Autor: ek

Bartini Stal-6

Bartini Stal-6
Das von A.I. Putilov geleitete Wissenschaftliche Forschungsinstitut der zivilen luftflotte beschäftigte sich zwischen 1928 bis 1932 verstärkt mit der Verwendung von Stahl im Flugzeugbau, weil die Produktion von Dural nicht ausreichte, auch nur annähernd die Bedürfnisse der Luftfahrtindustrie zu befriedigen, zumal viele der neuen Konstruktionen auf dem Ganzmetallbau, den Junkers in seinem Werk in Fili bei Moskau in den sowjetischen Flugzuegbau eingeführt hatte, basierten. Stahl als Werkstoff im Flugzeugbau benötigte aber auch neue Technologien und Verarbeitungsmethoden. Einer der Ingenieure die sich damit beschäftigten, war der Italiener Robert Bartini der 1924 nach der Machtergreifung Mussolinis in die Sowjetunion emigriert war. !933 erhielt er den Auftrag ein unkonventionelles Flugzeug zu entwerfen, das ganz auf höchste Geschwindigkeiten ausgelegt war. Die Maschine war als Eindecker ausgelegt. Die Rumpfspanten und alle Holme waren aus Stahlrohr, die Beplankung zum Teil aus Stahl-Glattblech und aus Aluminium. Das Triebwerk war aerodynamisch hochwertig verkleidet und die geschlossene Kabine völlig in den Rumpfstrak einbezogen. Dadurch wurde zwar die Sicht nach vorn und unten ungemein schlecht, aber im Interesse der zu erzielenden hohen Geschwindigkeiten wurde dies akzeptiert. Das Fahrwerk war ein festes Einspurfahrwerk mit zwei leichten Stützspornen unter den äußeren Tragflächen zur Unterstützung bei Start und Landung. Revolutionär war die Verdampfungskühlung, die den Wegfall von Kühlern erlaubte. Das heiße Kühlwasser wurde vom Triebwerk weg über ein Rohrsystem in die Tragflächen geleitet, vom Luftstrom abgekühlt, das es dort kondensierte und dann in den Motor zurückgepumpt wurde. Die Erprobung des Versuchsflugzeuges wurde von den Testpiloten A.B. Jumatchev und P.M. Stefanosky durchgeführt. Insgesamt wurden zwei Maschinen gebaut, die über 30 Flugstunden erprobt wurden, wobei eine Höchstgeschwindigkeit von 420 km/h erzielt wurde, die etwa 100 km/h höher war als die der damaligen sowjetischen Jagdflugzeuge(I-5,0 I-5bis). Die gewonnenen Erkenntnisse flossen in die nächsten Konstruktionen Bartinis Stal-7 und Stal-11 ein.
Bartini Stal-6
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Bartini Stal-6
Verwendung: Versuchsflugzeug
Baujahr: 1933
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: 1x flüssigkeitsgekühlter stehender 12-Zylinder-V-Motor Curtiss ?Conqueror?
Startleistung: 685 PS (503 kW)
Dauerleistung: 550 PS in 4.000 m (412 kW)
Spannweite: 9,00 m
Länge: 6,88 m
größte Höhe: 2,23 m
Flügelfläche: 14,30 m²
Propellerfläche: 5,27 m²
Spurweite der Stützsporne: 7,75 m
Leermasse: 850 kg
Startmasse normal: 1.080 kg
Startmasse maximal: 1.205 kg
Kraftstoff: 350 Liter
Flächenbelastung: 84,3 kg/m²
Leistungsbelastung: 1,76 kg/PS (2,40 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 385 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 420 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 330 km/h
Landegeschwindigkeit: 130 km/h
Gipfelhöhe: 8.500 m
Steigleistung: 18,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,08 min
Steigzeit auf 6000 m: 6,33 min
Reichweite normal: 400 km
Reichweite maximal: 500 km
Startstrecke: 455 m
Landestrecke: 560 m
Bewaffnung: keine

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