Autor: ek

Brewster F2A Buffalo

Brewster F2A Buffalo
Im Jahre 1936 begannen bei der Brewster Aeronautical Corporation unter der Bezeichnung B-239 die Entwicklungsarbeiten zu einem bordgestützten Eindecker-Jagdfugzeug mit einziehbarem Fahrwerk. Die Entwicklungsarbeiten leiteten Dayton T. Brown und R.D. MacCart.
Die Maschine war als Mitteldecker in Ganzmetallbauweise ausgelegt. Als Antrieb war ein Wright ?Cyclone? vorgesehen, das Fahrwerk war ursprünglich für das Jagdflugzeug Boeing 278A entwickelt worden und wurde ohne große Änderungen übernommen.
Das Projekt wurde der US Navy vorgestellt und am 22.Juni 1936 bestellte diese einen Prototyp, der im Dezember 1937 als XF2A-1 seinen Erstflug absolvierte. Nach umfangreichen Erprobungen erteilte die Navy am 11. Juni 1938 einen Auftrag über 54 leicht modifizierte Maschinen. So wurde als Motor der Wright R-1820 -34 mit 940 PS Startleistung vorgeschrieben.
Die Lieferungen begannen im Juni 1939, doch stellte die Navy nur 11 Exemplare wirklich in Dienst, die restlichen 43 wurden als überzählig für den Export nach Finnland freigegeben. Dort verstärkte man die Bewaffnung, in dem man das 7,62 mm Maschinengewehr gegen eins mit Kaliber 12,7 mm austauschte. Die B-239 blieben dann bis nach den zweiten Weltkrieg in Finnland im Einsatz und wurden erst 1948 ausgemustert.
Inzwischen hatte die Navy den Einbau des R-1820-40 mit 1.200 PS Startleistung angeordnet, zusätzlich erhielt die Maschine einen elektrisch verstellbaren Propeller und auch das Vergasersystem wurde überarbeitet. Der Prototyp, der im Juli 1939 fertiggestellt war, erhielt die Bezeichnung XF2A-2. Die Navy bestellte 43 Maschinen als F2A-2, nachdem noch eine Kabinenpanzerung und geschützte Tanks eingebaut worden waren, als Ersatz für die 43 nach Finnland gelieferten F2A-1. Ab der dreißigsten Maschine wurde die Bewaffnung
auf vier 12,7 mm Maschinengewehre Colt umgestellt.
Inzwischen waren bei Brewster Bestellungen für eine landgestützte Variante eingegangen, die die Bezeichnung B-339 erhielt. Belgien orderte 40 Maschinen und Großbritannien sogar 170 Exemplare als B-339E, weitere 72 Maschinen B-339D bestellte die NEI, die Königlich Niederländische Armee in Ostindien. Die Lieferungen nach Belgien konnten nicht mehr rechtzeitig erfolgen, diese Maschinen übernahm dann ebenfalls Großbritannien, wo die ersten B-339E im Juli 1940 eintrafen. Dort wurden sie bald von den Besatzungen wegen ihres bulligen Aussehens ?Buffalo? genannt.
Durch den Einbau der Panzerung und der veränderten Waffenanlage war die Leermasse deutlich angestiegen, was sich negativ auf die Flugleistungen auswirkte. Dem wirkte man entgegen, indem man das Tankvolumen auf 382 Liter reduzierte, sodass die höhere Leermasse kompensiert wurde. Eine weitere Bestellung von 20 Maschinen der NEI mit dem Motor GR-1820-G205A wurde als B-439 von der USAAF übernommen, weil die NEI inzwischen kapituliert hatten. 17 Exemplare davon wurden im Juli 1942 an die australische RAAF abgegeben.
Am 21.januar 1941 bestellte die US Navy weitere 108 Maschinen als F2A-3, die wieder den R-1820-40 erhielten, allerdings zur Verbesserung der Schwerpunktlage um 22,9 mm nach vorn versetzt wurde, gleichzeitig vergrößerte man die Flügeltanks. Ab Juli 1941 wurden die F2A-3 an die Navy ausgeliefert. Ursprünglich für die Flugzeugträger Lexington und Saratoga vorgesehen, wurden sie aber durch die moderneren Grumman F4F-3 Wildcat ersetzt und bei küstengestützten Verbänden nur noch als Übungsflugzeuge eingesetzt.
Im März 1942 lief die Produktion der F2A mit der Auslieferung der 20 von der NEI bestellten B-439, die von der USAAF übernommen wurden, endgültig aus.
Brewster F2A Buffalo (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Brewster F2A Buffalo
Verwendung: bordgestütztes Jagdflugzeug
Baujahr: 1939
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor Wright R-1820-40 Cyclone mit elektrisch verstellbarem Dreiblatt-Metall-Propeller
Startleistung: 1.200 PS (884 kW)
Dauerleistung: 910 PS (670 kW) in 4.300 m
Spannweite: 10,67 m
Länge: 7,83 m
größte Höhe: 3,66 m
Propellerdurchmesser: 3,20 m
Propellerfläche: 8,04 m²
Spurweite: 2,52 m
Flügelfläche: 19,40 m²
V-Form: +4,66°
Streckung: 5,87
Leermasse: 2.090 kg
Startmasse normal: 2.705 kg
Startmasse maximal: 3.105 kg
Tankinhalt: 690 Liter (zur Verbesserung der Flugleistungen wurden aber nur 382 Liter getankt)
Flächenbelastung: 160,05 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,59 kg/PS (3,52 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Meereshöhe: 459 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000 m: 522 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 405 km/h
Landegeschwindigkeit: 105 km/h
Gipfelhöhe: 9.350 m
Steigleistung: 12,7 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,4 min
Steigzeit auf 3.000 m: 4,5 min
Steigzeit auf 6.000 m: 10,5 min
Reichweite normal: 1.550 km (mit vollem Tank) mit 382 Liter 800 km
Reichweite maximal: 2.385 km (Überführungsreichweite)
Flugdauer: 4,0 h
Bewaffnung: vier 12,7 mm Maschinengewehre Colt, davon zwei synchronisiert im Rumpfbug mit je 750 Schuss und zwei in den Tragflächen mit je 450 Schuss
Bombenlast maximal: 100 kg

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