Autor: ek

Bristol 167 Brabazon

Bristol 167 Brabazon
1942 beschlossen die USA und Großbritannien ihre Entwicklungskapazitäten zu optimieren, England sollte seine viermotorigen Bomber weiter entwickeln, während die USA die Entwicklung von Transportflugzeugen übernahm. Dies hätte aber bedeutet, dass bei Kriegsende England keine Erfahrungen im modernen Transportflugzeugbau gehabt hätte. Deshalb wurde 1943 die Brabazon-Kommission eingesetzt, die sich mit dem zukünftigen Luftverkehr Großbritanniens nach dem Kriegsende beschäftigte und Vorschläge für die dafür benötigten Flugzeuge machte. Man schlug fünf Typen vor, wobei der Typ I ein großes Flugzeug für den transatlantischen Verkehr vorsah. Den Entwicklungsauftrag für zwei Prototypen dieser Maschine erhielt Bristol. Dort hatte man zwar keine praktischen Erfahrungen mit einem so großen Flugzeug, man hatte aber bereits 1942 einen überschweren Bomber konzipiert, dessen zivile Überarbeitung genau die Forderungen des Typ I erfüllte und so sah man sich der Aufgabe durchaus gewachsen, zumal der Antrieb mit den bei Bristol gebauten Centaurus Sternmotoren erfolgen sollte. Die Spezifikation E2/44 forderte eine dann Kapazität von 50 Passagieren, wobei das maximale Abfluggewicht mit 113.858 kg festgelegt wurde. Der zukünftige Betreiber BOAC stimmte dem zwar zu, bevorzugte aber intern eine 25 Passagiere Lösung. Bei Bristol begann man Ende 1944 mit der Konstruktion des Ganzmetall-Tiefdeckers mit einem Rumpfdurchmesser von 5,11 m, einem mehrrädrigen Bugradfahrwerk und 8 Centaurus Motoren, die paarweise gekoppelt gegenläufige Luftschrauben antrieben. Rumpf, Flügelmittelstück und Höhenleitwerk waren eine integrale Baugruppe. Im Dezember 1948 konnte die Maschine die Montagehalle verlassen und am 04.September 1949 fand der Erstflug unter Cheftestpilot A.J. Pegg statt. Am 14. Juni 1950 erhielt die Bristol 167 ein eingeschränktes Lufttüchtigkeitszeugnis und bereits am 15.Juni startete die Maschine von London, mit 30 Passagiersitzen ausgestattet, zu Vorführflügen. Mittlerweile wollte die BEA die Maschine auf der Strecke London-Nizza versuchsweise für 180 Passagiere einsetzen. Bei einer Überprüfung im herbst 1952 stellte man zahlreiche Haarrisse im Bereich der Triebwerke und der Propelleraufhängungen fest. Der Bau des zweiten Prototyps mit 107 Sitzplätzen wurde daraufhin abgebrochen. Nach nur knapp 400 Flugstunden wurde die B.167.1 im Herbst 1953 verschrottet. Das ganze Projekt hatte knapp 3,4 Millionen Pfund Sterling verschlungen, die höchste Summe, die bis dahin in Großbritannien für eine Flugzeugentwicklung aufgewendet worden war.
Bristol 167 Brabazon
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Bristol 167 Brabazon
Verwendung: Transatlantisches Verkehrsflugzeug
Baujahr: 1949
Besatzung: 8 Mann
Passagiere: 50-180
Triebwerk: 8 x luftgekühlte 18 Zylinder Sternmotor mit Schiebersteuerung Bristol Centaurus XX je zwei auf ein gemeinsames Getriebe mit gegenläufige Dreiblatt- Metallverstellpropellern wirkend
Startleistung: 2.640 PS (1.967 kW)
Dauerleistung: 2.280 PS (1.699 kW) in 4.000 m
Spannweite: 70,10 m
Länge: 53,95 m
größte Höhe: 15,24 m
Propellerdurchmesser: 4,46 m
Propellerfläche: 15,62 m²
Spurweite: 15,78 m
Flügelfläche: 493,95 m²
V-Form: +2,5°
Leermasse: 65.815 kg
Startmasse normal: 125.375 kg
Startmasse maximal: 131.545 kg
Tankinhalt: 70.000 Liter
Flächenbelastung: 266,3 kg/m²
Leistungsbelastung: 6,23 kg/PS (8,36 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 493 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.600m: 528 km/h
Reisegeschwindigkeit in 7.600m: 400 km/h
Gipfelhöhe: 7.630 m
Steigleistung: 8,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,9 min
Steigzeit auf 5.000 m: 12 min
Reichweite normal: 7.980 km
Reichweite maximal: 8.850 km
Flugdauer maximal: 22 h

Kommentare

Anzeige
FliegerWeb on Facebook:
empfohlen
 
 

Back to Top