m
größte Höhe: 3,70 m
Propellerfläche: 7,16 m²
Spurweite: 3,26 m
Flügelfläche: 22,0 m²
V-Form: +3,5°
Flügelstreckung: 5,91
Leermasse: 2.110 kg
Startmasse normal: 2.815 kg
Startmasse maximal: 2.990 kg
Tankinhalt: 620 Liter
Flächenbelastung: 135,91 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,49 kg/PS (3,38 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 486 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000 m: 504 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 450 km/h
Landegeschwindigkeit: 130 km/h
Gipfelhöhe: 9.850 m
Steigleistung: 13,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,4 min
Steigzeit auf 3.000 m: 5,5 min
Steigzeit auf 6.000 m: 13,0 min
Reichweite normal: 920 km
Reichweite maximal: 1.400 km
Flugdauer: 3h
Bewaffnung: vier 20 mm Maschinenkanone Hispano Suiza mit je 40 Schuss
Bombenlast maximal: 250 kg

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