Autor: ek

Bloch MB 131

Bloch MB 131
1933 forderte die Armee de l?Air in der Ausschreibung RB4 modernes Bomben- und Aufklärungsflugzeug mit vier Mann Besatzung, das dem internationalen Stand entsprechen sollte. Daraufhin begann Marcel Bloch mit der Entwicklung der MB 130, die ursprünglich noch über ein festes Fahrwerk verfügte. Am 29.06.1934 fand der Erstflug des Prototypen MB 130.01 statt. Obwohl die Maschine zahlreiche Schwächen aufwies, wurden im Oktober 1935 40 Exemplare bestellt. Um die wesentlichsten Mängel abzustellen, hatte Bloch inzwischen die Maschine zur MB 131 weiterentwickelt, deren erster Prototyp MB 131.01 am 16.08.1936 zu seinem Erstflug startete, aber auch nicht befriedigte. Es mussten zahlreiche Umbauten an den Tragflächen, dem Rumpf und dem Heck vorgenommen werden, so dass der zweite Prototyp MB 131.02 erst am 05.05.1937 zum Erstflug kam. Dieser verlief dann ohne größere Probleme, was eine neue Bestellung von 100 MB131 zur Folge hatte. Die Maschine war als Ganzmetall-Tiefdecker in Schalenbauweise mit einziehbarem Heckradfahrwerk ausgelegt. Insgesamt wurden 145 Exemplare gebaut. Hauptversion stellte die MB 131 RB4 dar, die 121mal gebaut wurde und sowohl als Aufklärer als auch als Bombenflugzeug eingesetzt werden konnte. 14 Exemplare entstanden als reiner Aufklärer MB 131 R4, wobei die an sich schon schwache Bewaffnung bis auf ein 7,7mm Maschinengewehr im Rumpfbug reduziert wurde. Fünf Maschinen entstanden als Trainingsflugzeuge mit Doppelsteuer (MB 131 Ins), der Rest waren Prototypen. Die Weiterentwicklungen zur MB 132 und MB 133, mit Hispano Suiza 14Aa flüssigkeitsgekühlten 12 Zylinder Reihenmotoren und doppelten Seitenleitwerk, wurden nur in je einem Exemplar gebaut, ebenso die viermotorige Ausführung MB 135. Im Kampfeinsatz bewährte sich die Maschine nicht und musste nach schwersten Verlusten aus den Kampf- und Aufklärungsverbänden genommen werden. Nach der Kapitulation Frankreichs wurden die noch existierenden Maschinen, die nicht von der Vichy Luftwaffe übernommen wurden, von der deutschen Luftwaffe als Transporter und Schleppflugzeuge aufgebraucht.
Bloch MB 131
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Bloch MB 131 RB4
Baujahr: 1940
Verwendung: Aufklärungs- und Bombenflugzeug; Schulflugzeug; Transportflugzeug
Besatzung: 4 Mann
Triebwerk: 2 x luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotoren 14 N 10/11
Startleistung: 950 PS (699 kW)
Dauerleistung in 4.000 m: 880 PS (647 kW)
Propeller: verstellbarer Dreiblatt-Metallpropeller
Propellerdurchmesser: 3,17 m
Propellerfläche: 7,89 m²
Spannweite: 20,27 m
Länge: 17,90 m
Höhe: 4,09 m
Flügelfläche: 52,2 m²
Spurweite: 4,75 m
V-Stellung: +4,5°
Leermasse: 4.660 kg
Startmasse normal: 8.550 kg
Startmasse maximal: 8.900 kg
Kraftstoff: 1.500 Liter
Flächenbelastung: 170,5 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,68 kg/PS (6,4 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 349 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 400 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.000 m: 330 km/h
Landegeschwindigkeit: 120 km/h
Gipfelhöhe: 7.300 m
Steigleistung: 5,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,5 min
Steigzeit auf 5.000 m: 18 min
Reichweite normal: 1.290 km
Reichweite maximal: 1.450 km
maximale Flugdauer: 4,5 h
Bewaffnung: drei 7,5mm Maschinengewehre MAC 1934, manchmal wurde im Bugstand statt des Maschinengewehrs eine 20mm Maschinenkanone Hispano Suiza mit 150 Schuss eingebaut.
Bombenlast normal: 800 kg
Bombenlast maximal: 1.250 kg

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