Autor: ek

Borovkov Florov I-207

Borovkov / Florov I-207
 
Die beiden Luftfahrtingenieure waren im Konstruktionsbüro von Polikarpov beschäftigt und begannen in ihrer Freizeit mit der Projektierung eines Flugzeuges, das die Eigenschaften eines Doppeldeckers, wie Wendigkeit und Steigfähigkeit mit denen eines Eindeckers wie hohe Geschwindigkeit kombinieren sollte. Es gelang ihnen, das Kommando der Luftstreitkräfte für diese Idee zu interessieren und daraufhin wurden sie aufgefordert, ihren Entwurf zu präzisieren. Im November 1936 erhielten beide den Auftrag, vorerst eine Versuchsmaschine im Flugzeugwerk 21 in Gorki zu bauen. Bis Februar 1937 war die Konstruktion fertig. Sie sah einen winzigen freitragenden Doppeldecker mit weit nach hinten verlegten offenen Cockpit, starker Staffelung der Tragflächen, einem großen Seitenleitwerk, das über die untere Rumpfkontur reichte und somit als Sporn diente und freitragenden relativ hoch angesetztem Höhenleitwerk vor. Das Fahrwerk sollte einziehbar sein, wurde aber aus Zeitgründen von der I-15 übernommen, wobei die Räder mit aerodynamisch ausgeformten Radkästen verkleidet waren. Die Maschine war in Gemischtbauweise ausgeführt, wobei der Rumpf aus einem Stahlrohrgerüst bestand, das im vorderen Teil mit Metall verkleidet war, während der hintere Teil mit Dural-Wellblechen verkleidet war, die mit einer Duralfolie bespannt waren. Die Tragflächen waren einholmige Metallkonstruktionen, lediglich der hintere Teil ab dem Holm war mit Sperrholz beplankt. Die Ruder waren stoffbespannt Als Antrieb war ein M 85 Sternmotor vorgesehen, der mit einer NACA Haube verkleidet war. Diese Maschine erhielt die interne Bezeichnung Nummer 7211. Am 23. Mai 1937 fand der Erstflug statt, der ohne Probleme verlief. In der Flugerprobung kam es am 21.Juni 1937 zu einem Unfall, wobei der Pilot E. Preman tödlich verunglückte. Trotzdem wurde im Herbst 1938 entschieden, die Maschine als I-207 in Serie zu bauen. Die beiden ersten Maschinen I-207/1 und I-207/2 hatten stärkere Motoren (M-62 und M-63) erhalten, Maschinenwaffen wurden eingebaut, die Motorkühlung verbessert und einzusätzlicher Lufteinlauf auf der Motorverkleidung angebracht. Das feste Fahrwerk hatte man beibehalten. Die Versuchsflüge begannen im Frühjahr 1939 und zeigten, dass die Maschine einen anderen Propeller und vor allem ein Einziehfahrwerk benötigte. Die Maschinen benutzte man später als Testflugzeuge für die Staustrahltriebwerke DM-4, wobei Geschwindigkeiten bis 750 km/h erreicht worden. Die beiden nächsten Maschinen I-207/4 und I-207/5 wurden entsprechend geändert, wobei die letzte Maschine dem zukünftigen Serienmodell glich. Sie hatte nun ein geschlossenes Cockpit, einen M-63 mit Getriebe, der einen verstellbaren Dreiblatt-Metallpropeller VISh antrieb. Unter den unteren Tragflächen konnte je eine 250 kg Bombe oder ein Zusatztank angebracht werden. Im Frühjahr 1941 war die Entwicklung abgeschlossen. Die Serie sollte im Werk 21 in Gorki im Herbst 1941 anlaufen. Mit Beginn des Krieges wurde der Serienanlauf gestoppt und das gesamte Programm I-207 gestrichen.
 
Borovkov / Florov I-207
Archiv: Eberhard Kranz
 
 
Technische Daten: Borovkov / Florov I-207/4
 
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1941
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor Shvetzov M-63 mit Getriebe und verstellbarem Dreiblatt-Metallpropeller VISh
Startleistung: 1.050 PS (736 kW)
Dauerleistung: 930 PS (685 kW) in 4.000 m
 
Spannweite: 6,98 m
Länge: 6,70 m
größte Höhe: 2,60 m
Propellerdurchmesser: 3,00 m
Propellerfläche: 7,07 m²
Spurweite: 1,75 m
Flügelfläche: 18,00 m²
V-Form: +2°
Staffelung: 1,25 m
Leermasse: 1.520 kg
Startmasse normal: 1.855 kg
Startmasse maximal: 2.200 kg
Tankinhalt: 400 Liter
Flächenbelastung: 122,0 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,2 kg/PS (2,99 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 460 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 518 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 400 km/h
Landegeschwindigkeit: 115 km/h
Gipfelhöhe: 10.500 m
Steigleistung: 18,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 0,9 min
Steigzeit auf 3.000 m: 2,7 min
Steigzeit auf 5.000 m: 4,5 min
Reichweite normal: 640 km
Reichweite maximal: 1.020 km ( mit Zusatztank)
Flugdauer normal: 1,6 h
Fugdauer mit Zusatztanks: 2,6 h
 
Bewaffnung: vier 7,62 mm Maschinengewehre ShKAS mit je 550 Schuss
Bombenlast maximal: 500 kg

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