Autor: ek

Blohm&Voss BV 141

Blohm&Voss BV 141
Im März 1937 ging eine Ausschreibung für ein taktisches Aufklärungsflugzeug an Arado, Focke-Wulf und die Flugzeugabteilung von Blohm&Voss, die damals noch unter Hamburger Flugzeugbau firmierte. Die Hauptforderung war beste Sicht für die dreiköpfige Besatzung und möglichst eine Rundum-Verteidigung. Arado reichte die Ar 198, Focke Wulf die Fw 189 und der Hamburger Flugzeugbau die Ha 141 ein. Nach Prüfung der Vorschläge, erhielt jede Firma den Auftrag, drei Prototypen zu bauen. Der Entwurf der Ha 141 basierte auf den Patenten von Dr. Vogt aus dem Jahre 1935 über asymmetrische aufgebaute Flugzeuge und so entstand eines der merkwürdigsten Flugzeuge , die jemals das Licht der Welt erblickt haben. Dr. Vogt entwarf ein einmotoriges Flugzeug mit einer großzügig verglasten Besatzungskanzel, die rechts auf dem Tragflügel neben dem als Leitwerks- und Motorträger verwendeten Hauptrumpf angebracht war. Damit war die Forderung nach bester Sicht für die Besatzung erfüllt das Leitwerk war noch symmetrisch aufgebaut, sollte aber bereits bei der Ha 141 V2 ein langes und ein sehr kurzes Höhenruder erhalten, um das Rückdrehmoment des ebenfalls asymmetrisch im Rumpfbug angebrachten Luftschraube auszugleichen. Ansonsten war die ha 141 ein Ganzmetallflugzeug mit einziehbarem Heckradfahrwerk, wobei das Heckrad nur halb eingefahren wurde. Der erste Prototyp D-ORJE startete am 25.Februar 1938 zu seinem Erstflug. Testpilot Helmut Wasa war von der stabilen Fluglage der Maschine begeistert, auch Ernst Udet ließ es sich nicht nehmen, bereits im April 1938 die Maschine zu fliegen und war ebenfalls vom Flugverhalten begeistert. Er löste einen Entwicklungsauftrag für die Prototypen V2 und V3 aus. Mittlerweile hatte man die Bezeichnung von Ha 141 auf BV 141 geändert. Bei den beiden Maschinen hatte man einige Änderungen vorgenommen, so wurde die Spannweite vergrößert, die Kabine nun rundum verglast und die V3 erhielt den stärkeren BMW 132 N. Weitere fünf Nullserienmaschinen folgten und wurden besonders in Rechlin einem gründlichen Test unterzogen. Die Maschinen überzeugten durch ihr gutmütiges Verhalten und man zu dem offiziellen Ergebnis, dass die BV 141 alle Anforderungen erfülle. Die Maschine ging aber nicht wie geplant in Serie, weil die Luftwaffe sie einfach nicht haben wollte. Man forderte deshalb eine stärkere Motorleistung. Vogt und sein Team nahmen nun den BMW 801 und konstruierten im Prinzip eine völlig neue Maschine zwar in der gleichen Konzeption, aber größerer und schwerer. Obwohl sie eigentlich eine neue Maschine war, erhielt sie die Bezeichnung BV 141B. Sie war aber missraten., den sie hatte ein extrem schlechtes Flugverhalten, insbesondere bei Rollmanövern, dazu kamen mechanische Fehler und riesige Hydraulikprobleme, Vibrationen ließen fast den Rumpf zerbrechen, die MG Läufe waren zu kurz, so dass giftige Dämpfe beim Schiessen in die Kabine eindrangen und fast die Besatzung vergiftet hätten. Die Mängelliste war lang. Es wurden nur fünf Maschinen der B-Serie gefertigt, die letzte wurde am 15.Mai 1943 an die Luftwaffe übergeben.
Blohm&Voss BV 141
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Blohm&Voss BV 141
Verwendung: taktisches Aufklärungs- und Heeresunterstützungsflugzeug
Baujahr: 1941
Besatzung: 3 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotor BMW 801 A-0 mit Dreiblatt-Verstellpropeller VDM
Startleistung: 1.560 PS (1.163 kW)
Dauerleistung: 1.340 PS (998 kW) in 4.500 m
Spannweite: 17,46 m
Länge: 13,90 m
größte Höhe: 3,60 m
Flügelfläche: 53,14 m²
Flügelstreckung: 5,73
V-Form: 3,5°
Propellerdurchmesser: 3,20 m
Propellerfläche: 8,05 m²
Spurweite : 5,96 m
Leermasse: 4.655 kg
Startmasse normal: 5.740 kg
Startmasse maximal: 6.140 kg
Kraftstoff: 1.280 Liter
Schmierstoff: 180 Liter
Flächenbelastung: 115,54 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,94 kg/PS (4,56 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 368 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000m: 438 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000m: 340 km/h
Gipfelhöhe: 10.000 m
Steigleistung: 9,50 m/s
Steigzeit auf 1000m: 1,9 min
Steigzeit auf 3000m: 6,5 min
Reichweite normal: 1.200 km
Reichweite maximal: 1.850 km
Flugdauer maximal: 6 h
Bewaffnung: zwei 7,92 mm Maschinengewehre MG 17 und zwei nach hinten feuernde 7,92 mm Maschinengewehre MG 15 auf Drehlafette
Bombenlast maximal: 200 kg

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