Autor: ek

Breguet Bre-690

Breguet Bre-690
1934 forderte das französische Luftfahrtministerium die Entwicklung eines schweren dreisitzigen Jagdflugzeuges. Die Potez-630 ging als Sieger dieser Ausschreibung hervor. Den fortschrittlichsten Entwurf reichte aber Breguet mit der Bre-690 ein. Konstruktiv war der Entwurf von Chefkonstrukteur Georges Ricard aber erst 1937 soweit bearbeitet, dass man einen internen Auftrag zum Bau eines Prototypen auslösen konnte. Die Maschine war als zweimotoriger Tiefdecker in Gemischtbauweise mit einziehbarem Heckradfahrwerk ausgeführt. Besonderer Wert wurde auf die aerodynamische Gestaltung gelegt. Zwischenzeitlich forderte die französische Luftwaffe die Beschaffung eines modernen Erdkampfflugzeuges. Breguet modifizierte leicht die Konstruktion, reduzierte die Besatzung auf zwei Personen und am 23.August 1938 startete die Maschine zu ihrem Erstflug. Die anschließende Flugerprobung verlief so erfolgreich, das sofort ein Auftrag über 100 Tiefangriffsflugzeuge Bre-691 AB2 ausgelöst wurde, der nach kurzer Zeit verdoppelt wurde. Die Maschine wurde schwer bewaffnet, die Besatzung war durch eingebaute Panzerplatten geschützt und die Tanks sollten selbstdichtend sein, wurden aber wegen ihrer Unzulänglichkeit dann einfach eingebaut. mußte. Die Version erhielt die Bezeichnung Bre-693 AB2. Um in der Motorenverwendung flexibel zu sein, wurde ebenfalls der amerikanische Pratt&Whitney Twin Wasp Junior eingebaut, diese Version bezeichnete man als Bre-695. Schweden und Belgien bestellten eine Aufklärerversion, die Bre-694, von der aber nur je ein Prototyp gebaut wurde. Hauptproblem der Bre-691 waren ihre Hispano-Suiza 14 AB Doppelsternmotoren, so dass man nach 79 gebauten Maschinen auf Gnome-Rhone 14M umrüsten mußte. Beide Motoren waren ähnlich, der Gnome Rhone wies einen größeren Durchmesser auf, so dass die Motorverkleidung neu konstruiert werden Mit Beginn des deutschen Einmarsches wurden die mit Bre-691 ausgerüsteten Verbände an den Brennpunkten eingesetzt, wo sie auch durch eine falsche Einsatztaktik bedingt schwerste Verluste hinnehmen mussten. So kehrten beim ersten Kampfeinsatz am 12.May 1940 von 18 gestarteten Besatzungen lediglich 8 zurück. Ab Mitte Juni 1940 versuchte die französische Armee wegen der sich abzeichnenden Niederlage, möglichst viele moderne Flugzeuge nach Nordafrika zu bringen, wo sie dem deutschen Zugriff entzogen waren. Dafür reichte aber die Reichweite der Breguets nicht, so daß mit der Kapitulation Frankreichs die noch vorhandenen Maschinen in deutsche Hand fielen. Einige Maschinen wurden von der Vichy Luftwaffe weiterbetrieben, die meisten gingen an Italien, wo sie als Trainingsflugzeuge eingesetzt wurden. Bis zur Kapitulation Frankreichs waren 264 Bre-691 und 50 Bre-695 gefertigt worden. 119 waren im Einsatz verloren gegangen und weitere 14 wegen zu starker Beschädigungen abgeschrieben wurden. Die Verlustquote lag in den Einsatzstaffeln bei ca. 65% der Maschinen, bei den Besatzungen bei 50%.
Breguet Bre-690
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Breguet Bre-693 AB-2
Verwendung: Tiefangriffs- und Erdkampfflugzeug, Aufklärer und leichter Bomber
Baujahr: 1940
Besatzung: 2 Mann
Triebwerk: zwei luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotoren Gnome-Rhone 14M-6/7 mit Dreiblatt-Verstellpropeller
Startleistung: je 700 PS (522 kW)
Dauerleistung: 620 PS in 4.000 m (462 kW)
Spannweite: 15,36 m
Länge: 9,68 m
größte Höhe: 3,18 m
Propellerdurchmesser: 2,54 m
Propellerfläche: 5,10 m²
Spurweite: 4,00 m
Flügelfläche: 29,20 m²
V-Form: +5°
Leermasse: 3.375 kg
Startmasse normal: 4.890 kg
Startmasse maximal: 5.420 kg
Tankinhalt: 700 Liter
Flächenbelastung: 185,6 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,87 kg/PS (5,19 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 442 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000m: 486 km/h
Reisegeschwindigkeit in 5.000m: 400 km/h
Gipfelhöhe: 8.500 m
Steigleistung: 9,2 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,9 min
Steigzeit auf 3.000 m: 6,3 min
Reichweite normal: 960 km
Reichweite maximal: 1.350 km
Flugdauer: 3,5 h
Bewaffnung: eine 20 mm Maschinenkanone Hispano-Suiza und vier 7,5 mm Maschinengewehre MAC 1934
Bombenlast maximal: 460 kg

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