Autor: ek

Armstrong Whitworth F.K.6

Armstrong Whitworth F.K.6
Mit Beginn des ersten Weltkrieges erhielt auch die Entwicklung von Triebwerken und Flugzeugen einen gewaltigen Auftrieb. In England begann man bei Rolls Royce im Winter 1914/15 mit der Entwicklung eines wassergekühlten 12-Zylinder-Reihenmotors der eine Startleistung von 250 PS haben sollte. Diesen Motor wählte 1915 bei der Sir W.G. Armstrong Whitworth & Co. Ltd. deren Chefkonstrukteur Frederick Koolhoven, ein gebürtiger Niederländer, für ein ungewöhnliches Flugzeug.
Er entwarf einen dreisitzigen Dreidecker, der als Bewaffnung zwei in flachen Gondeln über der Flügelmitte zu beiden Seiten des Rumpfes montierte schwenkbare Maschinengewehre erhalten sollte. Dabei sollte die Position der Schützen vor der Propellerebene liegen. Die Maschine war eine mit Leinwand bespannte Ganzholzkonstruktion. Der geräumige Rumpf mit rechteckigem Querschnitt nahm Motor und Tank auf. Der mittlere Tragflügel, der wie bei einem Schulterdecker am Rumpf angebracht war, hatte die größte Spannweite und trug die Waffengondeln.
Obere und untere Tragflächen waren gleich groß. Die unteren Tragflächen befanden sich auf Höhe des Rumpfbodens, während die obere Tragfläche, die dreiteilig ausgeführt war, auf fünf I-Strebenpaaren auf der mittleren Tragfläche und dem Tragflächenmittelstück auf dem Rumpf. Alle Tragflügel waren zweiholmige Ganzholzkonstruktionen die mit Leinwand bespannt waren. Zusätzlich waren alle
Tragflächen noch mit Stahlseilen gegen einander kreuzweise verspannt.
Das einteilige Normalleitwerk war ebenfalls eine leinwandbespannte Holzkonstruktion, wobei die Höhenflosse gegen den Rumpf abgestrebt war.
Der Prototyp wurde im Herbst 1915 fertig gestellt und trug wahrscheinlich die Bezeichnung F.K.5. Ob er wirklich geflogen ist, lässt sich nicht mehr nachweisen.
Im Jahre 1916 überarbeitete man die gesamte Konstruktion, da die Royal Air Force in einer Ausschreibung einen Langstrecken-Begleitjäger und Luftschiffzerstörer forderte. Die Firma erhielt den Auftrag vier Maschinen zu bauen, wovon zwei für die Königliche Marineflieger sein sollten. Koolhoven versetze die Maschinengewehrgondeln unter die mittleren Tragflächen, den Motor und den grundsätzlichen Aufbau des Flugzeuges behielt er bei. Das Fahrwerk erhielt vier Haupträder, die paarweise auf einer durchgehenden Achse angebracht waren.
Im Frühjahr 1917 fand die Flugerprobung der ersten Prototypen statt, von der man nur annehmen kann, dass sie nicht besonders erfolgreich verlief, denn die noch ausstehenden restlichen drei Maschinen wurden nie gebaut. Wahrscheinlich wurde die Flugerprobung gar nicht beendet. Die Maschine trug mit großer Wahrscheinlichkeit die Bezeichnung F.K.6, andere Quellen nennen F.K.12, was aber unwahrscheinlicher ist, da die Maschine direkt in der Konstruktionsfolge auf die oben erwähnte F.K.5 folgte.
Armstrong Whitworth F.K.6 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Armstrong Whitworth F.K.6
Land: Großbritannien
Verwendung: Langstrecken-Begleitjäger, Luftschiffzerstörer
Baujahr: 1917
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter 12-Zylinder?Reihenmotor Rolls Royce mit starrem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 250 PS (185 kW)
Dauerleistung: 165 PS (122 kW) in 2.500 m
Besatzung: 3 Mann
Spannweite obere Tragfläche: 12,88 m
Spannweite mittlere Tragfläche: 19.14 m
Spannweite untere Tragfläche: 12.88 m
Länge: 11,29 m
größte Höhe: 5,18 m
Spurweite äußere Räder: 1,80 m
Spurweite innere Räder: 0,98 m
Propellerdurchmesser: 3,60 m
Propellerfläche: 10,18 m²
Flügelfläche: 93,80m²
V-Form: obere Tragfläche +2,33°
V-Form: untere Tragfläche
Flügelstreckung: 3.91
Staffelung: 0,25 m
Leermasse: 560 kg
Startmasse normal: 935 kg
Startmasse maximal: 1.100 kg
Tankinhalt maximal: 290 Liter
Schmierstofftank: 20 Liter
Flächenbelastung: 11,72 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,4 kg/PS (5,97 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 144 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.000 m: 160 km/h
Marschgeschwindigkeit in 2.000 m: 132 km/h
Gipfelhöhe: 4.400 m
Steigleistung: 4,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 5, 5 min
Steigzeit auf 3.000 m: 22,0 min
Reichweite normal: 460 km
Reichweite maximal: 580 km
Flugdauer: 3,5 h
Bewaffnung: zwei 7,7 mm Maschinengewehre Lewis mit je 1.000 Schuß

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