Autor: ek

CANSA FC.20

CANSA FC.20
Unter der Leitung von Chefkonstrukteur Giacomo Mosso begann man Mitte 1940 auf eine offizielle Anfrage der Regia Aeronautica hin, bei der Firma Construzioni Aeronautiche Novaresi S.A. (CANSA) mit der Entwicklung eines zweimotorigen Mehrzweckflugzeuges, das sowohl als schwerer Jäger , leichter Bomber und als Aufklärer eingesetzt werden sollte. Mossi entschied sich für einen zweimotorigen Tiefdecker mit einziehbarem Heckradfahrwerk und doppeltem Seitenleitwerk in Ganzmetallbauweise. Lediglich die Ruder waren stoffbespannt. Als Triebwerk sah man die bei FIAT als A.74 R.C.38 in Lizenz gebauten Pratt&Whitney R 1830 Twin Wasp vor. Der erste Prototyp (MM.403) startete am 12.April 1941 zu seinem Erstflug. Die Maschine war als leichter Bomber/Aufklärer ausgelegt und hatte deshalb einen verglasten Rumpfbug. Während der Flugerprobung erreichte man eine Höchstgeschwindigkeit von 467 km/h und eine Reichweite von 1.300 km. Beide Leistungen entsprachen nicht den Erwartungen der Regia Aeronautica. Der zweite Prototyp (MM.404) wurde erst im Januar 1943 fertig. In der Ausführung als schweres Jagdbombenflugzeug erhielt die Maschine die Bezeichnung FC.20bis. Der Erstflug fand dann am 14.Februar 1943 statt. Mit dem Auftauchen der ersten amerikanischen B-24 Bomber über Italien, beschloss man die MM.404 zum Nachtjäger umzubauen. Bis Ende März 1943 waren die Arbeiten abgeschlossen und im April 1943 versuchte der Pilot Ricci mit der Maschine einen Angriff auf eine B-24. Die Auswertung dieses Angriffs zeigte aber, dass die FC.20bis wegen ihrer geringen Gipfelhöhe und dem mäßigen Steigleistungen für diese Rolle ungeeignet war. Trotzdem bestellte die Regia Aeronautica mangels einer Alternative 10 Vorserienflugzeuge zur Truppenerprobung. Diese wurden bis zum August 1943 ausgeliefert. Drei Exemplare davon waren als Aufklärer ausgerüstet und kamen zur 173. Aufklärerschwadron der Ricognizione Strategica Terreste (RST). Im Sommer 1943 begann man bei CANSA mit dem Bau einer dritten Variante, der FC.20ter, indem man den ersten Prototyp MM.403 mit einer 37 mm Maschinenkanone Breda und stärkeren Motoren Fiat A-80 RC.41 mit 1.000 PS Startleistung ausrüstete. Bis zur Kapitulation Italiens wurde der Umbau nicht mehr abgeschlossen. Ein Projekt blieb die vierte Version FC.20quarter, die auf der FC.20bis aufbaute. Sie sollte mit deutschen Reihenmotoren Daimler Benz DB 601 A-1 und vier 20 mm Maschinenkanonen MG151/20 ausgerüstet werden.
CANSA FC.20
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten; CANSA FC.20
Land: Italien
Verwendung: schweres Jagdflugzeug
Baujahr: 1943
Bombenlast: 252 kg
Triebwerk: zwei luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotoren Fiat A.74 R.C.38 mit verstellbarem Dreiblatt-Metall-Propeller
Startleistung: 840 PS (619 kW)
Dauerleistung: 800 PS (589 kW) in 3.000 m
Besatzung: 2 Mann
Erstflug: 14.Februar 1943
Spannweite: 16,00 m
Länge: 12,18 m
größte Höhe: 4,03 m
Propellerdurchmesser: 3,00 m
Propellerfläche: 7,07 m²
Spurweite: 5,86 m
Flügelfläche: 40,1 m²
V-Form: +2,33°
Flügelstreckung: 6,38
Leermasse: 4.770 kg
Startmasse normal: 6 540 kg
Startmasse maximal: 6.880 kg
Tankinhalt: 1080 Liter
Flächenbelastung: 171,6 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,10 kg/PS (5,57 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 422 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000 m: 456 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 400 km/h
Landegeschwindigkeit: 140 km/h
Gipfelhöhe: 8.350 m
Steigleistung: 9,4 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,9 min
Steigzeit auf 3.000 m: 6,5 min
Steigzeit auf 5.000 m: 10,5 min
Reichweite normal: 940 km
Reichweite maximal: 1.150 km
Flugdauer: 3,0 h
Bewaffnung: eine 37 mm Maschinenkanone Breda mit 36 Schuss, zwei 12,7 mm Maschinengewehre Breda-SAFAT mit je 250 Schuss und ein 12,7 mm Maschinengewehr Breda-SAFAT mit 500 Schuss im Drehturm Scotti auf dem Rumpfrücken.

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