Autor: ek

Belyayev DB-LK

Belyayev DB-LK
Die Idee zu dem Flugzeug entstand Anfang der 30iger Jahre beim Leiter der Gruppe Festigkeit und Aerodynamik im ZAGI Viktor V. Belyayev. Er wollte einen fliegenden Flügel bauen, also ein Nurflügelflugzeug, von dem man sich aerodynamische und auch fliegerische Vorteile versprach. Ähnliche Ideen gab es in dieser Zeit auch in Mittel- und Westeuropa, sowie in den USA. (z.B. Junkers und Northrop. Zum Studium dieser Auslegung entwickelte Belyayev die Segelflugzeuge BP-2 und BP-3. Als nächsten Schritt konzipierte man ein motorisiertes Versuchsflugzeug mit 11m² Flügelfläche, einem leicht negativen Pfeilflügel und einem 12 Zylinder Reihenmotor von 430 PS. Die errechnete Geschwindigkeit lag bei 510 km/h. Dieses Flugzeug wurde dann 1941 im Kazaner Luftfahrtinstitut gebaut. Nach über zwei Jahren Grundlagenforschung erhielt Belyayev 1938 den Auftrag ein neuartiges Bombenflugzeug auf Basis seiner Studien zu entwickeln. Zusammen mit seinen Mitarbeitern Selyakov, Obrubov, Zatwan begann man mit der Projektierung. Die Maschine, die nun DB-LK hieß (übersetzt Fernbomber-fliegender Flügel) war ein zweimotoriges Doppelrumpfflugzeug, wobei jeder Rumpf eine Kabine trug, mit dem neuen Tragflügel und automatischen Vorflügeln über die gesamte Tragflächenlänge sowie einem darauf aufgesetzten zentralen Seitenleitwerk. An dem befand sich, hochangesetzt, das Höhenleitwerk, das zum Rumpf hin abgestrebt war. Das Heckradfahrwerk war voll einziehbar. Die DB-LK war als Ganzmetallkonstruktion ausgelegt. Die Bewaffnung bestand aus 6 Maschinengewehren, die maximale Bombenlast sollte 2.000 kg betragen, die in beiden Rümpfen je zur Hälfte unterbebracht werden sollte. Als maximale Reichweite waren 3.000 km veranschlagt. Als Triebwerke waren die M-88 vorgesehen, aber nach dem Absturz der I-180 und dem Tod des Helden der Sowjetunion Tchkalov, mussten die weniger leistungsfähigeren M-87B verwendet werden. Das Flugzeug wurde im Werk Nr.156 in Moskau gebaut und im April 1940 begann die Flugerprobung. Testpiloten waren M.A. Njuchtikov und T.A. Samarin. Am 1.Mai 1940 nahm die DB-LK an der Luftparade in Moskau teil. Bei der weiteren Erprobung zeigte die Maschine gute Flugeigenschaften und die Leistungen lagen über denen der DB-3 aus dem OKB Iljushins. Der Serienbau wurde wegen der aufwendigen Struktur aber nicht aufgenommen und so blieb die DB-LK ein Einzelstück, die für verschiedene Tests vom ZAGI verwendet wurde. Das spätere Schicksal der Maschine ist unbekannt.
Belyayev DB-LK
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Belyayev DB-LK
Verwendung: Fernbomber
Baujahr: 1940
Besatzung: 4 Mann
Triebwerk: zwei luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotoren Tumanskij M-87B mit Kraftstoffeinspritzung und Dreiblatt-Verstellpropeller
Startleistung: 950 PS (701 kW)
Dauerleistung: 880 PS (656 kW) in 5.000 m
Spannweite : 21,60 m
Länge: 9,78 m
größte Höhe: 3,65 m
Propellerfläche: 8,0 m²
Spurweite: 4,70 m
Flügelfläche: 56,85 m²
V-Form: +5,5°
Leermasse: 5.655 kg
Startmasse normal: 9.285 kg
Startmasse maximal: 10.670 kg
Tankinhalt: 2.000 Liter
Flächenbelastung: 187,7 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,62 kg/PS (7,54 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 405 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000 m: 488 km/h
Reisegeschwindigkeit in 5.000 m: 440 km/h
Gipfelhöhe: 8.500 m
Steigleistung: 6,2 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,7 min
Steigzeit auf 3.000 m: 8,5 min
Steigzeit auf 5.000 m: 14,5 min
Reichweite mit 2.000 kg Bomben: 1.270 km
Reichweite mit 1.000 kg Bomben: 2.900 km
Flugdauer: 7 h
Bewaffnung: sechs 7,62 mm Maschinenkanonen ShKAS mit je 1.200 Schuss
Bombenlast maximal: 2.000 kg

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