Autor: ek

Bell P-59 Airacomet

Bell P-59 Airacomet
Im April 1941 informierte sich General Henry Arnold, Chef der US Army Air Force, im Rahmen der Tizard Mission in England über die Strahlflugzeugentwicklung. Ihm wurde das Triebwerk W-1X von Frank Whittle und das dafür gebaute Versuchsflugzeug Gloster E28/39, das am 15.05.1941 dann seinen Erstflug hatte, vorgestellt. Nach seiner Rückkehr in die USA forderte er die sofortige Entwicklung eines amerikanischen Düsenflugzeuges, als Antrieb sollte das englische W-1x dienen. Im September 1941 beschloss das Pentagon folgende Maßnahmen: Lizenzbau des Whittle Triebwerks W-1X bei General Electric (Auftragserteilung am 1.Oktober 1942) und Entwicklung einer entsprechenden Maschine, die als Jagdflugzeug verwendet werden sollte, durch die Firma Bell, die am 30.September dafür den Auftrag über drei Prototypen erhielt. Da die Entwicklung des Düsenjägers höchster Geheimhaltung unterlag, wurde die bereits für einen schweren Abfangjäger vorgesehene Typennummer P-59 aus Tarnungsgründen beibehalten, während die Entwicklung der Maschine gestoppt wurde. Im November 1941 traf das erste englische Triebwerk in den USA ein, bereits im März 1942 hatte GE den Nachbau I-A fertig. Bell erhielt daraufhin einen Zusatzauftrag über 13 weitere Vorserienflugzeuge YP-59A. Am 1. Oktober 1942 startete der Prototyp XP-59A mit dem Bell Werkspiloten Robert Stanley zu seinem Erstflug. Aus Tarnungsgründen hatte man der Maschine beim Transport auf der Edwards AF Base einen Propeller aus Balsaholz angebaut. Da die Triebwerke äußerst unzuverlässig waren und es ständig zu Schaufelbrüchen, ausgebrannten Lagern und zerborstenen Leitungen kam, konnten bis April 1943 nur etwa 15 Flugstunden absolviert werden. Auch der später berühmte Chuck Yeager flog die Maschine und war sehr unzufrieden mit den Flugleistungen. Trotzdem erhielt Bell Mitte 1943 einen Auftrag über insgesamt 100 Maschinen P-59A und P-59B, die für die 412. Fighter Group vorgesehen waren, die damit zur ersten Düsenjäger-Einheit der USAAF wurde. Anfang 1944 fand ein Vergleichsfliegen der P-59 mit den Kolbenmotorjägern P-38 Lightning, P-51 Mustang und P-47 Thunderbolt statt, das eindeutig zu Gunsten der Kolbenmotorjäger ausfiel. Daraufhin wurde der Auftrag auf 50 Maschinen beschränkt, 20 P-59A und 30 P-59B, die als Trainingsflugzeuge zur Schulung der ersten Jetpiloten dienten. Zwei Maschinen wurden als YF 2 L-1 an die US Navy geliefert, doch man stellte sehr schnell fest, das die Flugzeuge nicht trägertauglich waren. Insgesamt wurden 66 P-59 gebaut. Der Prototyp XP-59A ist erhalten geblieben und kann im National Air and Space Museum in Washington besichtigt werden.
Bell P-59 Airacomet
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Bell P-59A
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1944
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: zwei General Electric TL-Triebwerke mit Radialverdichter GE J-31-G-3
Startleistung: 908 kp
Dauerleistung: 820 kp in 8.000 m
Spannweite : 13,87 m
Länge: 11,84 m
größte Höhe: 3,76 m
Spurweite: 6,20 m
Flügelfläche: 35,90 m²
V-Form: +2,5°
Leermasse: 3.605 kg
Startmasse normal: 5.750 kg
Startmasse maximal: 5.960 kg
Tankinhalt: 209 Liter
Flächenbelastung: 166,0 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,28 kg/kp
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 642 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 6.000 m: 664 km/h
Reisegeschwindigkeit in 6.000 m: 580 km/h
Gipfelhöhe: 14.080 m
Steigleistung: 16,3 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,1 min
Steigzeit auf 3.000 m: 3,4 min
Steigzeit auf 6.000 m: 7,4 min
Reichweite normal: 390 km
Reichweite maximal: 840 km (mit Zusatztanks)
Flugdauer: 0,5 h
Flugdauer mit Zusatztanks: 1,3 h
Bewaffnung: eine 37 mm Maschinenkanone M 4 und drei 12,7 mm Maschinen-gewehre Browning 0.5
Bombenlast: 2 x 450 kg oder 8 x 27 kg Raketen oder zwei Zusatztanks mit je 473 Liter Kraftstoff

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