Autor: ek

Bristol 146

Bristol 146
Im Jahre 1934 erließ das Air Ministry die Ausschreibung F.5/34, die einen einsitzigen Jäger mit geschlossenem Cockpit, Sauerstoffgerät für den Piloten, Einziehfahrwerk und eine grundsätzliche Ausführung als Eindecker forderte. Als Leistungsparameter forderte man eine Höchstgeschwindigkeit von 440 km/h in 4.570 m und 425 km/h in 6.100 m, 10.000 m Dienstgipfelhöhe und eine Flugdauer von 90 Minuten. Als Bewaffnung waren sechs oder acht 7,62 mm Browning 0.3 Maschinengewehre mit je 300 Schuß zu verwenden. Auf diese Spezifikation hin entstanden die Typen Bristol 146, Hawker Hurricane, Martin-Baker MB.2, Vickers 279 Venon und Gloster F.5/34. Später kam noch die Supermarine Spitfire hinzu. Bei Bristol griff man auf die Erfahrungen mit der Bristol 133, einem Eindeckerjagdflugzeug von 1933, zurück und schlug einen Tiefdecker in Ganzmetallbauweise, wobei der Rumpf in Halbschalenbauweise ausgeführt werden sollte, mit geschlossener auf den Rumpf aufgesetzter Kabine und freitragendem Normalleitwerk vor. Das Fahrwerk war einziehbar, lediglich das Heckrad war starr angebracht. Die Bewaffnung von acht 7, 7mm Maschinengewehren war in den Tragflächen außerhalb des Propellerkreises untergebracht. Als Antrieb wollte man den, im eigenen Hause in der Entwicklung befindlichen, 9 Zylinder Sternmotor Perseus mit Turbolader verwenden. Die Startleistung sollte 845 PS betragen. Man erhielt den Auftrag, einen Prototyp des Typs 146 zu bauen. Da der Perseus Sternmotor auf absehbare Zeit nicht verfügbar sein würde, änderte man die Konstruktion auf den Mercury IX um, der dann auch im Prototyp eingebaut wurde. Wegen der geringen Dringlichkeitsstufe, die das Projekt bei Bristol innehatte, wurde die Maschine erst zur Jahreswende 1937/38 fertiggestellt. Nach der Bodenerprobung fand der Erstflug am 11.Februar 1938 statt. Anschließend wurde die Maschine der Royal Air Force zur weiteren Erprobung übergeben. Das Flugzeug erhielt die militärische Kennung K 5119 und wurde im Testzentrum Martlesham Heath ausführlich getestet. Die erzielten Leistungen überzeugten nicht, so dass der Prototyp wieder an die Bristol Aeroplane Co. Ltd. zurückgegeben wurde. Im Spätsommer 1938 sollte die Bristol 146 dann zu Täuschungszwecken an einer Flugschau der RAF teilnehmen, stieß aber bei der Landung mit einem abgestellten Flugzeug zusammen, wobei die Maschine so stark beschädigt wurde, das sie anschließend verschrottet werden musste. Zu dieser Zeit waren die beiden Sieger der Ausschreibung F.5/34, die Hurricane und die Spitfire, schon im Serienbau und kurz vor der Truppeneinführung.
Bristol 146
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Bristol 146
Verwendung: Tagjagdflugzeug
Baujahr: 1938
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor Bristol Mercury IX und verstellbarem Dreiblatt-Metall-Propeller
Startleistung: 840 PS (620 kW)
Dauerleistung: 724 PS (533 kW) in 4.000 m
Spannweite: 11,89 m
Länge: 8,23 m
größte Höhe: 3,15 m
Propellerfläche: 7,84 m²
Spurweite: 3,16 m
Flügelfläche: 20,44 m²
V-Form: +3°
Flügelstreckung: 6,92
Leermasse: 1.489 kg
Startmasse normal: 2.096 kg
Startmasse maximal: 2.210 kg
Tankinhalt: 490 Liter
Flächenbelastung: 108,12 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,64 kg/PS (3,59 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 446 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.575 m: 462 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 390 km/h
Landegeschwindigkeit: 115 km/h
Gipfelhöhe: 11.600 m
Steigleistung: 13,9 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,3 min
Steigzeit auf 3.000 m: 3,8 min
Steigzeit auf 6.000 m: 9,0 min
Startstrecke: 260 m
Landestrecke: 280 m
Reichweite normal: 660 km
Reichweite maximal: 770 km
Flugdauer: 2 h
Bewaffnung: acht 7,62 mm Maschinengewehre Browning 0.3 mit je 300 Schuss
Bombenlast maximal: 100 kg

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